3. Tag: Von Cheyenne nach Rapid City

  • Reise 2014 – Rocky Mountain High
  • Tagesetappe über 500 km
  • Bundesstaaten: Wyoming, South Dakota
  • Örtlichkeiten: Cheyenne, Crazy Horse Monument, Mount Rushmore, Rapid City

Pünktlich um 8:oo Uhr starteten wir in unseren langen Tag. Die Disziplin in unserer Gruppe war die ganze Reise über sehr vorbildlich. Schon nach ein paar Minuten fahrt konnten wir wieder aussteigen. Cheyenne ist ja die Hauptstadt des Bundesstaates Wyoming und somit gibt es hier wieder ein Kapitol zu besichtigen.

General Greenville M. Dodge campierte 1865 an der Stelle der heutigen Stadt Cheyenne. Er war damit beauftrag, für eine Eisenbahngesellschaft eine Strecke über die Berge zu finden. Die Gegend um Cheyenne erwies sich hierfür gut geeignet. Im Jahre 1967 gründete er, nun Chefingenieur, eine feste Siedlung. Die ersten Siedler liesen sich hier nach dem Bau eines Bahnhofs nieder.

Für den Namen Cheyenne gibt es zwei Deutungsversuche. In der Sprache der Indianer bedeutet Cheyenne so viel wie „Fremde“ oder „Neuankömmling“. Eine andere Herkunftstheorie bezieht sich auf den Namen einer Gruppe von Algonkin-Indianern, den „Shey an nah“.

Das heutige Cheyenne hat knapp 60000 Einwohner. Cheyenne war schon Hauptstadt des Territoriums Wyoming und blieb es auch, als Wyoming im Jahre 1890 Bundesstaat wurde.

Zuerst besichtigten wir also das Capitol von Cheyenne. Auf dem Vorplatz standen viele Skulpturen, die einen Bezug zur Geschichte der Stadt und des Staates haben. Anschließend machten wir uns auf zum „Big Boy“. Hierbei handelt es sich um eine große Dampflokomotive, die im Holliday Park von Cheyenne zu besichtigen ist. Es ist wirklich ein Ungetüm aus Stahl.

Hier nur ein paar Zahlen:

  • Gewicht ohne Tender: 350 Tonnen
  • Gewicht mit Tender: 548 Tonnen
  • Länge: 40,5m
  • Höhe:  5m
  • Höchstgeschwindigkeit: 130km/h
  • Leistung: 4560kW oder 7200 PS
     

Nach unserer Besichtigungstour ging es wieder weiter auf dem Highway. Um uns etwas die Zeit zu vertreiben, hat uns Maria die einzelnen Münzen der USA erklärt. Viele davon haben Sonderprägungen mit Persönlichkeiten aus der amerikanischen Geschichte.

Unseren nächsten Halt machten wir dann in Chugwater, aber nur um uns kurz die Beine zu vertreten und um die Restrooms aufzusuchen. Beim kleinen Informationsbüro konnten wir uns auch noch mit einer Straßenkarte von Wyoming eindecken. Und schon waren wir wieder unterwegs. Viele Meilen später machten wir dann unsere Mittagspause in dem kleinen Örtchen Lusk. Der Ort ist Verwaltungssitz des Niobrara County. Hier leben knapp 1500 Menschen. Im Decker´s Food Center, einem Supermarkt, konnten wir uns wieder für ein Picknick einige Dinge kaufen. Im kleinen, nur drei Straßen entfernten, Washington Park konnten wir dann an Picknicktischen unsere Mittagspause einnehmen. Das Wetter war herrlich und die Stimmung war sehr gut. Am Rande des Parks stand eine Blockhütte, wie sie die ersten Siedler hier bauten – „Cabin in the Park“. Es war die Hütte von Eugene Biglow Willson, der diese Hütte im Jahre 1880 auf der Running Water Ranch baute.  

Kurz nach zwölf Uhr mittags ging es wieder weiter. Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir im Bus. Unser nächstes Ziel war eine Baustelle ganz besondere Art. Wir besuchten das Crazy Horse Memorial. Es ist das sich im Bau befindliche Denkmal für den Oglala-Lakota-Indianers Crazy Horse. Ähnlich wie Mount Rushmore wird das Denkmal in den Felsen der Berge gesprengt. Nur um ein vielfaches größer. Begonnen wurde im jahre 1948. Seit dem wurden wohl an die 10 Millionen Tonnen Granit aus dem Feld gesprengt. Bisher ist nur das Gesicht fertig gestellt. Dies war im Jahre 1998. Ein Ende der Bauzeit ist nicht in Sicht. Wenn es mal fertig ist, zeigt es Crazy Horse auf einem Pferd sitzend, den ausgestreckten Arm nach Osten zeigend. Alleine der Pferdekopf ist dann so groß, wie alle vier Präsdentenköpf von Mount Rushmore. Die ganze Skulptur ist dann 195m lang und 172m hoch.

Gegenüber unserem ersten Besuch im Jahre 2005 hat sich aber, zumindest für uns, nichts sichtbares verändert. Vom Parkplatz aus konnten wir die Skulptur gut einsehen. Nach einer guten viertel Stunde ging dann die Fahrt wieder weiter.

   

Gegen 14:45 Uhr erreichten wir dann unser Hauptziel; Mount Rushmore. Sofort nach dem Verlassen des Busses schwärmten wir alle aus. Bei schönstem Nachmittagssonnenschein konnten wir von der Besucherterrasse aus die Memorial besichtigen.  

Das Denkmal zeigt von links nach rechts, bis zur Zeit seiner Erstellung, die vier bedeuteten Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln.

       

Jedes der einzelnen Portraits hat eine Höhe von 18m. Berühmte Reden der Präsidenten sind auf Schrifttafeln zu lesen. Das Denkmal wird auch als Shrine of Democracy (Heiligenschrein der Demokratie) bezeichnet. Als eine Entweihung ihres heiligen Berges sehen es allerdings die Lakota-Indianer.

In 14 Sommern wurde das Monument von John Gutzon de la Mothe Borglum (1867–1941) zwischen 1927 und 1941 in den Berg gesprengt, gehauen und gemeißelt. Im Jahre 1930 wurde mit dem Portrait von George Washington begonnen. 1936 kam dann Thomas Jefferson an die Reihe. Mit Abraham Lincoln wurde 1937 angefangen und zum Schluss, im Jahre 1939, mit Theodore Roosevelt. Fast 400 Arbeiter und Helfer waren am Werk. Gutzon erlebte das Ende der Arbeiten nicht mehr. Sein Sohn setzte die Arbeiten fort. Allerdings nur bis zum Oktober 1941, aus Geldmangel wurde das Projekt eingestellt. Am 31 Oktober 1941 wurde das Monument als Beendet erklärt. Die Fertigstellung bis zur Taille wurde nie ausgeführt.

Im Giftshop nebenan war ein Arbeiter von damals gerade dabei, seine Geschichten rund um die Erstellung des Monumentes zu erzählen. Er hatte auch so einiges an Werkzeugen dabei, hauptsächlich die verschiedenen Meißel die zur Anwendung kamen. Bevor wir uns wieder in Richtung Bus begaben, machten wir in der Cafeteria eine Kaffeepause. Das muß auch mal erlaubt sein.

Um 17:15 Uhr kamen wir dann am Hotel in Rapid City an. In der Mall nebenan konnten wir dann etwas zu Abend essen. Ein schöner Tag ging dann mit wolkenbruchähnlichen Regenfällen und Gewitter zu Ende.


Unser Hotel in Rapid City

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