17. Tag: San Francisco

  • Reise 2014 – Rocky Mountain High
  • Tagesetappe über 30 km
  • Bundesstaaten:  Kalifornien
  • Örtlichkeiten: Stadtrundfahrt, Twin Peaks, Golden Gate Park, Golden Gate Brücke, Sausalito, Lombard Street

Einmal musste er ja kommen, der letzte Tag. Nun war er also da. Gestern Nachmittag bereits mussten wir uns von unserer Reiseleiterin Maria verabschieden, sie hatte eine Terminüberschneidung mit einer anderen Tour und musste einen Tag vorher als üblich abreisen. Für diesen Tag hatten wir eine neue Reiseleiterin. Bereits um 8 Uhr machten wir uns auf, zur Stadtrundfahrt durch San Francisco.

  • Ferry Building / Farmers Market

Unsere erste Station war das Pier 1 am Hafen von San Francisco, ganz in der Nähe der Oakland-Bridge. Hier besuchten wir das Ferry Building. Das Terminal für Fähren durch die Bucht von San Francisco enthält auch ein Einkaufszentrum. Am Morgen waren natürlich die Coffee Shops sehr stark besucht. Der Turm mit der großen Uhr ist ein sehr bekanntes Motiv der Skyline von San Francisco. Das 1898 eröffnete Gebäude überstand die beiden großen Erdbeben von 1906 und 1989. Im Jahre 2004 wurde die Halle nach einer Renovierung wieder eröffnet, und zwar mit Feinkostläden und Büros. Im Außenbereich findet hier ein großer Bauernmarkt statt. Eben über diesen Bauermarkt spazierten wir an diesem Morgen. Die umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe und Landwirt haben hier alles ausgestellt, was der Hof hergibt. Egal ob Käse, Gemüse, Früchte, Honig, Fisch oder Fleisch. Natürlich konnte man vor dem Kauf etwas probieren. Wir waren aber vom Frühstück noch reichlich gesättigt.

  • City Hall / Rathaus

Unsere nächste Station war das Rathaus von San Francisco. Und? Wieder ein Regierungsgebäude mit einer Kuppel, lange ja keine mehr gesehen. Das Gebäude wurde im Jahre 1915 eröffnet. Es ist ein Wiederaufbau des beim Erdbeben von 1906 zerstörten alten Rathauses. Die City Hall bedeckt eine Grundfläche von 119m auf 83m. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 20m und ragt hinauf auf einen Höhe von 94m (höher als die Kuppel in Washington; um 35cm). Damit ist dies die fünftgrößte Kuppel der Welt. Wir besichtigten die City Hall von der Civic Plaza aus, dem großen freien Platz östlich des Rathauses.

  • Alamo Square / Painted Ladies

Normalerweise sind ja amerikanische Großstädte für ihre Wolkenkratzer und andere moderne Gebäude bekannt. In San Francisco ist es nicht viel anders, man denke dabei nur an die „Transamerica Pyramid“, dem 260m hohen Gebäude, das wie bei Pyramiden üblich, nach oben hin spitz zuläuft. Die flügelartigen Anbauten sind aus statischen Gründen angebracht und beinhalten im Westflügel ein Treppenhaus und im Ostflügel einen Aufzugsschacht.

Wir fuhren allerdings zum weiter südöstlich gelegenen Alamo Square. Den Bus mußten wir aber etwas abseits parken, rund um den Platz und in den Straßen ist der Busverkehr verboten. Auf dem Alama Square sahen wir dann die bekannten viktorianischen Häuser, die man hier „The Painted Ladies“, also die „angemalten Damen“ nennt. Die Häuser wurden im 19. Jahrhundert im viktorianischen Stil erbaut. Der Ausdruck „The Painted Ladies“ stammt aber erst aus dem Jahre 1978. Beim großen Erdbeben von 1906 und den damit einsetzenden Großbränden wurden viele der Häuser zerstört. Die vielen erhaltenen Häuser wurden liebevoll restauriert und sind ein Markenzeichen von San Francisco. Der Name „The Painted Ladies“ ist ein Slang Begriff und wurde für die Damen des flachen Gewerbes benutzt, da sich die Damen der damaligen feinen Gesellschaft kaum schminkten.

  • Twin Peaks 

Die „Zwillingsgipfel“ sind zwei Hügel in San Francisco. Sie sind mit 277m und 276m nahezu gleich hoch. Auf den Gipfel führt der Twin Peaks Boulevard, den wir auch befuhren. Von hier oben hatten wir dann einen sehr schönen Überblick über San Francisco. Das Wetter war zwar sehr gut, aber über der Stadt lag der bekannte Dunst. Allerdings war es nicht so schlimm wie bei vergangenen Besuchen. Man konnte von der Golden Gate Brücke (westlich) bis zur Bay Bridge (östlich) sehen.

  • Golden Gate Park

Der fünf Kilometer lange und 800m breite Stadtpark ist der größte innerstädtische Park der Welt und übertrifft von der Größe noch den Central Park in New York. Wir machten einen Halt beim M.H. de Young Memorial Museum. Dies ist ein Kunstmuseum. Allerdings waren von uns mehr die Restrooms von Interesse als irgendwelche Kunstobjekte. Nach dem erledigen der dringendsten Geschäfte spazierten wir zum nahe gelegenen „Spreckels Temple of Music“. Unter der großen Konzertmuschel gab eine Girls Band – „Zepparella“ – ein kostenloses Konzert. Die Damen legten sich ganz schön ins Zeug, allerdings gefiel diese Art von Musik, Hard Rock, (natürlich) nicht jedem in unserer Gruppe.  Wir konnten gute drei Lieder der Mädels anhören, bevor wir uns dann wieder am Bus einfinden mussten. Es hat aber auch gereicht ……….

  • Golden Gate Bridge

Die Golden Gate Bridge mal wieder ohne Nebel bestaunen. Unser Wunsch wurde war. Auf der San Francisco Seite, in der Nähe der Maut Station konnten wir den Bus verlassen. Wir hatten nun genügend Zeit, um uns die Brücke in aller Ruhe anzusehen. Ebenso war es diesmal wieder möglich, zu Fuß über die Brücke zur anderen Seite der Bucht zu gehen. Beim letzten Besuch war der Fußweg wegen zu starken Winden gesperrt.

Die Golden Gate Brücke ist eine Hängebrücke. Sie überspannt die Einfahrt in die Bucht von San Francisco, dem Golden Gate. Sie ist das Markenzeichen der Stadt und der ganzen Bay Area. Sie wurde im Jahre 1937 eröffnet. Bis ins Jahr 1964 war sie die längste Hängebrücke der Welt. Sie wurde von der Verrazano-Narrows Bridge in New York abgelöst.

  • Gesamtlänge: 2737m
  • Breite: 27m
  • Längste Stützweite: 1280m
  • Höhe: 227m
  • Durchfahrtshöhe: 67m bei Hochwasser
  • Durchsatz: 120000 Fahrzeuge pro Tag
  • Baubeginn: 5. Januar 1933
  • Fertigstellung: 19. April 1937
  • Maut: 5/6 USD für die Fahrt nach San Francisco

Wir Fußgänger mussten natürlich keine Maut verrichten. Geradezu eine Lawine von Menschen spazierten über die Brücke. Dieses Bauwerk mal im Detail zu sehen war schon sehr spannend. An diesem Tag waren in jede Fahrtrichtung 3 Fahrspuren zur Verfügung gestellt worden. Wenn Rushhour ist, morgens und abends, werden die Fahrspuren anders aufgeteilt. Dann Fährt ein Servicewagen, mit zwei Arbeitern, über die Brücke. Dabei werden die gelben Leitpfosten, die die Fahrtrichtungsgrenze anzeigen, um eine Fahrspur versetzt. Der eine Arbeiter zieht die Pfosten auf seiner Spur heraus, der andere Arbeiter setzt die dann wieder an seiner, der anderen Seite, wieder ein. Einfach und doch genial. Das nachfolgende Video zeigt, wie dies gemacht wird.

Mal von der Höhe abgesehen, waren für mich die Tragseile mit am imposantesten. Wenn man bedenkt, das hier Arbeiter mit Farbeimer und Pinsel ausgerüstet hinaufsteigen, verschlägt es einem die Sprache. Der weltbekannte Farbton der Brücke heißt International Orange. Allerdings rührte der Farbton zuerst von dem Rostschutzmittel her. Da aber die Farbe den Leuten gefiel und sich diese auch in die Landschaft einpasste, wurde es bei Orange belassen.

In der Mitte der Brücke sind die Halteseile quasi auf Augenhöhe, und die senkrechten Halteseile sind hier sehr kurz. Der Fußweg geht auf einer Art Balkon um die Pfeiler herum, so das man auch seitlich einen Blick auf die Konstruktion werfen konnte.

Am nördlichen Ende angelangt, konnten wir einen schönen Blick auf die längs entlang über Fahrspuren werfen. Hier befand sich auch ein großer Parkplatz  mit Aussichtspunkten. Hier trafen wir dann wieder unseren Bus.

Auf zur letzten Bus Etappe der Rundreise. 

  • Sausalito

Die Stadt Sausalito liegt vor den Toren von San Francisco am nördlichen Teil des Golden Gate. Der Name, der anfänglich noch „Saucelito“ geschrieben wurde, ist spanischer Herkunft und bedeutet „kleine Weide“. Sausalito hat ca. 7400 Einwohner. Nach unserer Ankunft hieß es nun Abschied nehmen, und zwar von unserem Fahrer Paul und unserem „Pink Bus“.

Wir spazierten die Promenade auf und ab. Da es Wochenende war, waren auch viele andere Touristen hier. Nicht zuletzt die Nähe zur Golden Gate Brücke beschert der Stadt viele Besucher.

In einem Café waren wir dann zum Eis essen eingekehrt, bevor wir uns am Pier zum Einschiffen wieder alle trafen. Wir fuhren nämlich mit der Fähre zurück nach San Francisco. Diesen Plan hatten aber auch noch viele andere. Unmengen von Leuten warteten hier – hunderte davon (nicht übertrieben) mit Fahrrädern. Dem entsprechend dauerte es auch etwas, bis die Fähre dann auch beladen und bereit war, abzulegen.

Unsere Route führte uns südlich an der berühmten Gefängnisinsel Alcatraz vorbei, die bis 1963 ein Hochsicherheitsgefängnis beherbergte. Hier saßen die Größen der amerikanischen Unterwelt ein. Die bekanntesten waren wohl Al Capone, Machine Gun Kelly und Robert Strout.

Da wir auf dem Oberdeck Platz genommen hatten, konnten wir rund herum noch mal die Sehenswürdigkeiten der Bucht von San Francisco bewundern. Die Golden Gate Bridge, die Oakland Bay Bridge, die Skyline von San Francisco und vieles mehr.

Nach unserer Ankunft am Pier 39 haben wir uns erst mal von vielen Mitreisenden verabschiedet, das sich jetzt die Wege der meisten von trennten. danach machten wir uns zu Fuß auf zu der wohl bekanntesten Straße von San Francisco – der Lombard Street.

  • Lombard Street

Wir marschierten also vom  Pier 39 die Jefferson Street entlang, um dann in die Leavenworth Street abzubiegen. In einem kleinen Supermarkt beschafften wir uns noch was zu trinken, bevor wir mit dem Aufstieg begannen. Aufstieg? Ja, ein anderer Begriff fällt mir dazu nicht ein. Denn die Straßen sind hier sehr steil. Es ist zwar aus dem Fernsehen bekannt, aber wenn man mal selber hier spazieren geht merkt man erst, was es heißt, hier zu laufen. Teilweise sind die Gehwege mit Querrillen im Beton versehen, damit der Fußgänger bei Nässe nicht ausrutscht. PKW dürfen hier nur mit eingeschlagenem Lenkrad geparkt werden, in dem Fall, das ein Auto sich selbstständig macht.

Wir betrachteten die Kurven an der Ecke Lombard-Leavenworth Street zusammen mit gut 100 anderen Touristen aus der ganzen Welt. Zwei Stadtpolizisten sorgten mit viel Spaß und guter Laune für den reibungsfreien Ablauf an der Einmündung der Lombard zur Leavenworth Street.Der gewundene, weltbekannte Teil der Lombard Street liegt auf dem Russian Hill und erstreckt sich über „nur“ einen einzigen Block. Bevor man die Windungen anlegte, hatte die Straße ein Gefälle von 27 Prozent. Der Bau der Serpentinen erfolgte im Jahre 1923 als Einbahnstraße „von oben nach unten“. Die Serpentinen sind gepflastert und bei einer Länge von 145m gibt es acht Kurven. Wenn man die Ein-und Ausfahrt mitzählt, sind es sogar zehn Kurven. Die Flächen in den Kurven sind sehr schön angelegt. Die in der Nähe liegende Filbert Street hat sogar 31,5 Prozent Gefälle und ist nicht umgebaut. Sie dient bei mancher Autoverfolgungsjagt in Filmen als „Sprungschanze“. 

Dann ging es wieder bergab. Wir liefen dann den ganzen Weg wieder zurück zum Pier 39. Dort gingen wir dann gemütlich zu Abend Essen. 

  • Cable Car

Nach dem Abendessen bestiegen wir wieder die F-Linie um zu unserem Hotel zurück zu fahren. Plötzlich fiel uns ein, das wir ja noch gar nix von den Cable cars gesehen haben. Also stiegen wir einige Straßen  früher aus als geplant und wir begaben zur nächsten Cable Car Endhaltestelle. Mitfahren wollten wir allerdings nicht. Der öffentliche Betrieb der Cable Car startete am 1. September 1873. Seit 1964 sind noch drei Linien in Betrieb. Es handelt sich hier um eine Kabelbahn. Das Zugseil befindet sich in der Mitte der Gleise und läuft ständig. Der Fahrer bedient das Cable Car mit zwei Hebeln; einer Bremse und einer Antriebsklaue. Schließt der Fahrer die Klaue, greift diese das Seil und die fahrt beginnt. Bei Kreuzungen löst der Fahrer die Klaue vor dem Querseil um dann danach die Klaue wieder um das Seil zu schließen. Da wir an einem Wendepunkt der Linie waren, konnten wir zusehen, wie die Männer den leeren, ausgeklinkten Wagen auf eine Drehscheibe schoben und diese per Muskelkraft um 180° drehten. Bauart bedingt kann der Wagen nämlich nicht in beide Richtungen fahren.

Besetzt ist ein Wagen mit zwei Personen, dem „Gripman“ an der Klaue und dem „Bremser“. Sie verständigen sich untereinander mit Klingelzeichen zweier Glocken.

Glockenzeichen vom Bremser zum Gripman

Wagen fährt Einmal läutenAn der nächsten Haltestelle anhalten, Passagiere möchten aussteigen
Wagen fährt an Einmal läuten Wieder anhalten
Wagen steht Zweimal läuten Fahrbereit, keine Fahrgastbewegungen mehr
Wagen fährt Dreimal läuten Sofort anhalten
Wagen fährt rückwärts Viermal läuten Langsam rückwärts fallen lassen, Straße ist frei. Das Signal wird solange wiederholt, wie die Straße frei ist oder der Gripman durch seine Glocke bekannt gibt, dass keine weitere Rückwärtsfahrt erforderlich ist.

Glockenzeichen vom Gripman zum Bremser

Einmal läuten Hintere Bremse betätigen
Zweimal läuten Bremse lösen
Dreimal läuten Nothalt. Maximale Bremsleistung auf der hinteren Bremse, beim California-Street-Car: Einsetzen der hinteren Slot-Bremse.
Viermal läuten Ich möchte rückwärts fahren (rückwärts hinunterrollen, etwa wenn mitten in der Steigung festgestellt wurde, dass das Seil nicht richtig festsitzt)

Die unterschiedlichen Klangbilder der beiden Glocken lassen es zu, das einfache Melodien dabei gespielt werden können. Es gibt sogar Meisterschaften, welches Team die schönere Melodie umsetzen kann.

Den Rest des Weges zum Hotel gingen wir dann zu Fuß.


Tja, nun war unsere Rundreise zu Ende. Wir haben vieles gesehen, vieles erlebt. Kurzum; es war wieder sehr schön.


 

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