8. Tag: Von Salt Lake City nach Moab

  • Reise 2014 – Rocky Mountain High
  • Tagesetappe über 430 km
  • Bundesstaaten: Utah
  • Örtlichkeiten: Arches National Park, Moab

An diesem Morgen hieß es Abschied nehmen von der Zivilisation. Das meine ich nicht negativ. Vor uns lagen nun mehrere Tage in den unterschiedlichsten Nationalparks. Also Natur pur.

Die ersten 30 Kilometer nach Süden fuhren wir durch die Vororte und Industriegebiete von Salt Lake City. Rechts von uns sahen wir an einer Bergkette eine farbliche Anomalität. Das Gestein war an einer Stelle viel heller als rechts und links davon. Nun, unsere Maria erklärte dieses „Phänomen“. Es handelte sich um eine Abraumhalde. Hinter der Bergkette befand sich ein Kupferbergwerk im Tagebau, der Bingham Copper Mine in den Oquirrh Mountains. Die Mine ist seit 1906 in Betrieb. Es muß ein gigantischer Anblick sein.

Wir fuhren also erst mal auf der 15 in südliche Richtung, dann wechselten wir auf die 6 nach Osten. Nach zwei Stunden Fahrt machten wir einen weiteren Einkaufsstop. In Price stürmten wir wieder mal einen Supermarkt, um für ein Mittagspausenpicknick einzukaufen. Price ist der Verwaltungssitz des Carbon County. Carbon steht hier für die Kohle, die 1880 hier entdeckt wurde und dem Ort zum Aufschwung verhalf. Benannt ist die Stadt nach dem Price River, nach dessen Entdecker William Price.

Auch hier war Butch Cassidy aktiv. Er versorgte sich – wie auch wir an diesem Tag  – mit Vorräten für seine Bande. Er stahl aber auch 1897 die Lohnliste der Pleasant Valley Coal Company (wir waren aber brav).

Weiter ging die Fahrt. Gegen 12:15 Uhr kamen wir dann an unserem Picknickplatz an. Mitten in der Wüste. Weit und breit Einöde. Aber der Rastplatz war genial. Er lag auf einer kleinen Anhöhe neben dem Highway, direkt an einer Kreuzung. Von hier oben konnten wir mal so richtig sehen, wie großzügig man hier in Amerika Autobahnen bauen kann. Mittelleitplanken braucht man nicht. Die beiden Fahrspuren liegen 50m auseinander und in der Mitte ist eine Bodensenke. Eines muß man aber lassen. Der Rastplatz war tip top in Ordnung. Kein Müll, keine Zigarettenkippen, keine Schmierereien. Wie machen die das? Nach einer halben Stunde setzten wir unsere Fahrt wieder fort.

Eine weitere halbe Stunde später erreichten wir dann den Haupteingang unseres nächsten Nationalparks, den Arches National Park. Der Nationalpark beherbergt die größte Dichte an natürlichen Steinbögen (Arches). Entstanden sind die Bögen durch Erosion und Verwitterung. Über 2000 Bögen sind hier nachgewiesen, die mindestens einen Durchmesser von 90cm haben. Im Jahre 1929 wurde das Gebiet zum National Monument ernannt und 1971wurde es zum Nationalpark.

Unseren ersten Stop auf der Fahrt durch den Park machten wir an den „Three Gosips“, den drei Klatschbasen, einer markanten Felsgruppe. Man erkennt auf den Spitzen der Formation drei Köpfe. Mit dabei steht hier auch der „Sheep Rock“, der Schaafsfelsen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Überrest eines kompletten Bogens.

Danach fuhren wir zur bekanntesten Formation im Arches Nationalpark, dem Delicate Arch. Dieser Bogen hat eine Höhe von 14m. Den Namen erhielt der Bogen von Frank Beckwith, einem Führer einer Expedition im Jahre 1933. Der markante Bogen ziert ebenso die Nummernschilder der Autos aus dem Bundessaat Utah. Wir konnten nicht komplett bis zum Bogen laufen, hatten aber am Ende eines Trails eine schöne Sicht auf den Bogen. Nach einer ausgiebigen Besichtigung fuhren wir dann wieder weiter. Unterwegs konnten wir, vom Bus aus, den „Balanced Rock“ bestaunen. Es handelt sich hier um einen Feösen, der auf einer Felsnadel „balanciert“. Man fragt sich nur, wie lange noch.

Unser nächster Halt war am „Windows Section“. Von hier aus konnten wir einige Bögen besuchen und besichtigen. Zuerst stiegen  wir eine Anhöhe hinauf zu dem „North Window“ und zum South „Window“. Hier konnten wir dann sogar direkt durch die Bögen laufen. Hier lagen zwei Bögen direkt nebeneinander. Viele Fotos später gingen wir dann zum nächsten Bogen, dem „Turret Arch“ (Türmchen Bogen). Blickte man hier zurück auf die beiden Bögen von gerade, lagen diese Beiden direkt nebeneinander. Es sah aus, als wenn man durch eine riesige Brille blicken würde.

+ =

Den letzten Punkt erreichten wir nach einem kleinen Fußmarsch. Wir konnten hier zum „Double Arch“ marschieren, also zum Doppelbogen. Nomen est Omen, wie der Lateiner sagt. Der Double Arch besteht aus zwei Bögen die fast rechtwinklig zueinander stehen. Der Bogen war schon Filmkulisse, zum Beispiel bei „Indianer Jones und der letzte Kreuzzug“. Auch hier konnte man direkt bis unter die Bögen laufen.

Mit vielen Eindrücken machten wir uns dann wieder auf den Weg zum Bus, der auf dem nahe gelegenen Parkplatz schon auf uns wartete. Fazit: Der Arches National Park ist ein Besuch wert.

Gegen 17:00 Uhr kamen wir dann in Moab, unserer Übernachtungsstation, an. Lange hielten wir es aber im Hotel nicht aus, denn wir hatten einen Mordshunger. Wir begaben uns also auf die Suche nach einem Restaurant, das wir dann zusammen mit einigen Reisekollegen fanden. Bei „Eddie McStiff´s“ konnten wir wieder mal ein saftiges Steak essen. Am Morgen noch Großstadt, am Nachmittag Natur, am Abend eine beschauliche Kleinstadt. Was will man mehr.


Unser Hotel in Moab

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