8. Tag: Von Salt Lake City zum Bryce Canyon

  • Reise 2005 – Land der Abenteurer
  • Tagesetappe über 625 km
  • Bundesstaaten: Utah
  • Örtlichkeiten: Zion National Park, Bryce Canyon
  • Reiseroute auf Google Maps

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Unser achter Reisetag gliederte sich in zwei Bereiche. Der erste Bereich war die lange Autobahnfahrt und der andere Bereich war der Besuch des Zion Nationalparks und des Bryce Canyons. Trotzdem begannen wir den Tag mit einem Frühstück im Hotel, bevor die Fahrt losging. Im Bus hatten wir nun die letzte Reihe erreicht, ein Zeichen dafür, dass die Tour schon zur Hälfte fertig war. Der erste Teil des Vormittags verlief relativ unspektakulär. Wir fuhren auf die Autobahn in Richtung Süden und machten so wiederum einige Meilen auf unserem Kilometerzähler. Etwa zur Hälfte der Autobahnstrecke machten wir wieder eine Pause an einer Tankstelle bei dem Städtchen Fillmore mit der Gelegenheit, eine Kleinigkeit zu Essen und zu trinken. Auch der Bus brauchte Stoff, zwar wollte unsere Fahrerin gestern Tanken, doch leider war nicht genügend Sprit vorrätig. Nach einem zweiten Frühstück und nach dem wir wieder die Beine etwas vertreten hatten ging es wieder weiter.

Bei Toqueville verließen wir dann die Interstate und fuhren auf dem Highway weiter. Mittlerweile machte uns Jutta auf eine Änderung des Tagesablaufes für den heutigen und den nächsten Tag aufmerksam. Eigentlich sollten wir den Zion Nationalpark erst am nächsten Tag besuchen. Durch die Änderung konnten wir allerdings heute den Park ganz durchfahren, was morgen nicht möglich wäre. Wie üblich hatten sich einige darüber aufgeregt. Zum Anderen stand am nächsten Tag ein größerer Ausflug für viele an und auch deswegen wollte Jutta den Plan ändern. Da ich ja schon den Park aus früheren Jahren kannte, war ich damit voll einverstanden, denn bei normalem Reiseverlauf würde man einen Teil des Parks gar nicht sehen. Viele unserer Mitreisenden stammten aus den neuen Bundesländern, bei denen ja das Thema Solidarität und Gemeinschaftssinn sehr groß geschrieben wurde; angeblich. Was ich allerdings hier nicht bestätigen konnte. Jeder war sich selber der nächste. Als dann am nächsten Tag uns Jutta erklärte, was es bei der anderen Gruppe, die sich genau an den Plan gehalten hatte, so alles passierte, waren die Kritiker wieder mal schnell verstummt. Später davon mehr.

Wir erreichten also den süd-östlichen Eingang des Zion Nationalparks, der uns schon von weitem mit seinen roten steilen Felswänden begrüßte. Hier nun Fakten und Informationen über den Nationalpark, der eigentlich bei uns in Deutschland lange nicht so bekannt ist wie zum Beispiel der Yellowstone, Yosemite oder Grand Canyon.

Der „Zion National Park“ befindet sich im Südwesten Utahs. Er hat eine Fläche von 593 km² und liegt zwischen 1128 m (Coalpits Wash) und 2660 m Höhe (Horse Ranch Mountain). 1909 wurde das Gebiet des Canyons zum „Mukuntuweap National Monument“ ernannt, seit 1919 besitzt er den Status eines Nationalparks. Der Park wurde 1937 um den Kolob Canyon erweitert.

„Zion“ ist ein altes hebräisches Wort und bedeutet soviel wie „Zufluchtsort“ oder „Heiligtum“, welches oft von den mormonischen Siedlern in Utah benutzt wurde. Innerhalb des Parks befindet sich eine tiefgreifende Landschaft mit zahlreichen Canyons, von denen der Zion Canyon und der Kolob Canyon die bekanntesten sind. Die Canyons sind aus dem braunen bis orangeroten 170 Millionen Jahre alten Sandstein der Navajo Formation entstanden. Der Park liegt an der Grenze zwischen dem Colorado-Plateau, dem Great Basin und der Mojave-Wüste. Durch diese besondere geografische Lage existieren im Park eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebensräumen mit vielen unterschiedlichen Pflanzen und Tieren.

Einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind:

  • Virgin River Narrows
  • Emerald Pools
  • Angel’s Landing
  • The Great White Throne
  • The Three Patriarchs
  • Kolob Arch

Im Zion Nationalpark kann man die über 240 Millionen Jahre Entwicklung der Entstehung dieser Region an den überall sichtbaren Sedimenten ablesen.
Diese im Park sichtbaren Sedimentablagerungen sind nur ein kleiner Teil der weitaus größeren „Grand Staircase“ – Formation, welche sich vom Bryce-Canyon-Nationalpark bis zum Grand-Canyon-Nationalpark erstreckt. Die im Park älteste und unterste Schicht ist dabei die jüngste und oberste sichtbare Schicht im Grand Canyon, wogegen die jüngste und oberste „Dakota“ – Schicht wiederum die älteste und unterste Schicht im Bryce Canyon darstellt.
Der Zugang zum Nationalpark ist wegen der schlechten Infrastruktur in diesem Teil Utahs auf drei Zugänge beschränkt. Der Zugang von Osten ist nur durch den Mt. Carmel Tunnel möglich. Fahrzeuge, die breiter als 2,38 m oder höher als 3,45 m sind, müssen von Rangern (für eine Gebühr von 10 $) durch den Tunnel eskortiert werden, da sie wegen ihrer Größe nicht mit einer Fahrspur auskommen. Fahrzeuge mit einer Höhe von mehr als 3,98 m, einer Länge von mehr als 12,19 m (40 ft.) oder einem Gewicht von mehr als 22,6 t (50.000 lbs.) sind nicht zugelassen. Noch höhere Fahrzeuge können den Park nur über den nördlichen Zugang erreichen. Der Zion Canyon Scenic Drive ist mittlerweile von März bis Oktober für den öffentlichen Straßenverkehr gesperrt. Lediglich die (kostenlosen) Shuttles dürfen diese Strecke noch befahren, sowie die Gäste des im Canyon liegenden Hotels „Zion Lodge“.

Nun zurück zu unserem Reiseablauf. Nach dem Passieren des Parkeinganges und dem Bezahlen des Eintrittes durch die Reiseleitung (übrigens kostet der Bus 300$, egal wie viele Insassen) fuhren wir durch die Berge des Nationalparks. Zu beiden Seiten erhoben sich die Felswände fast senkrecht in die Höhe. Zur Mittagszeit kamen wir dann am Visitorcenter an. Es war unglaublich, was sich seit meinem letzten Besuch im Jahre 2001 so alles verändert hat. Die Restaurants und die Informationstafeln waren erst vor kurzer Zeit eröffnet. In einem dieser Restaurants machten wir dann Mittagspause.

Als wir dann unsere Mittagspause beendet hatten, ging die Fahrt durch den Zion Canyon weiter. In Serpentinen schlängelte sich die Straße dem Osteingang entgegen. Natürlich hatten wir unterwegs mehrere Möglichkeiten um auszusteigen und die Gegend anzuschauen. Natürlich wurden hierbei auch ein „paar“ Fotos geschossen. An der steilen Felswand entlang der Straße wurden nun auch die Fenster des Tunnels sichtbar.

Hinter uns erhob sich ein riesiger natürlicher Felsenbogen, der bestimmt eines Tages, ähnlich der Rainbowbridge, einsam und verlassen da steht. Der Blick ins Tal war umwerfend schön, doch leider konnten wir uns nicht allzu lange hier aufhalten. Es gab hier keine offiziellen Parkplätze sondern nur kleine Haltebuchte, die mit einem Bus mehr als ausreichend gefüllt waren.

Da unser Bus genau in der Mitte des Tunnels fahren musste, wurde der Tunnel für den Gegenverkehr gesperrt. Rein Rechnerisch waren an den Kanten des Busses bis zur Felswand nur 10cm Platz. Also hieß es nun für unsere Fahrerin höllisch aufpassen. Da diese allerdings ihr Handwerk verstand, kamen wir unbehelligt und ohne Kratzer an der anderen Seite wieder aus dem Tunnel heraus. Von dem weiten Tal war jetzt nichts mehr zu sehen. Wir befanden uns jetzt auf einer Art Hochebene.

Den nächsten Stopp machten wir an einem ganz markanten Berg, der wegen seinem Aussehen den Namen „Checkerbord Mesa“ erhielt. Checkerboard bedeutet Schachbrett. Wind und Wetter haben viele Längs- und Querrillen in den Stein gefräst, so dass die Felswand wie ein schräg gestelltes Schachbrett aussieht.
Die war nun das Ende des Zion Nationalparkes. Unsere Fahrt ging nun weiter zu der Straßenkreuzung in Mt. Carmel. Hier hatten wir Gelegenheit, in einem Laden alle erdenklichen Souvenirs zu kaufen, was wir auch reichlich taten.

Das wir auch immer an solchen Stellen Pausen machen müssen; das muss reiner Zufall sein. Nach dem dann die letzten Einkäufe bezahlt waren, ging es weiter zum letzten Punkt unserer Tagesetappe, dem Bryce Canyon. So langsam kamen ein paar Regenwolken auf und wir mussten uns beeilen. Vor der Ankunft erhielten wir Bescheid, das der Rundweg auf die nächsten 2 Jahre hinaus nicht begangen werden kann, denn er ist nach dem letzten Winter einfach weggebrochen. So ist das halt mit der Natur. Ein Zeichen dafür, dass der Canyon noch „lebt“ und unser Dasein hier nur eine Momentaufnahme ist.

Der Bryce Canyon liegt im Südwesten Utahs. Innerhalb des Nationalparks befindet sich der eigentliche Bryce Canyon, der trotz seines Namens keinen Canyon im eigentlichen Sinne, sondern ein natürliches Amphitheater darstellt. Der Bryce Canyon entstand durch Erosion an der östlichen Seite des Paunsaugunt-Plateaus. Er unterscheidet sich von anderen Canyons durch seine einzigartigen geologischen Strukturen, die „Hoodoos“, welche durch Wind, Wasser und Eis aus den Sedimenten geformt werden. Die roten, orangefarbenen und weißen Sedimente bieten einmalige Aussichten. Der Bryce Canyon befindet sich in einer Höhe von 2.400 bis 2.700 Metern und liegt damit wesentlich höher als der nahe gelegene Zion-Nationalpark oder der Grand-Canyon-Nationalpark.

Der Park wurde um 1850 von weißen Siedlern besiedelt und erhielt seinen Namen von Ebenezer Bryce, der sich um 1875 dort niederließ. Der Nationalpark wurde 1924 zum „National Monument“ und 1928 zum „National Park“ erklärt. Heute besuchen zwischen 800.000 bis eine Million Besucher jährlich den Park.

Die Erkundung dieses Gebietes begann bereits im 19. Jahrhundert. Um 1850 kamen die ersten Mormonen, um das Gebiet auf Tauglichkeit für Ackerbau und Viehzucht zu untersuchen. Die erste wissenschaftliche Expedition erreichte das Gebiet 1872 unter der Leitung des U.S. Majors John Wesley Powells. Die Kartographen dieser Expedition übernahmen viele Namen von den Paiute. 1875 wurde Ebenezer Bryce von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hierher geschickt, um an der Erschließung des Gebietes als Zimmermann mitzuarbeiten. Er baute eine Straße zum Plateau hinauf, um dort Bäume zu fällen und daraus Bretter und Feuerholz zu gewinnen. Er sah das Naturwunder eher von der praktischen Seite und bezeichnete es als „a hell of a place to loose a cow“ (“ein höllischer Platz, um eine Kuh zu verlieren“). Seine Nachbarn nannten den Canyon nahe seiner Hütte „Bryce’s Canyon“. Zusammen mit anderen Siedlern baute Ebenezer Bryce einen Kanal, um den ständigen Überflutungen gefolgt von Trockenperioden Herr zu werden. Doch das Projekt scheiterte, und so zog er bereits 1880 weiter nach Arizona.

Nach unserer Ankunft am Bryce Canyon wechselte das Wetter ständig zwischen Sonnenschein und Regen. Allerdings war der Regen so schwach, das wir trotzdem den imposanten Anblick des Bryce Canyons genießen konnten. Unser erster Anlaufpunkt war der „Sunset Poin“. Nach ausgiebigem Ausblick ging die Tour am Rande des Canyons entlang zum „Bryce Point“. Wie bereits erwähnt war der „Navajo Trail“ durch den Canyon nicht machbar. Na ja, vielleicht war dies aufgrund der unsicheren Wetterlage auch richtig so. Die Ranger haben vor dem anrückenden Gewitter gewarnt, denn wenn man am Rande der Schluchtsteht, ist man den Blitzen ziemlich stark ausgeliefert.

Alls wir alle Aussichtspunkte, die auf unserem Programm standen, besichtigt hatten, fuhren wir zurück in unser Hotel bei Ruby´s Inn. Wir hielten uns aber nicht lange im Hotel auf, denn wir wußten, das es im Restaurant sehr voll war und man lange anstehen muß, falls man zu spät kommt. Es ist manchmal schon vorteilhaft, wenn man schon mal irgendwo war. Wir hatten nun Glück und mussten kaum 5 Minuten warten, bis uns der Platz angewiesen wurde. Wir haben uns für das Buffett entschieden, das keine Wünsche offen lies und wir fast platzten. Sogar das zweite Bier war schon fast zuviel. Das muß man sich mal vorstellen!! Um uns noch kurz vor dem Schlafengehen die Beine zu vertreten bummelten wir durch die kleine Westernstadt, die gegenüber von Ruby´s auf unserem Heimweg lag. Hier konnte man um diese Zeit noch Einkäufe tätigen. Wer Geld übrig hatte, konnte für 5000$ einen polierten, versteinerten Baumstamm gleich mitnehmen.

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