9. Tag: Von Moab zum Bryce Canyon

  • Reise 2014 – Rocky Mountain High
  • Tagesetappe über 430 km
  • Bundesstaaten: Utah
  • Örtlichkeiten: Capitol Reef, Bryce Canyon

An diesem Morgen gab es eine Neuerung. Wir sind schon vor dem Frühstück abgefahren. Dies hatte einen ganz einfachen Grund. Es gab im Hotel kein Frühstück. Unsere Fahrt dauerte aber keine fünf Minuten und wir konnten in einem Diner, dem Pancake Haus (Haus in Deutsch!!), unser Frühstück einnehmen. Dies wiederum gehört zum Ramada Hotel Moab. Also alles gut.

Gut gestärkt ging das die heutige Fahrt zum Bryce Canyon los. Aber nur kurz. Denn auch an diesem Tag machten wir wieder an einem Supermarkt halt, um uns für die Mittagspause mit Lebensmittel einzudecken. Die ersten paar Meilen mußten wir wieder dann wieder die gleiche Strecke zurück fahren, vorbei am Arches National Park. Allerdings nicht für lange. Meile um Meile spulten wir am Morgen wieder herunter, vorbei an den unterschiedlichsten Felsformationen und Landschaftbilder. Gegen 10:30 Uhr machten wir die erste Pause. In Hanksville fuhen wir zu „Blondies´s Eatery and Gift“. Neben Kaffee, Kuchen und allerlei Mitbringsel gab es natürlich wieder Restrooms, die wieder hochfrequentiert wurden. Beim Betrachten der Auslagen am T-Shirt Stand viel mir sofort ein rosa T-Shirt auf. Rosa war ja auf der ganzen Tour „unsere“ Farbe. Der Aufdruck auf dem T-Shirt hat mir so gefallen, das ich den auch gleich fotografiert habe. Der Spruch darauf bedeutet ins Deutsche übersetzt: „Vegetarier ist ein alter Stammes Ausdruck für den Trottel, der nicht Jagen, Fischen oder Reiten kann“. Aber jeder soll nach seiner eigenen facon glücklich werden.

Schon bald nach unserer Weiterfahrt kamen wir zu unserem nächsten National Park, dem Capitol Reef National Park. Obwohl der Park bereits am 2. August 1937 zum National Monument ernannt wurde, als Nationalpark wurde er erst am 18. Dezember 1971 eingerichtet. Ein bestimmtes Gebiet am Fremont River erinnerten die Pioniere an ein Felsenriff, daher der Name Capitol Reef.  

Bevor wir unsere Mittagspause in Fruita machten, konnten wir an einer Stelle am Highway Halt machen, um an Felswänden entlang des Fremont River Felszeichnungen, Petroglyphen, besichtigen. Mittels Holzstege konnte man ziemlich nahe an die Felsen herantreten und die Felszeichnungen anschauen. Danach machten wir unsere Mittagspause im besagten Fruita. Die Stadt wurde 1880 von Mitgliedern der Mormonenkirche unter dem Namen Junction gegründet und wurde 1902 in das heutige Fruita umbenannt. Allerdings wurde der Ort im Jahre 1966 aufgegeben, nur die Obstplantagen, für die der Ort berühmt wurde, werden bis heute gepflegt. Der National Park Service kümmert sich hierbei um rund 2700 Obstbäume (Kirschen, Aprikosen, Pfirsische und Äpfel). Neben den Obstplantagen ist auch noch das alte Schulhaus erhalten, sowie ein Farmhaus.

Gegen 11:45 beendeten wir unsere Pause, die wir auf einem schönen Picknickplatz machten. Wir hatten an diesem Tag ja noch einiges vor uns. Weiter ging die Fahrt durch das Capitol Reef. Natürlich mußten wir wieder allerhand Täler durchfahren und Passstraßen erklimmen. Kurz vor der Stadt Torrey endete der Nationalpark und wir setzten unsere Fahrt auf der 12 nach Süden hin fort.

Unsere Route führte uns nun durch das Grand Staircase-Escalante National Monument. Es handelte sich hierbei um ein Naturschutzgebiet, das der damalige Präsident Bill Clinton im September 1996 ins Leben rief. Es liegt im Süden Utahs in einer der einsamsten Gegenden der USA. Grand Staircase bedeutet so viel wie große Treppe. Damit sind die Schichtstufen gemeint, die hier die Landschaft prägen. Auf halbem Wege durch das Monument kamen wir dann durch das Städtchen Escalante, das ja ein Teil des Namens des Parks ist. Escalante ist benannt nach dem spanischen Missionar Silvestre Vélez de Escalante, der als erster Europäer die Gegend erforschte.

Um 14:30 kamen wir dann an unserem Hotel „Ruby´s Inn“ vor den Toren des Bryce Canyons an. Wir fuhren aber recht zügig wieder weiter, zum Bryce Canyon. Benannt ist der Canyon nach Ebenezer Bryce, der sich hier um das Jahr 1875 niederließ. Im Jahre 1924 wurde der Park zum National Monument und dann 1928 zum Nationalpark. Nicht zuletzt um die farbigen Felspyramiden, die Hoodoos, zu schützen. Eigentlich ist der Bryce Canyon gar kein Canyon, denn dafür fehlt ihm ein entscheidendes Merkmal – die Gegenseite. Auch wurde der Canyon nicht durch einen Fluß, sondern durch Erosion gebildet. Der Bryce Canyon ist vielmehr die Abbruchkante des Paunsaugunt Plateaus. Halbkreisförmig, wie ein Amphit-Theater kann man sich den Bryce Canyon vorstellen. Der Canyon liegt auf einer Höhe von 2400 bis 2700m, und jährlich wird er von über einer Million Menschen besucht. Der erwähnte Ebenezer Bryce wurde von Mormonen hierher entsandt, um an der Erschließung mitzuwirken, er war Zimmermann. Für das Naturwunder hatte er aber nicht so viel übrig, beschrieb er doch die Gegend als „a hell of a place to lose a cow“, also eine „Hölle von einem Ort, um eine Kuh zu verlieren“.

Wir kamen also am Bryce Canyon wie geplant an. Unsere Station war der Sunset Point. Von hier aus hatte man einen schönen Blick in das Amphitheater. Hier war auch der Ausgangs- und Zielpunkt eines Rundweges durch die Schluchten des Bryce Canyons.

Es handelte sich um den Navajo Loop. Der Rundgang hatte eine Länge von rund 2,1 km. Die erste Hälfte des Weges führte steil bergab. Wir mussten viele Windungen gehen, um nach unten ins Tal zu kommen. Aber die Eindrücke waren überwältigend. Felsformationen in orange, gelb oder rot rings um uns herum. Bis wir unten ankamen, mussten wir 167 Höhenmeter absteigen. Unten ging es dann ein kurzes Stück relativ ebenerdig weiter. Aber wie es bei Bergen nun mal so ist, wer runter steigt, muss auch wieder nach oben steigen. Auch hier waren 167m Höhe zu überwinden. Zum Glück konnte man genügend Pausen einlagen, nach jeder Windung des Pfades änderte sich das Bild, das sich uns dar bot. Der eine oder andere Stopp war aber auch der Puste geschuldet, der einem hier auch mal ausgehen konnte.

Wieder oben angelangt genossen wir noch eine Zeitlang die schöne Aussicht, nicht aber die dunklen Wolken außer Acht lassend, die so langsam über uns hinwegzogen. Als alle wieder versammelt waren, viele von uns machten den Loop nicht mit, versammelten wir uns im Bus und fuhren ins Hotel. Unsere Koffer wurden uns während unseres Aufenthaltes am Canyon schon auf die Zimmer gebracht. Wie erwähnt, wohnten wir (wieder mal) in Ruby´s Inn.

Reuben C. „Ruby“ Syrett baute hier im Jahre 1916 eine Lodge und Hütten für die Besucher des Bryce Canyons, der Beginn des Tourismus hier in der Gegend. Mit dem Bekanntheitsgrad des Parks stiegen die Besucherzahlen und Ruby´s Inn wurde immer wichtiger als Ausgangspunkt für die Touristen. Noch heute ist Ruby´s Inn im Familienbesitz. Heute gibt es hier ein Hotel, eine Tankstelle und ein Supermarkt. Ach ja, natürlich auch ein Giftshop, in dem es alles zu kaufen gibt, was dar Tourist so braucht. Wir begaben uns pünktlich zum Restaurant, denn das Hotel war wie immer sehr gut besucht und wir wollten nicht lange in der Schlange stehen, um einen Platz zu bekommen.  Wir hatten uns wie immer für das Büfett entschieden, so das man mal nach Herzenslust herumprobieren konnte. Nach Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch gab es noch ein leckeres Softeis. Damit auch alles schön anschlägt, gingen wir nach einem kurzen Rundgang durch den Giftshop auf unser Zimmer. Wieder ein Tag voll schöner Eindrücke lag hinter uns.


Unser Hotel am Bryce Canyon

 

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