6. Tag: Vom Yellowstone Park nach Jackson Hole

  • Reise 2005 – Land der Abenteurer
  • Tagesetappe über 220 km
  • Bundesstaaten: Montana, Wyoming
  • Örtlichkeiten: Old Faithfull, Grand Teton, Jackson Hole
  • Reiseroute auf Google Maps

 
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Wenn wir uns auch nur für kurze Zeit in Montana aufhielten, hier kommen trotzdem einige Informationen über den Bundesstaat.

Montana befindet sich im Nordwesten der USA. Der Name „Montana“ leitet sich wahrscheinlich von dem spanischen Wort „montaña“, vielleicht aber auch aus dem lateinischen „montanus“ (beides zu deutsch: „Berg-“, „bergig“, „gebirgig“) her. Mit 380.700 km² ist Montana der viertgrößte Bundesstaat der USA und geringfügig größer als Deutschland, aber mit rund 909.453 Einwohnern (2002) viel dünner besiedelt. Montana zählt zu den so genannten „Mountain States“, die von den Rocky Mountains durchzogen werden. Die Hauptstadt von Montana ist Helena. Sein Spitzname „Treasure State“ (dt. „Staat der Schätze“) begründet sich durch die Vielzahl an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen (Erdöl, Kohle, Kupfer, Silber und Gold).

Montana ist ein Bundesstaat reich an Bodenschätzen und anderen natürliche Ressourcen. Zu den wichtigsten Vorkommen an Rohstoffen zählen Kupfer, Gold, Silber, Edelsteine, Vermiculit, Talkum, Tonerde, Antimon, Kalkstein, Phosphat, Gips, Steine, Sand und Kies. Von ebenso großer Bedeutsamkeit sind die großen Vorkommen an Erdöl, Erdgas und Kohle. So basiert der Großteil der Industrieproduktion auf der Verarbeitung der geförderten Rohstoffe (Erdöl- und Kohleprodukte, Erzverhüttung, chemische Erzeugnisse, Metallprodukte). Die Landwirtschaft ist jedoch der wichtigste Erwerbszweig. Im Nordosten und im Zentrum von Montana wird Weizen, Mais und Gerste angebaut während im Süden die Rinder- und Viehzucht betrieben wird. Die Forstwirtschaft floriert vor allem im Nordwesten des Landes, wenn sich auch große Teile der Nutzwälder in staatlicher Hand befinden.

Montana ist wie oben erwähnt mit 909.453 (2002) Einwohnern einer der bevölkerungsärmsten und dünnst besiedelten Bundesstaaten der USA. Die bedeutendsten Indianerstämme sind die Assiniboine, Blackfoot, Cheyenne, Absarokee, Flathead und Anishinabe.

Es gibt sechs verschiedene Indianerreservate in Montana:

  • Fort-Peck-Reservation
  • Northern-Cheyenne-Reservation
  • Crow-Reservation
  • Rocky-Boys-Reservation
  • Blackfeet-Reservation
  • Flathead-Reservation

Herausragende Sehenswürdigkeiten sind vor allem die beiden Nationalparks, der Glacier National Park im Norden und der Yellowstone National Park im Süden.

Nun zurück zu unserer Tour. Nach dem Frühstück verließen wir den Bundesstaat Montana und betraten wieder den Yellowstone Park. Was uns eigentlich gestern schon aufgefallen war, waren die massiven Abfalltonnen, die hier im Park aufgestellt sind. Diese sind bärensicher konstruiert. Aus dem Material eines solchen Behälters würde man bei uns drei Stück bauen. Für die Camper werden auch bärensichere Lebensmitteldepots angeboten, die man auch in eigenem Interesse nutzen sollte.

Als erstes besuchten wir den „Fountain Paint Pott“ im Park, bei dem wir eine dreiviertel Stunde blieben. Auf hölzernen Stegen konnte man hier die unterschiedlichsten Geysire und Schlammlöcher sehen. Hier hatten wir ausgiebig Zeit, so dass wir den Rundweg zwei Mal laufen konnten. Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn es rings um einen herum dampft und brodelt.

Voller Vorfreude fuhren wir dann zum Höhepunkt des Tages. Auf dem Programm stand nun der wohl bekannteste Geysir nicht nur des Yellowstone Parks sondern der ganzen Welt. Der Old Faithful. Einige Mitreisende fragten besorgt bei unserer Reiseleiterin nach, ob wir auch auf den nächsten Ausbruch warten würden. Aus Spaß sagte sie dann, das wir eben Pech hätten, wenn der letzt Ausbruch gerade vor unserer Ankunft passiert wäre. Da aber leider einige unserer Truppe keinen Spaß verstanden und diese auch jetzt noch nicht wussten, welche Reise sie gebucht hatten, erklärte uns Jutta, das wir natürlich so lange hier bleiben würden, bis jeder einen vollen Ausbruch miterlebt hatte.

Tatsächlich war es dann auch so, das gerade bei unserer Ankunft am Besucherzentrum ein Ausbruch in den letzten Zügen war. Jutta ging dann zu der Rangerstation, bei der man den momentanen Ausbruchszyklus in Erfahrung bringen konnte. Es stellte sich heraus, das wir nun fast 90 Minuten Zeit hatten. Wir nutzen die Zeit, um den nahe gelegenen Geyir „Castle Geyser“ zu besuchen, den man schon vom Old Faithful aus sehr gut sehen konnte. Auf dem ca. 10 minütigen Fußmarsch durchquerten wir auch hier eine Herde Büffel, die bis fast zum Hoteleingang ihrer Haupttätigkeit, dem Fressen, nachgingen.

Der „Castle Geysir“ besitzt einen der größten Kegel und gehört zu den ältesten Geysiren des Bassins. Das Alter des Kegels wird auf 5.000 bis 15.000 Jahre geschätzt. Sein Ausbruchsmuster hat sich im Verlauf der Geschichte deutlich verändert. Heutzutage kann man alle 10 bis 12 Stunden mit einer größeren Eruption des Castle Geysir rechnen. Der Ausbruch dauert dabei bis zu einer Stunde. Zunächst erfolgt ein etwa 20 Minuten dauernder Ausstoss von Wasser, das dabei Höhen von bis zu 27 m erreicht. Der Wasserfontäne folgt eine 30 bis 40 Minuten dauernde Phase geräuschvollen Dampfaustosses.

Frühzeitig begaben wir uns dann zurück zum Old Faithful.

„Old Faithful“

„Old Faithful“ („der alte Getreue“), im Upper Geyser Basin des Yellowstone-Nationalpark gelegen, ist einer der bekanntesten Geysire der Erde. 1870 wurde er von Mitgliedern der Washburn-Langford-Doane-Expedition entdeckt. Nach zwei Tagen der Beobachtung gaben sie ihm seinen Namen, da es so häufige und regelmäßige Ausstöße von ihm gab. Seit seiner Entdeckung ist er über eine Million mal ausgebrochen.

Mit einer 30-55 m hohen Wassersäule, die zwischen 1 und 5 Minuten anhält und durchschnittlich rund 40 Kubikmeter Wasser verspritzt, hat er eine beeindruckende Höhe. Vom Steamboat Geysir kann er immer noch zwei- bis dreimal übertroffen werden, dieser hat allerdings bei weitem nicht diese Regelmäßigkeit, die den Old Faithful gerade zum Touristenmagnet macht.

So funktioniert der Geysir: Das Magma erhitzt das Grundwasser auf über 100° C. Durch den Druck der darüber stehenden Wassersäule siedet das Wasser zunächst nicht. Erst wenn die Temperatur auf weit über 100° C angestiegen ist, steigen einzelne Dampfblasen den engen Kanal aufwärts und pressen einen Teil der Wassersäule nach oben. Dadurch sinkt unten der Druck rapide ab und das überhitzte Wasser geht schlagartig in Dampf über. Herausgeschleudert wird dabei eine Mischung aus kochendheißem Wasserdampf, kühlerem beziehungsweise kondensiertem Wasser und gelösten Mineralien sowie Gesteinspartikel.

Als das wirklich sehr interessante Naturschauspiel vorüber war forderte eine andere Natur nach seinem Recht. Wir hatten Hunger. Glücklicher weise waren alle relativ schnell am Bus und wir konnten die Region des Old Faithful verlassen. So lag auch nun der zweite Höhepunkt, weswegen ich diese Tour gewählt hatte hinter uns.

Zur verdienten Mittagspause kamen wir schon sehr schnell am westlichen Teil des Yellowstone Lake an, und zwar zum Grant Village. Der ganze Bus steuerte Zielstrebig das große Restaurant an. Wir beide gingen aber kurz zum See und dann zum nebenan gelegenen Einkaufszentrum mit Giftshops und einem wirklich netten Restaurant. Hier konnten wir unser Essen an der Theke bestellen, uns hinsetzen und durch ein Aufrufen unserer Rechnungsnummer das Essen in Empfang nehmen. Es war also eine Mischung aus Schnellrestaurant und einem normalen Restaurant. Das Essen war sehr gut, nicht nur weil uns der Magen in den Kniekehlen hing.

Der dem Essen hatten wir bis zur Abfahrt noch etwas Zeit. Wie kann man die besser nutzen als Einkaufen zu gehen. „Zufällig“ befand sich unser Restaurant inmitten eines großen Geschäftes. Ich konnte nicht hier raus gehen, ohne mir ein T-Shirt zu kaufen.

Nun war es Zeit, Abschied zu nehmen. Abschied von dem wohl großartigsten Nationalparks, den ich je besuchte. Sehr viel konnte nun auf dem Rest der Reise nicht mehr passieren. Unmittelbar nach dem Verlassen des Yellowstone Parks betraten wir den nächsten Park, den Grand Teton Nationalpark. Bevor ich mit meinem bericht fortfahre, hier die Fakten zu den Grand Tetons.

Grand-Teton-Nationalpark

Der „Grand-Teton-Nationalpark“ liegt im Westen Wyomings südlich des Yellowstone-Nationalpark. Er hat seinen Namen von der „Teton“ Bergkette, die sich in Nord/Süd-Richtung durch den Park zieht. Östlich der Berge liegt die weite Ebene mit dem Namen „Jackson Hole“ und dem große Bergsee „Jackson Lake“.

In den tiefer gelegenen Einschnitten unterhalb der Wiesen sammelt sich das Wasser in Bächen. Der Fluss mit dem Namen „Snake River“ verlässt das Hochland durch ein enges Tal im Süden. Südlich des Nationalparks, bei der Ortschaft Jackson liegt das „National Elk Refuge“. In dieses Rückzugsgebiet wandern im Winter Wapiti-Hirsche, um der Kälte der höher gelegenen Regionen zu entkommen.

Unsere Fahrt führte uns am See entlang zum „Colter Bay Visitor Center“. Hier konnten wir einen sehr schönen Blick auf den See wefen. Was für einen See? Viel ist von ihm nicht übrig geblieben. Der mangelnde Niederschlag in der Region hat den Wasserspiegel enorm sinken lassen, so dass viele Bootsanlegestellen buchstäblich auf dem trockenen saßen.

Die große Wasserknappheit wird uns auch später auf der Reise nochmals beschäftigen. Eine andere Veränderung der Natur konnten wir dann am nächsten Haltepunkt sehr deutlich sehen. Am „Teton Glacier Turnout“, 4 Meilen nördlich von Moose Junction, konnten wir den großen Gletscher sehen. Auf einer Fotographie des Bergpanoramas in einem Schaukasten liesen sich die Veränderungen gegenüber früheren Jahren sehr genau verfolgen.

 Dieser Ausblick auf den Gletscher war auch gleichzeitig der Abschied vom Grand Teton Nationalpark. Unsere Tour endete am Nachmittag in unserem Etappenziel Jackson.

Nach dem Einchecken im Hotel und dem Versorgen der Koffer wurden wir, da das Hotel etwas am Stadtrand lag, ins Zentrum von Jackson gefahren. Auch diese Stadt hat ihren Westernflair noch bewahrt. Das südlich des Grand Teton National Park gelegene Jackson ist Zentrum eines Tales, das Jackson Hole genannt wird. Die “Million Dollar Cowboy Bar” mit Sitzen die Satteln sind ,ist heute noch eine beliebte Attraktion. Heutzutage ist das Dorf immer noch teilweise ein Cowboy Ort, aber es ist auch gleichzeitig ein moderner Touristenort. Es gibt dort moderne Restaurants, erstklassige Hotels, Designer Boutiken, Kunstgalerien, und Andenkenläden. Nachdem wir nun die Straßen mehrmals auf und ab gingen (so groß ist die City auch wieder nicht) stellte sich wieder der kleine Hunger ein. Nach einigem suchen gingen wir dann mal wieder zum Steakessen. Das kleine unscheinbare Restaurant, das „Teton Steakhouse“, erwies sich für uns als reinen Glücksgriff. Gleich nach dem betreten des Restaurantes muß man an der Theke seine Bestellung aufgeben, bezahlen und sich dann hinsetzen. Der Kellner bringt dann die Getränke und mittels Durchschlags des Kassenzettels, den dieser dann mitnimmt, bekommt man sein Essen. Die Inneneinrichtung war sehr urig gestaltet. Wir fühlten uns hier sehr wohl.

Zurück ins Hotel gingen wir zu Fuß. Hinter dem Hotel, in einer Einkaufspassage deckten wir uns noch mit Getränken ein. Dann war der Tag zu Ende.

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