1998 – New York City

Im Oktober 1998 unternahm ich meine 2. Reise in die Vereinigten Staaten von Amerika. Diesmal jedoch keine Rundfahrt, sondern ich blieb eine knappe Woche in New York – der heimlichen Welthauptstadt. Dabei unternahm ich auch einen Tagesausflug zu den Niagara-Fällen.

Meine Anreise begann am 2.Oktober morgens um 9.40 Uhr, und zwar mit der ersten Etappe des Fluges von Frankfurt nach Zürich. Schon nach 35 Minuten Flugzeit landeten wir in auf dem Züricher Flughafen in Kloten. Zum einchecken in den Flieger nach New York mußte man leider durch fast den ganzen Terminal laufen. Angesichts der Tatsache, dass ein 8 Stunden-Flug ansteht, konnte man sich wenigstens noch die Beine vertreten. Vor dem Gang in das Flugzeug wurden nochmal das Handgepäck und der Reisepass kontrolliert, was zu einer Startverzögerung von fast einer Stunde führte. Nachdem auch noch Probleme mit den Landeklappen auftraten, konnten wir dann um 13.20 Uhr in Richtung New York starten. Folgende Städte wurden von uns überflogen : Zürich, Überlingen, Stuttgart, Heidelberg, Frankfurt (!!!!), Dortmund, Amsterdam, Glasgow, Newcastle, Südgrönland, Goosebay, Montreal. Zu Essen und zu trinken gab es unterwegs reichlich, leider aber auch reichlich Turbulenzen.

Nach der Landung und den üblichen Zollformalitäten wurde ich dann von der Reiseleiterin am Ausgang abgeholt. Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichten wir dann das Edison-Hotel in Manhattan, nahe dem Times-Square.

Am Abend machte ich dann einen ersten Rundgang, der mich über den Times-Square zur 5th Avenue führte. Dieser folgte ich dann Richtung Uptown zum Rockefeller-Center. Danach besuchte ich die benachbarte St.Patricks Cathedral. Zum Abendessen ging ich ins Hard-Rock-Cafe. Für heute war dann Schluß.

Am nächsten Tag machte ich eine halbtägige Stadtrundfahrt. Vom Hotel aus fuhren wir in Richtung Norden über den Columbus-Circle über die Central-Park West. Am Dakota Building an der 72th Street machten wir halt. Hier, am Eingang des Dakota-Building wurde 1980 der Ex-Beatle John Lennon ermordet. Nach diesem Stop setzten wir die Fahrt fort. Wir umrundeten den Central-Park im Uhrzeigersinn. Dabei streiften wir den nördlichen Stadtteil von New York – Die Bronx. Unseren nächsten Stop absolvierten wir am Trump-Tower an der 5th Avenue. Beeindruckend hier ist das Foyer, das ganz mit orangefarbenem Marmor ausgelegt ist. Hier befindet sich an der Rückseite sogar ein Wasserfall.

Gleich neben an befindet sich eines der bekanntesten Geschäfte auf der 5th Avenue. Es handelt sich hierbei um Tiffany´s – bekannt durch den Film Frühstück bei Tiffany.

Von hier aus ging die Fahrt schnurgerade in Richtung Downtown. Unterwegs verliesen wir dann den Bus, um die Stadtteile “Little Italy”, “Chinatown”, “TRIBECA” (Triangle Below Canalstreet – zu deutsch : Dreieck unterhalb der Canalstreet) und “SOHO” (South of Houstenstreet sprich : “hausten”). Hier sahen wir auch das sogenannte “Flatiron-Building” (Bügeleisengebäude), das seinem Namen von der dreieckigen Grundrissform hat.

Unser Bus hat uns dann unterwegs wieder aufgelesen und wir setzten die Fahrt nach Downtown fort. Wir besuchten hier “Seaport Village” und “Pier 17”. Vom Hinterausgang des Gebäudes hat man einen wunderbaren Blick auf die Brooklyn-Bridge.

Nach der Besichtigung von “Pier 17” machten wir eine Fahrt durch das alte Viertel von New York mit der Wallstreet und dem Battery-Park.

Die Rundfahrt endete am Nachmittag, ich wurde am Hafen abgesetzt, damit ich dann die nachmittägliche Hafenrundfahrt antreten konnte. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit. Die Schiffstour war ziemlich windig. Aber die Aussicht auf die Skyline von Manhattan war denoch beeindruckend. Wir befuhren den Hudson-River nach Süden und umrundeten sie Spitze von Manhattan. Das World-Trade-Center war während der ganzen Fahrt der größte Blickfang. Ebenso das Empire-State-Building und das, meines Erachtens schönste Gebäude, das Chrysler-Building. Bei der Fahrt unterquerten wir fast alle Brücken, die über den East-River führen. Auf der Hälfte der Wegstrecke, am UNO Gebäude, machten wir dann kehrt und fuhren zurück zu Südspitze. Als nächstes fuhren wir dann hinaus in Richtung Freiheitsstatue . Diese umrundeten wir mit sehr langsamer Fahrt, damit man alles von allen Seiten betrachten konnte. Als letztes konnten wir vom Schiff aus Ellis-Island besichtigen. Hier mußten viele Einwanderer auf ihre Einreisegenehmigung aushachen, bis diese an den eigentlichen Bestimmungsort weiterreisen konnten. Viele Amerikaner können heute noch die Spuren ihrer Vorfahren hier entdecken.

Am Abend besuchte ich die Broadwayshow “Smokey Joe´s Cafe´” . Es ist erstaunlich, was am Abend auf dem Broadway und dem umliegenden Theaterdistrict alles los ist. Tausende von Menschen sind hier unterwegs, um die einzelnen Shows zu besuchen. Wenn die Textzeile aus dem Lied von Frank Sinatra (…..The City that never sleeps…) auf die Stadt wirklich zutreffen soll, dann hier am Times-Square und dem umliegenden Theatredistrict. Nach der Show vertrat ich mir dann auf dem Rückweg ins Hotel noch etwas die Beine. Dann war Feierabend.

Der folgende Tag war ein “freier Tag”, man konnte auf eigene Faust losziehen. Davon machte ich natürlich reichlich Gebrauch. Nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich dann zu Fuß auf den Weg zur “Grand-Central-Station”, dem Hauptbahnhof von Manhattan. Die Wandelhalle mit der markanten Uhr über dem Fahrkartenschalter in der Mitte ist wirklich unübertrefflich. Die Decke bildet den Sternenhimmel mit den Tierkreiszeichen nach. Nach dieser Besichtigung machte ich mich auf zum “Chrysler Buliding”. Von hier aus ging ich dann über den UN-Way zur 1st. Avenue und zum Gebäude der Vereinten Nationen. Leider war an diesem Tag (Wochenende) absolut nichts los. Keine einzige Flagge oder Fahne war an den vielen Fahnenmasten gehisst. Einzig und allein die Straßenlaternen waren mit den Flaggen der UN-Mitglieder geschmückt. Von hier aus ging ich dann, nach einem kurzen Abstecher im Hotel, in nördlicher Richtung den Broadway entlang, über den Columbus-Circle zum Central Park. Hier besuchte ich “Strawberry Field”, eine Gedenkstätte an John Lennon, der genau gegenüber vor dem Eingang des Dakota ermordet wurde. Der Platz wurde von der Witwe Lennons, Yoko Ono, eingerichtet.

Der Central Park ist das Radler-, Jogger- und Inliner Mekka von New York. Nicht umsonst wird der Park als die grüne Lunge von New York bezeichnet. Die umliegenden Hochhäuser verleihen dem Park eine besondere Charakteristik. Es sieht aus, als wenn man sich im Gebirge in einem kleinen Tal befindet und zu allen Seiten erheben sich die Berge.

Mein nächster Programmpunkt auf meinem Rundgang lag am südlichen Zipfel von New York. Ich stieg in die U-Bahn und fuhr bis zur Endstation am World Trade Center. Es ist ungemein beeindruckend, wenn man zwischen den beiden Türmen steht und nach oben schaut. Im Foyer löste ich dann für 12$ das Ticket, um Nonstop mit dem Lift in den 107. Stock zu fahren. Die offene Aussichtsplattform befindet sich noch einen Stock höher, war aber heute -wie an den meisten Tagen- wegen schlechtem Wetter gesperrt. Eine Beschreibung des Ausblickes von hier oben abzugeben erspare ich mir. Es ist eigentlich mit Worten nicht zu beschreiben. Nur so viel; im ersten Moment kommt es einem gar nicht so hoch vor. Dies kommt daher, das alle umliegende Gebäude auch eine stattliche Höhe haben. Erst wenn man ganz an die Panoramafelder heran tritt und bis zum Grund nach unten schaut kann man einen Eindruck der Höhe erlangen. Von hier oben aus kann man ganz New York und weite Teile von New Jersey überblicken. Nach einem ausgiebigen Rundgang fuhr ich wieder nach unten.

Meine nächste Station war das ”World Financial Center”. Das ganze Gelände auf dem sich die Gebäude befinden, wurde aus dem Hudson River gewonnen, und zwar aus dem Bauschutt des Aushubes für das World Trade Center. Imponierend ist der große Wintergarten mit den Palmen un der Glaskuppel. Von hier aus ging ich dann zum Nabel der Finanzwelt – der Wallstreet mit der Börse. Vor der Börse war eine große Fete in Vorbereitung. Die Fa. Swisscom wurde an diesem Tag zum ersten mal an der New Yorker Börse gehandelt. Aus diesem Grunde konnte ich heute noch nicht den Börsenraum besichtigen. Deshalb später dazu mehr.

Mein Mittagessen nahm ich im vornehmsten McDonalds der Welt ein. Dieser befindet sich ganz in der Nähe der Wallstreet, am Broadway. Hier gibt es einen Türsteher und sogar einen Pianospieler. Was natürlich hier nicht fehlen darf sind die Aktienkurse, die an einem elektronischen Laufband abzulesen sind. Nach der Mittagspause machte ich mich dann zu Fuß in Richtung Norden auf. Unterwegs wurde ich auf einen riesen Menschenauflauf aufmerksam. Ich geriet mitten in den sogenannten Korean Day. An diesem Tag feierten alle Koreaner ein großes Fest. Das deutsche Gegenstück dazu ist unter dem Namen “Steuben Parade” bekannt. Etwas weiter nach osten ging gerade eine Parade vorüber – diese allerdings zur Feier des Polish Day (Polentag). Da ich mich gerade in der Nähe des “Madison Square Garden” befand besichtigte ich diese Arena auch gleich mit. Leider konnte man nur in das Foyer. Mit der Metro fuhr ich nun zum Empire State Building. Dieses wollte ich allerdings erst bei Dunkelheit besichtigen. Bis es soweit war, ging ich zu “ Macy´s” – nach eigenen Angaben das größte Kaufhaus der Welt.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhr ich dann in zwei Fahrstuhletappen auf die Besucherplattform des Empire State Building. Wie man sich bestimmt vorstellen kann war man hier oben nicht alleine. Allerdings war der Ausblick auf das erleuchtete New York einfach Klasse. Nachdem ich mich satt gesehen hatte fuhr ich wieder nach unten um für heute Feierabend zu machen. Am nächsten Tag stand der Besuch der Niagarafälle auf dem Programm und weil ich schon um 3.30 Uhr aufzustehen hatte ging ich früh zu Bett.

An einem normalen Tag würde ich bestimmt den Wecker aus dem Fenster werfen, wenn dieser so früh am Morgen klingelt. Aber an jenem Morgen stand ich keine Minute später schon unter der Dusche. Nach einigen Tagen Großstadt war heute Natur angesagt. Vom Busbahnhof fuhren wir dann mit einem Reisebus zum Flughafen nach Newark, um von dort mit einem Flugzeug der Continental nach Buffalo zu fliegen. Die Flugzeit betrug eine Stunde. Nach dem Auschecken machten wir dann im Flughafen erst mal Frühstück. Unser Reiseleiter war ein deutschstämmiger Pensionär, der sich nebenher die Pensionskasse mit diesen Touren aufbessert. Mit einem Minivan fuhren wir nun in Richtung der Doppelstadt Niagara Falls. Doppelstadt deswegen, weil die eine Hälfte in den USA und die andere Hälfte sich in Kanada befindet. Wir fuhren auch nach Kanada hinüber, da die Fälle von dieser Seite am besten zu sehen sind. Die Fälle sind, wie man sich denken kann sehr beeindruckend. Direkt an den Horseshoefalls machten wir Stop. Das Mitnehmen der Regenjacke trotz Sonnenscheins und fast 30 Grad machte sich hier bezahlt. Der Wind stand nämlich so ungünstig, das die Gischt der herabstürzenden Fluten über das ganze Besucherzentrum hinweg fegte. Besonders im Winter, wenn die feinen Wassertröpfchen an den Bäumen und Sträuchern gefrieren, muß dies ein schönes bizarres Bild ergeben.

Im Jahre 1848 wachten die Menschen am Morgen auf und vermissten das Rauschen der Wassermassen. Die Fälle waren wie abgedreht – kein Wasser war zu sehen. Aus Angst, der Weltuntergang stehe kurz bevor rannten viele Menschen in die Kirche. Doch was war wirklich geschehen? Der Niagarariver ist eine Verbindung zwischen dem Erie-See und dem Ontariosee. Da im Frühjahr die Schnee und Eisschmelze einsetzte, versperrten riesige Eisplatten am Ausgang des Erie See dessen Wasserabfluß. Dieses bis jetzt einmalige Schauspiel dauerte ganze 36 Stunden an.

In der heutigen Zeit wird der Niagarafluss zur Stromgewinnung durch Wasserkraft benutzt. Dafür wird oberhalb der Fälle das Wasser durch 2 Tunnel zu den Turbinen der Kraftwerke umgeleitet. Tagsüber fließt deshalb nur noch 60% des möglichen Wassers über die Fälle. Nachts verringert sich dies sogar nur auf 40% (keine Touristen). Am Abend werden dann die Fälle mit verschieden farbenen Scheinwerfern angestrahlt.

Weiter ging unser Besuch mit der Fahrt auf der “Maid of the Mist”dt. “Jungfrau des Nebels”. Zuerst erhielt jeder Fahrgast einen blauen Plastikregenmantel, der einem während der Fahrt nützliche Dienste erweist. Die Fahrt ging an den American Falls vorbei bis genau unterhalb von den Horseshoe-Falls. Der Lärm und die Gischt ist einfach beeindruckend. Man sollte wirklich bei einem Besuch nicht auf die Fahrt mit dem Schiff verzichten. Was man trotz Regenmantel nicht vermeiden kann sind nasse Schuhe, aber man sieht darüber hinweg.

Nach einem ausgiebigen Mittagsmahl fuhren wir dann wieder mit den Van weiter. Es ging den Fluß abwärts Richtung der Stadt Niagara-On-the-Lake. Unterwegs machten wir halt am sog. Wirlpool, einer Flußbiegung, an der das Wasser eine Schleife beschreibt und unter sich selbst hindurchfließt.

Nachmittags erreichten wir die Alte Hauptstadt Kanadas. Hier machten wir einen Stadtbummel, bis wir am späten Abend zurück nach Buffalo fuhren, um dann mit dem Flugzeug zurück nach New York zu fliegen.

Der nächste Tag war leider auch der Letzte. Da aber die Abfahrt zum Flughafen erst gegen 20 Uhr 30 erfolgte, stand mir dieser Tag noch voll zur Verfügung. Ich holte meine ausgefallene Besichtigung der New Yorker Börse an diesem Tage nach. Neben dem Börsengebäude kann man Eintrittskarten KOSTENLOS! erhalten. Auf diesen Karten ist dann vermerkt, mit welcher Gruppe man wann Eintritt erhält. Gemeinsam wird man dann zur Hintertür in die Broadstreet geführt. Hier ist auch der Wareneingang der Börse. Davor steht ein mobiler Röntgenwagen der alles – wirklich alles ( Pizza, Klopierpapier, Menüteller vom Partyservice, Sekt und Wasserkästen, Eiskübel ……….), durchleuchtet. Natürlich auch jede Person, die das Gebäude betreten will. Nicht Auszudenken, wenn hier durch einen Terroranschlag die Börse für längere Zeit außer Betrieb gesetzt würde. Der eigentliche Börsenraum, wie man diesen aus dem Fernsehen kennt, war dann hinter einer Panzerglasscheibe zu besichtigen. Über mehrsprachige Telefonvorträge erlangte man noch wissenswertes über die New Yorker Börse „NYSE“. (New York Stock Exchange). Den Nachmittag verbrachte ich im Centralpark – schließlich war ich ja im Urlaub.

Um 20 Uhr 30 wurden wir dann am Hotel abgeholt und zum Flughafen Newark gebracht. Der Rückflug nach Hause ging wieder über Zürich nach Frankfurt.

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