5. Tag: Von Cody zum Yellowstone Park

  • Reise 2014 – Rocky Mountain High
  • Tagesetappe über 265 km
  • Bundesstaaten: Wyoming
  • Örtlichkeiten: Yellowstone, Old Faithfull, Mammoth Hot Springs

Unser heutiges Frühstück nahmen wir nicht im Hotel selber ein, sondern im dazu gehörenden hinteren Bereich des angrenzenden Gift Shops. Öfter mal was Neues. Überpünktlich ging die Reise dann wieder weiter.

Wir durchfuhren den Shoshone-Canyon. Dabei kamen wir bald nach Cody am Buffalo Bill State Park vorbei. Dabei befindet sich auch ein Staudamm, das Buffalo Bill Reservoir. Buffalo Bill wohin man sieht. Dieser Damm staut den Shoshone River. Diese Talsperre wurde zwischen 1905 und 1910 gebaut. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung war die 99m hohe Staumauer die höchste der Welt. Den heutigen Namen trägt die Staumauer erst seit 1946, davor hieß sie Shoshone Dam.

Die Fahrt führte uns schnurstracks durch die Berge nach Westen. Unsere erste Pause machten wir beim Pahaska Tepee Resort. Hier gab es außer den Restrooms auch ein Shop, ein Restaurant Übernachtungsmöglichkeiten. Allerhand Freizeitangebote wie Reiten und Camping wurde hier auch angeboten.

Pahaska Tepee ist nur ungefähr 3 km vom Westeingang entfernt, sodass wir schon kurz nach der Weiterfahrt unser Ziel erreichten, den Yellowstone Park. Allerdings ist der Park so groß, das man noch ein Stück zu unserer ersten Station fahren mußten.

Der Yellowstone Park wurde bereits im Jahre 1872 gegründet und ist somit der älteste auf der Welt. Insgesamt hat der Park eine Fläche von knapp 9000 km². Das sind ca. 95×95 km. Man kann also auch innerhalb des Parks viele Kilometer fahren. Der Park liegt zu weiten Teilen über der Caldera des Yellowstone Vulkans. Bekannt ist der Park natürlich durch seine Geysire, Schlammvulkane und heißen Quellen. Rund 3,4 Mio Besucher hat der Park im Jahr.

Unsere erste Anlaufstelle war die wohl bekannteste Attraktion im Yellowstone Park. Old Faithful, der Geysir. Mitglieder der Washburn-Langfors-Doabe Expedition hatten den Geysir im Jahre 1870 als erste Weiße entdeckt. Seinen Namen, der übersetzt wegen den regelmäßigen Ausbrüchen „der Getreue“ lautet, erhielt er bereits zwei Tage nach der Entdeckung. Seither ist er über eine halbe Million mal ausgebrochen. Die Austrittsöffnung hat eine Größe von 0,6x1m. Weiter unten, in 7m Tiefe hat der Kanal eine Weite von 10,5 cm. Die Wassersäule schießt bei Ausbruch ca. 30 bis 50 m in die Höhe und der Ausbruch dauert zwischen 1,5 und 5 Minuten. Zwischen 14000 und 32000 Liter Wasser werden während eines Ausbruchs aus dem Erdinneren herausgeschossen. Zwischen zwei Eruptionen liegen 30 bis 120 Minuten. Zurzeit beträgt die Ruhephase ca. 90 Minuten.

Bei unserer Ankunft am Old Faithful warteten schon viele Besucher auf den nächsten Ausbruch, deshalb war zu vermuten, das es bald los ginge. Die Videokamera wurde aufgebaut, die Fotokamera wurde schussfertig bereitgehalten. Nun hieß es warten. Irgendwie scheint der Kerl mit den Besuchern zu spielen. Immer wieder mal erschienen kleine Wasserfontänen, so, als wenn der Ausbruch nun stattfinden würde. Sofort startete ringsherum das große Klicken von hunderten von Kameras. Aber weit gefehlt; Fehlalarm. Nach einer guten halben Stunde war es dann soweit, der Old Faithful öffnete das Ventil und die Wassersäule schoss in die Höhe. Eigentlich würde man ja ein Tosen und Brodeln vermuten, aber dem ist nicht so. Man hört eigentlich nur das Zischen der Wassersäule und des Wasserdampfes beim Austritt aus der Öffnung. Es ist und bleibt ein imposantes Naturschauspiel.

Nachdem dann der Geysir sich wieder beruhigt hatte, machten wir uns dann auf den Weg, um die Gegend um den Geysir zu erkunden. Unser Weg führte uns rund um den Geysir herum. Auf Holzstegen konnte man hier gefahrlos heiße Quellen besichtigen. In der Old Faithful Lodge konnten wir dann noch kurz im Giftshop einkaufen gehen, wir haben uns einen kleinen Stoffbüffel gegönnt.

Gegen 13 Uhr machten wir uns zur nächsten Station auf. Wir besuchten das Midway Geyser Basin.

Auch hier konnten wir auf sicheren Stegen die vielfältigen Naturwunder erlaufen. Und wieder kochte und brodelte es überall. Unser Weg führte uns rund um eine große, farbenprächtige Terrasse. Der ebenfalls dort befindliche See lud auch nicht gerade zum Baden ein. Ein sehr bekannter Punkt auf diesem Rundweg ist der Opal Pool. Leider aber ist er Live vor Ort nicht so zu sehen, als wie auf den Bildern in Katalogen und Bildbände. Man schaut halt seitlich in den Pool hinein und nicht von oben und auch die Wasseroberfläche ist nicht spiegelglatt, sondern gekräuselt vom Wind. Trotzdem kann man erahnen, warum der Pool nach Opalen benannt wurde.

Die letzten Stationen für den heutigen Tag waren ganz im Norden die Mammoth Hot Springs. Hierbei handelt es sich um große Sinterterrassen. Der Ort Mammoth Hot Springs ist der Haupt- und Verwaltungssitz des Nationalparks. Die Sinterterrassen wurden 1871 durch eine Expedition entdeckt und die Quellen bekamen ihren Namen. Das heiße Wasser, das sehr kalk- und mineralienhaltig ist, läuft hier über Terrassen und die Bestandteile fallen hier aus und lagern sich ab. In den entstehenden flachen Becken siedeln sich Algen und Bakterien an; je nach Temperatur des Wassers haben diese unterschiedliche Farben. Die Terrassen begannen sich bereits vor Millionen Jahren zu bilden. Heute lagert das Wasser bis zu zwei Tonnen Kalkstein pro Tag ab.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Terrassen sammelten wir uns wieder im Bus. Wir fuhren nun wieder in südliche Richtung zu unserem Hotel am Grand Village. Zum Abendessen gingen wir ins nahe „Grand Dining“ Restaurant.


Unser Hotel im Yellowstone park

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