4. Tag: Von Deadwood nach Cody

  • Reise 2005 – Land der Abenteurer
  • Tagesetappe über 576 km
  • Bundesstaaten: South Dakota, Wyoming
  • Örtlichkeiten: Deadwood, Big Horn Mountains, Buffalo Bill Historical Center, Cody

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Da das Frühstück heute im Hotel inklusive war mussten wir uns wenigstens kein Restaurant suchen. Allerdings gab es keine Rühreier mit Speck oder Bratkartoffel. Es gab Muffins, Pfannkuchen und Toast. War aber kein Problem, denn die Eier hängen einem ja auch irgendwann mal aus den Ohren heraus. Nach der Abfahrt machten wir nochmals eine Besichtigung von Deadwood, mittlerweile ein fast menschenleeres Städtchen. Kein Vergleich zum Vorabend.

Nach dem Besuch in Deadwood ging es jetzt so richtig auf große Fahrt, heute stand die nach Kilometern gemessene längste Etappe auf dem Programm. Wir fuhren nun die westlichen Ausläufer der Black Hills hinab, um schon bald wieder den Bundesstaat zu wechseln. Wir kamen nach dem Abstecher in South Dakota wieder nach Wyoming. An unserer Route lag die Stadt Sundance. Sundance ? Jeder Westernfan sollte den Namen eigentlich kennen. Oder sind die beiden Banditen „Butch Cassisy und Sundance Kit“ kein Begriff?. Nun ja, wir fuhren aber auf dem Highway an der Stadt vorbei. Unterwegs hatten wir die Hoffnung, etwas von dem sog. „Devil´s Tower“ zu sehen. Und tatsächlich wusste unsere Fahrerin Janet eine Stellte, von wo aus man den Berg, den war der Devil´s Tower, zu sehen. Zwar von weitem nur, aber immerhin.

Der „Devils Tower“ liegt am Rande der Black Hills im Osten Wyomings. Er hat eine Höhe von ca. 290 Meter und einen Durchmesser von fast 300 Meter. Das Gebiet steht seit 1906 als „Devils-Tower-National-Monument“ unter Schutz eines Nationalmonuments. Die Kiowa-Indianer, die in dieser Gegend lebten, nannten den Devils Tower „Mateo Tepee“ (dt. „Heim des Grizzly-Bären“). Für verschiedene Indianerstämme ist der Devils Tower heilig. Deswegen kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Bergsteigern, die nach Ansicht der Indianer den Berg entweihen, indem sie ihn besteigen.

Hollywood verewigte den Felsen im Science-Fiction Welterfolg von Steven Spielberg „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“. Hier eine Szenenbild mit dem Hauptdarsteller Richard Dreyfuss mit der Silhouette des Devils Tower im Hintergrund.

Nach weiteren Meilen auf dem Highway machten wir Pause in Gillette. Allerdings nicht wie sonst, um uns die Beine zu vertreten, sondern der Bus verlangte sein Recht – Diesel. Zum ersten Male seit Denver hatte unsere Janet zu tanken. Immerhin fasst der Tank des Bus ca. 1000 Liter.

Wir fuhren deshalb den Truckstop „Flying J“ an. Natürlich wurden wieder einige kleine Einkäufe getätigt. Immer wieder wurden mittels Lautsprecher Nummern im Restaurant und im Verkaufsladen ausgerufen. Der Grund hierfür ist schnell erklärt. Die Trucker können sich hier Wertmarken für Duschen kaufen und sobald eine Kabine frei ist, wird der entsprechende Trucker per Nummer aufgerufen. Für uns war natürlich der Parkplatz viel interessanter. Hier standen sie herum, die Ungetüme der Highways. Ungefähr 60 Trucks standen hier in Reih und Glied. Hier herrschte ein Lärm als ob man in Deutschland mitten auf der Autobahn steht. Es liefen nämlich fast ausnahmslos alle Motoren der Trucks. Allerdings „nur“ um die Klimaanlage in den Wohnkabinen zu betreiben. Was man bei über 30 Grad Celsius sicher nachvollziehen kann.

Einige Zeit nach der Weiterfahrt sahen wir dann die „Bighorn Montains“ vor uns liegen, die es am heutigen Tag zu überqueren galt. An einem geeigneten Ort machten wir einen Fotostopp. Vor uns lag der schier endlose Highway und im Hintergrund die Höhen der Bighorns.

Nun folgte eine Frage aus den Reihen der Fahrgäste, die nicht nur bei mir sondern auch bei unserer Reiseleiterin zu denken gab. Es wollten doch tatsächlich einige Leute wissen, ob wir heute durch diese Berge fahren. Jutta fiel hierzu die richtige Antwort ein: „Sie wissen doch, welche Reise sie gebucht haben“. Ich konnte ihr nur Recht geben. Sowohl im Reisekatalog als auch in den Tourenbeschreibungen die uns vor Reiseantritt ausgehändigt wurden konnte man nachlesen wohin man jeden Tag fährt.

Später am Tag ging es dann bergan in die „Bighorn Mountains“. Den Namen verdanken die Berge den Bighorn-Schafen. Die Fahrt durch die Berge war sehr schön und natürlich auch mit Fotostopps versehen. Den ersten hatten wir nach dem Anstieg der Ostflanke der Berge.

Unsere Route nannte sich „Bighorn Scenic Byway“ auf dem Highway 14. Eine sehr schöne Tour, die sich gelohnt hat zu fahren.

Inspiriert von der Landschaft wurde die Schriftstellerin Laura Ingalls Wilder, die die Romanvorlage für die Fernsehserie „Unsere kleine Farm“ geschrieben hat.

Laura Elizabeth Ingalls Wilder (* 7. Februar 1867 in Pepin, Wisconsin;  10. Februar 1957 in Mansfield, Missouri war Schriftstellerin. Sie war das zweite von fünf Kindern von Charles und Caroline Ingalls. Am 25. August 1885 heiratete sie Almanzo James Wilder. Ihre Tochter Rose Wilder Lane kam am 5. Dezember 1886 zur Welt. Ihre Bücher waren ein großer Erfolg, und sie waren die Inspiration für die Fernseh-Serie „Unsere kleine Farm“ (1974-1983).

Nach der Überquerung der Berge kamen wir bei dem Städtchen Shell an die Schlucht von „Shell Falls Interpretive Site“. Hier konnten wir von verschiedenen Punkten aus auf einem Rundweg die Schlucht und den dazugehörenden Wasserfall besichtigen.

Nach dem Rundgang konnten wir uns bei den Park-Rangern mit einem Becher Kaffee stärken, um die letzte Etappe nach Cody in Angriff zu nehmen. Gegen Abend erreichten wir dann unser heutiges Ziel. Die Stadt, die den Namen des großen Büffeljägers trägt, Cody.

Ich glaube, es gibt nur wenige Menschen, die von Buffalo Bill noch nichts gehört haben. Hier eine kurze Biographie.

Der Name Buffalo Bill ist wohl einer der bekanntesten aus der Zeit des Wilden Westen. Der Mann, der diesen Namen trug hieß in Wirklichkeit William Frederick Cody. William F. Cody, wurde am 26. Februar 1846 im Scott County in Iowa geboren. Schon mit 14 Jahren hatte er als Goldgräber, Viehtreiber und Fallensteller gearbeitet. Außerdem war er 1860 als Reiter beim berühmten Pony Express tätig. Nach dem Ende des Bürgerkrieges im Jahre 1865, in dem Cody als Soldat diente, heiratete er am 6. März 1866 in St. Louis seine Verlobte Louisa Frederici. Am 6. Dezember des selben Jahres wurde er Vater seiner ersten Tochter, die er Arta nannte. Dann kämpfte er für die US-Regierung u. a. bei der 5. Kavallerie gegen die Prärie-Indianer. So kam es beispielsweise im Jahre 1869 bei Summit Springs in Kansas zu einer Auseinandersetzung mit den Cheyenne-Indianern, die für die Rothäute mit einer Niederlage endete. Cody verlor bei diesem Gefecht allerdings neben seinem Hut auch einen Teil seines Skalps. Insgesamt zehn Jahre lang gastierte Buffalo Bill mit seiner Western Show in Europa. 1887 war er z. B. die Hauptattraktion beim goldenen Jubiläum von Königin Victoria. 1889 gastierte er mit seiner Show auch in der Karlsruher Südstadt, woraufhin, zuerst abwertend, die Einwohner dieses Stadtteils den Spitznamen „Südstadtindianer“ erhielten, den sie heute noch tragen. Am 10. Januar 1917 starb William Frederick Cody als ruinierter Mann in Denver, Colorado.

Gegen 17 Uhr 10 erreichten wir unser Ziel Cody. Lange Zeit zum Ausruhen hatten wir allerdings nicht, denn schon bald fuhren wir zum „Buffalo Bill Museum“ um dieses zu besuchen. Hier aber erst einige Infos zu dem kleinen Städtchen. Cody, im äußersten Nordwesten von Wyoming gelegen, ist ein Westernstädtchen, wie es im Buche steht. Gegründet und benannt wurde es 1885 von und nach einer der schillerndsten Figuren des Wilden Westens, dem legendären Buffalo Bill Cody. Cody bildet das östliche Tor zum Yellowstone Nationalpark. Spätestens sechs Meilen westlich der Stadt beginnt nach dem Buffalo Bill Dam und dem daran anschließenden Buffalo Bill State Park die Wildnis dieses Naturreservats. Fortan weisen Schilder mit der Aufschrift „Now entering Bear Area“ (dt.“Sie betreten jetzt das Bärengebiet“) Besucher auf die pelzigen Bewohner in Codys unmittelbarer Nachbarschaft hin.

Doch nun zurück zum Museum. Das Buffalo Bill Historical Center wird als Amerikas feinstes westliches Museum angesehen.

Das Buffalo Bill Historical Center beherbergt 4 international mit Beifall begrüßte Museen unter einem Dach. Die Besucher können mindestens einen vollen Tag in diesem ausgezeichneten Museum verbringen. Das Buffalo Bill Museum überprüft die persönlichen sowie allgemeinen Angaben von W.F. „Buffalo Bill“ Cody. Es werden Suchvorgänge und Analysen seiner Geschichte im Zusammenhang mit der Geschichte und des Mythos des amerikanischen Westens vorgenommen. Das Museum wird im hohen Grad als ein Forschungszentrum angesehen, welches sich auf die Lebensdauer und die Zeiten des „Buffalo Bill“ konzentriert.

Nach dem die Besuchszeiten im Museum beendet waren gingen wir, ganz unauffällig vom Museumspersonal begleitet hinaus. Da der Weg zum Hotel nicht sehr weit war, gingen wir zu Fuß. So konnten wir dann noch die Geschäfte und Läden anschauen und nicht zu letzt noch, als Abschluss des heutigen Tages in einem Familienrestaurant zu Abend Essen.


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