9. Tag: Vom Bryce Canyon zum Grand Canyon

 Route nur mit dem Bus

  • Tagesetappe über 467 km
  • Bundesstaaten: Utah, Arizona
  • Örtlichkeiten: Kanab, Page, Grand Canyon
  • Reiseroute auf Google Maps

 Route mit dem Bus und Flugzeug

  • Tagesetappe über 238 km Bus und 313 km Flug (Luftlinie)
  • Bundesstaaten: Utah, Arizona
  • Örtlichkeiten: Kanab, Page, Lake Powell, Monument Valley, Grand Canyon
  • Reiseroute auf Google Maps

Bryce Canyon - Monument Valley - Grand Canyon auf einer größeren Karte anzeigen

Der neunte Tag begann, wie der Tag vorher endete. Mit einem Frühstücksbuffett in Ruby´s Restaurant, das dem Abendessen in nichts nach stand. Pünktlich stand dann auch der Bus vor der Tür und wir konnten einsteigen. Was soll ich sagen!! Es gab mal wieder, auch am neunten Tag der Reise, diskussionen wegen der Sitzrotation. Bis auf zwei zu zählen ist halt manchmal sehr schwer. Trotzdem freuten wir uns beide auf den heutigen Tag, denn es stand unser Ausflug ins Monument Valley auf dem Programm, den wir schon am zweiten Tag gebucht hatten. Wie in der Karte ersichtlich, wollten wir den Ausflug mit dem Flugzeug unternehmen. Es war ein Tag, über den wir noch lange zu erzählen hatten, und das nicht nur während der Reise, sondern auch noch lange danach.

Das unsere Reiseleiterin gestern schon durch den Zion Nationalpark gefahren ist, erwies sich heute als besonderer Glücksgriff, somit waren auch die Herummauler wieder still. Wie aus der Karte ersichtlich, mußten wir ein Stück die gestrige Strecke bis nach Mt. Carmel Junction zurück fahren. Diesmal aber hielten wir am Besucherzentrum des Red Rock Canyon an, an dem wir gestern schnurstracks vorbei fuhren. Ich war zwar diesmal zum tritten Male hier, aber das Besucherzentrum war neu gebaut. Auf dem Parkplatz machten wir unseren Fotostopp. Direkt vor uns lag die Felsformation, die den sinnigen Namen bekamen „Salz- und Pfefferstreuer“.

Besonders Lange hielten wir uns hier aber nicht auf, den ein volles Tagesprogramm lag noch vor uns. Zum wiederholten Male mußte unsere Reiseleiterin erklären, was mit denen Leuten passiert, die nicht an dem Flug zum Monument Valley teilnehmen würden. Komisch, wäre ein solcher Ausflug nicht im Angebot, käme man doch selber drauf, das die Fahrt dann mit dem Bus zum Grand Canyon führt; man sollte halt wissen, welche Reise man gebucht hatte (habe ich das nicht schon mal erwähnt?). Diesmal fuhren wir allerdings am Giftshop in Mt. Carmel Junction vorbei. Schon bald erreichten wir das Städtchen Kanab. Viele kennen Kanab, ohne das sie sich dessen bewusst sind, denn hier in Kanab wurden und werden jedes Jahr unzählige Spielfilme, vor allen Western, gedreht. Von hier aus startete kein geringerer als John Wayne seine große Karriere.

John Wayne hieß eigentlich Marion Michael Morrison und wurde am26. Mai 1907 in Winterset, Iowa geboren und er vertarb am 11. Juni 1979 in Los Angeles. Er war ein Schauspieler, der hauptsächlich als Westerndarsteller und in Kriegsfilmen agierte. Sein Spitzname war “The Duke“ Herzog), nach einem Airdale-Terrier, den er als Schüler hatte.

Seine erste sichtbare Rolle im Film spielte er in dem Stummfilm „Das Haus des Henkers“ („Hangman’s House“, 1928). Er war in vier Szenen als Zuschauer bei einem Pferderennen zu sehen. Möglicherweise war er auch im Vorgängerfilm „Mutter Machree“ („Mother Machree“, 1928) von John Ford schon als Komparse dabei, das lässt sich jedoch nicht mehr belegen, weil es von dem Film keine Kopien mehr gibt. Jedenfalls war er für den Film aber auch als Requisiteur tätig. Seine letzte Filmrolle, einen krebskranken Revolverhelden, der einen würdigen Tod sucht, spielte er in dem in der Filmgeschichte beispiellosen Selbstbildnis „Der letzte Scharfschütze“ („The Shootist“) von Don Siegel. John Wayne starb nach fünfzehnjähriger Krankengeschichte – bereits 1964 war ihm ein Lungenflügel entfernt worden – 1979 an Krebs von Lunge und Magen. Als Ursache seiner Krebserkrankung gelten die Umstände der Dreharbeiten zu „Der Eroberer“ (1956), die in einem Atomwaffentestgebiet in Utah stattfanden. Infolge erkrankten und starben neben Wayne zahlreiche Crew-Mitglieder sowie Regisseur Dick Powell.

Zurück zu uns. Wir erreichten also Kanab und betraten umgehend Denny´s Wigwam, ein Westernladen mit allen drum und drann. Wir deckten uns hier mit Postkarten der Umgebung ein und besuchten auch den berühmten Innenhof mit Restaurant. Hier hat Denny eine Westernkulisse aufgebaut.

Nachdem alle Schäflein wieder im Bus waren, konnte es weiter gehen. Wir fuhren nun schnurstracks zu unserem nächsten Programmpunkt. Zunächst errreichten wir unseren nächsten Bundesstaat – Arizona. Arizona ist aus der Indianersprache und bedeutet „kleine Quelle“. Die in Postleitzahlen verwendete Abkürzung ist AZ. Die Hauptstadt Arizonas ist Phoenix.

Am frühen Mittag erreichten wir den Glenn Canyon Dam mit dem dahinter befindetet Lake Powell.

Aber was ist aus dem Stausee nur geworden? Der erhebliche Wasserverlust lies den See sehr traurig aussehen. An der Dammauer fehlen ganze 35m Wasser! Die ganze Freizeitindustrie, wie zum Beispiel Bootsverleiher, Wasserskibetreiber, erlebten herbe Verluste. Bootsstege, die noch im letzten Jahr in das Wasser ragten lagen auf dem trockenen.

Große Flächen Land, die man mitten im See sehen konnte, lagen eigentlich metertief unter Wasser. Der Lake Powell ist nach dem Lake Mead der zweitgrößte Stausee in den USA und liegt in den Bundesstaaten Arizona und Utah. Nach dem Bau des Glen-Canyon-Staudammes im Glen Canyon nördlich des Grand Canyon wurde der Colorado River vom 13. März 1963 bis 22. Juni 1966 aufgestaut. Bei maximaler Stauhöhe hat der See eine Länge von rund 300 km, ist am Damm 171 m tief und bedeckt eine Fläche von 645 km². Benannt wurde der Stausee nach dem Bürgerkriegsveteranen Major John Wesley Powell, der im August 1869 mit acht weiteren Männern den Glen Canyon erforschte.

Am Besucherzentrum des Staudammes angekommen, erhielten wir die Informationen, das aus Sicherheitsgründen keine Taschen, weder Handtaschen noch Fototaschen u.s.w. mit in das Besucherzentrum hinein mitgenommen werden dürfen. Am Eingang befindet sich ein Metalldetektor und man wird mit Handgeräten nochmals persönlich überprüft. Eigentlich eine deutliche Ansage unserer Reiseleiterin. Oder etwa nicht? Natürlich wussten einige es besser, wurden aber schnell eines Besseren bewiesen, in dem sie, als sie nach einer Wartezeit in der Schlange, vom Sicherheitspersonal weg geschickt wurden. Vom Panoramafenster aus konnte man hier direkt an der Staumauer entlang nach unten sehen, wo sich die Generatorenauslässe und die Anschlüsse der Hochspannungskabel befanden.

Der Glen-Canyon-Staudamm ist eine Bogenstaumauer. Er staut den Colorado River ca. 10 km Luftlinie oberhalb von Lee’s Ferry in Arizona zum zweitgrößten Stausee der USA, dem Lake Powell.

  • Bauzeit 1957 bis 1964
  • Kosten 187 Millionen Dollar
  • Dauer der Betonierarbeiten (rund um die Uhr) 3 Jahre
  • Höhe 216m
  • Länge der Dammkrone 475m
  • Breite der Dammkrone 7,60m
  • Es dauerte 17 Jahre, um den See komplett zu füllen

Am westlichen Ende des Staudammes befindet sich das “Carl B. Hayden Visitor Center.“ Eigentümer ist das Bureau of Reclamation, betrieben wird das Visitor Center vom National Park Service. In dem großen Rundbau, der den Staudamm überragt, hat man durch die riesigen Panorama-Fenster einen einmaligen Blick über den Stausee, den Damm, die Brücke und den weiteren Verlauf des Colorado River. Eine Ausstellung dokumentiert anhand von Bildern, Texten und Videofilmen den Bau des Glen Canyon Dam und der Glen Canyon Bridge. Andere Ausstellungen zeigen Bilder der näheren Umgebung oder informieren über Kunst und Handwerk der indianischen Ureinwohner. An der Rezeption kann man sich für eine kostenlose Dammbesichtigung anmelden.

Die parallel zum Damm verlaufende Stahlbrücke konnten wir dann zu Fuß überqueren, so daß wir einen schönen Eindruck von der Tiefe der Schlucht erhalten konnten. Auf der anderen Seite des Canyon wurden wir dann wieder alle aufgelesen und wir fuhren zum Einkaufszentrum von Page, wo wir eine kurze Mittagspause einlegen konnten. Jetzt erst Mittagspause? Nun, nach der Überschreitung der Grenze zu Arizona mussten wir alle unsere Uhren um eine Stunde zurückstellen, so hatten wir diese gewonnen.

So langsam wurde uns wegen dem anstehenden Flug etwas komisch in der Magengegend. Aber auch die Vorfreude auf das Monument Valley kam so langsam in Fahrt. Zumal wir bei der Planung der Reise dieses gar nicht mit eingerechnet hatten. Dann ging es los. Wir wurden zum Flughafen von Page gefahren und dann dem Personal der Fluggesellschaft „Westwind Air Service“ übergeben. Die einzelnen Piloten riefen dabei die Namen auf, und jeder erhielt dann einen Aufkleber auf das Hemd, welcher Gruppe er zugehört. Das mit den Namen war gar nicht so einfach, denn hier konnte man mal wieder feststellen, auf wieviele Schreibweisen man seinen Namen verunstalten kann und wie dieser dann auch noch von einem Amerikaner ausgesprochen wird. Sobald sich halt ein Name so ungefähr wie sein eigener angehört hat und sich kein anderer meldete, dann hob man halt die Hand und meldete sich.

Nachdem dann alle verteilt waren, wurden wir dann „nur“ noch anhand der Nummer aufgerufen. Wir waren auch bald drann. Nach einem kurzen Fußmarsch über das Vorfeld, stiegen wir dann in die Maschine ein. Jeder bekam einen Fensterplatz, da die kleine Maschinen zu beiden Seiten nur je einen Sitz hatte. Wir waren acht Passagiere in unserem Flugzeug. Nachdem dann der Pilot eine CD mit Sicherheitsrichtlinien in deutscher Sprache eingelegt hatte, erfolgte der Start.

Der erste Teil des Fluges bestand über einem Rundflug über Page. Danach bogen wir dann Richtung Lake Powell ab, um diesen ausführlich von oben zu besichtigen. Dabei wurden uns dann über den Kabinenfunk Informationen mitgeteilt. Die Infos waren schon in Ordnung, nur derjenige, der die Texte ins Deutsche übersetzte, den müßte man heute noch das Gehalt kürzen. Von hier oben sah man fast noch besser, wie wenig Wasser sich im See befand. Weinige Meter unter der Wasseroberfläche sah man Felsen schimmern.

Es ist schon eine andere Fliegerei, als im großen Jumbo-Jet. Hier spürt man jede Windböe im Einzelnen. Und davon gab es reichlich. Ständig ging es auf und ab. Aber besonders blöd war das Gefühl, wenn man fast quer zur Flugrichtung flog. Aber solange unser junger Pilot das Steuerrad noch mit einer Hand bedienen konnte, machte ich mir (fast) keine Sorgen. Den ersten Punkt den wir anflogen, war die „Rainbow Bridge“ (Regenbogenbrücke). Die Rainbow Bridge befindet sich in einem Seitencanyon des Lake Powell, ca. 13 km nördlich der Grenze zu Arizona. Sie ist die größte natürliche Steinbrücke der Welt mit einer Spannweite von 82 m und einer Höhe von 88 m. Ihr Bogen ist an seiner höchsten Stelle 10 m breit und 12 m dick. Die Rainbow Bridge wurde 1910 von Präsident William Taft zum „National Monument“ erklärt. Der Brückenbogen besteht im oberen Teil aus Navajo-Sandstein und am Fuß aus Kayenta-Sandstein. Er entstand, als das Wasser des Flusses die dünne Wand zur anderen Seite eines Mäanders durchbrach und im Laufe der Zeit die riesige Öffnung formte.Die Rainbow Bridge ist ein Heiligtum der Diné-Navajo-Indianer, die sie „Nonnezoshi“ (Navajo: „versteinerter Regenbogen“) nennen. Nach einer Legende retteten sich einige Navajo vor einer Sintflut durch die Brücke, die die einzige Öffnung zwischen der einstigen Vorwelt und der Welt von heute darstellt. Deshalb ist es seit 1995 verboten, unter der Rainbow Bridge hindurchzugehen oder sie gar zu erklettern. Es führt keine Straße zur Rainbow Bridge. Sie ist nur auf dem Wasserweg (ca. 80 Fluss-Kilometer von Wahweap Marina) und weiter zu Fuß (je nach Wasserstand ca. 1,5 km) zu erreichen.

Damit auch beide Seiten im Flugzeug die Brücke sehen konnten, flogen wir darüber zwei Schleifen. Danach machten wir einen scharfen Rechtsknick und flogen zu unserem Bestimmungsort – dem Monument Valley.

Da ich ja bereits einmal mit einem Kleinflugzeug hier geflogen bin, dachte ich, wir würden in Kayenta am Rande das Monument Valleys landen. Wie war ich da erstaunt, als ich vor mir die Landepiste sah. Es war eine Schotterpiste. Noch nie war ich beim Landen so auf den Moment gespannt, wenn die Räder den Boden berühren. Aber die Angst war unbegründet. Die Landung war auch nicht anders als auf Betonpisten. Neben der Landebahn stand auch schon der Bus bereit, mit dem wir durch das Monument Valley fuhren. Bitte unter dem Wort Bus nicht das verstehen, womit man sonst auf öffentlichen Strassen herumfährt. Das Teil hatte keine Scheiben, quitschte und schepperte in allen Teilen und war auch sonst nicht sehr vertrauenserweckend. Unser Flugzeugführer übergab nun unsere Gruppe an den Busfahrer, einen echten Navajo Indianer, und dann ging es los.

Heute war ein sehr starker Wind, zudem ich später noch ein paar Worte verlieren möchte. Die Fahrt ging zum Besucherzentrum des Monument Valleys und dann direkt auf der „Strasse“ hinunter ins Tal.

Das „Monument Valley“ ist ein Tal an der südlichen Grenze des US-Bundesstaates Utah zu Arizona. Es liegt innerhalb der „Navajo Nation Reservation“ in der Nähe der Stadt Goulding, wird von den Diné verwaltet und ist daher kein Nationalpark. Das Monument Valley wird auch als „John Ford-Country“ bezeichnet, da dieser Regisseur vor dem Krieg seine Western (u. a. Stage Coach mit John Wayne) bevorzugt dort drehte. Ein Felsvorsprung, der mehrmals als Kamerastandort verwendet wurde, ist nach ihm benannt. Nach dem Krieg knüpften Road Movies wie „Easy Rider“ an diese Tradition an und zeigten die außergewöhnlichen Felsformationen erstmals in Farbe.

Am Talboden angekommen, hatten wir dann unseren ersten Stop an den „Mitten Buttes“ und er „Merrick´s Butte“, den wohl bekantesten Felsformationen. Weiter ging die abenteuerliche, holprige und windige Fahrt zum mnächsten Haltepunkt. Es war der bekannte „John Fords Point“ , die Stelle, an der John Ford mit seinem Regiestuhl saß und die Akteure unter ihm dirigierte.

Von dieser Ansicht aus gesehen in unserem Rücken befand sich die Felsformation, die man „Three Sisters“ (dt. „Drei Schwestern“) nennt. Wie bereits erwähnt, drehte hier John Wayne viele Westernfilme. So kam es auch, das man die Felsen, wegen der Darstellung eines „W“ auch als „Wayne“ bezeichnet. Allerdings nur inoffiziell.
Als wir dann dieses Panorama ausgiebig betrachtet hatten, fuhren wir weiter in das hintere Teile des Tales. Vorbei an vielen Felsen erreichten wir, nach einer kurzen Unterbrechung, um den Totempfahl zu besichtigen, den letzten Haltepunkt. Den letzten Stop machten wir am „Thumb Rock“, dem Daumenfelsen. Es gab natürlich auch rings herum viele schöne Ansichten, die im Einzelnen zu beschreiben den Rahmen sprengen würde. Dies war mein vierter Besuch im Monument Valley. Es ist aber immer wieder einen Ausflug hierher wert, denn man entdeckt immer wieder neue Dinge.

Bei sehr starkem Wind und mit rasender Geschwindigkeit machten wir uns dann wieder auf in Richtung Besucherzentrum, das wir dann auch leicht mit feinem Staub bedeckt erreichten. Die Fahrt war sehr abenteuerlich und wir würden die immer wieder machen. Eine Wohltat war dann das Erreichen der befestigten Strasse, die uns dann wieder an den Landeplatz der Flugzeuge zurück brachten.
Die Maschinen standen bereit, nur mußten wir wegen des starken Windes noch etwas mit dem Abflug warten. Aber schon nach ca. eine viertel Stunde ging es los. Als ich vorhin über den wackeligen Hinflug geschrieben habe, habe ich nicht übertrieben. Das, was uns nun bevorstand, spottete jeder Beschreibung. War es beim Hinflug noch etwas spaßig, durch Luftlöcher zu fliegen, schienen wir nun die verdammten Dinger geradezu anzuziehen. Jeder schaute seinen Partner an und mußte mehrmals tief Schlucken. Trotzdem konnten wir die Landschaft unter uns genießen. Nach ungefähr einer halben Stunde erreichten wir unser entgültiges Etappenziel, den mächtigen Grand Canyon. Da wir von Norden her anflogen, konnten wir auch diesen Anblick mal genießen, waren wir doch die letzten Male immer nur am Südrand stationiert.

Der „Grand Canyon“ („Gewaltige Schlucht“) ist eine steile, etwa 450 km lange Schlucht im Norden des US-Bundesstaats Arizona, die über Millionen von Jahren vom Fluss ins Gestein des Colorado Plateau gegraben wurde. Der größte Teil des Grand Canyon liegt im „Grand-Canyon-Nationalpark“. Der Canyon zählt zu den großen Naturwundern auf dieser Welt und wird jedes Jahr von rund 4 Millionen Menschen besucht.

Der Grand-Canyon-Nationalpark liegt im Nordwesten von Arizona, nördlich von Williams und Flagstaff und etwa 365 km nördlich der Hauptstadt Phoenix. Der Grand Canyon ist etwa 450 Kilometer lang (davon liegen 350 Kilometer innerhalb des Nationalparks), zwischen 6 und 30 Kilometer breit und bis zu 1.800 Meter tief. Der Name des Canyon stammt vom „Colorado River“, der früher in Teilen „Grand River“ genannt wurde (deutsch: der „Gewaltige Fluss“, aber auch der „Großartige Fluss“). Flussabwärts, in der Nähe von Las Vegas, liegt der Stausee Lake Mead am Hoover-Staudamm.

Nach unserer Landung auf dem Flugplatz von Tusayan, unweit des Grand Canyons, wurden wir bald von unserem Bus abgeholt und wir fuhren an den Südrand des Canyons. Da wir, wie schon die Tage zuvor, sehr schönes Wetter hatten, konnte man hier den Blick auf bzw. in den Canyon sehr schön genießen. Wir gingen am Rande entlang und besuchten auch eines der Gebäude, die fast wie Schwalbennester am Rand erbaut wurden. Durch eines dieser Gebäuse konnte man auf Aussichtsplattformen gelangen, die direkt an der Schlucht errichtet wurden. Von hier ab ging es buchstäblich nur noch bergab. Hier konnten wir auch einen Condor sehen, der vor wenigen Jahren mit einigen Artgenossen wieder angesiedelt wurde. Auch Erdhörnchen waren hier zu sehen, die den Touristen fast in die Taschen stiegen, um etwas essbares zu finden.

Hinter diesem Gebäude begann der Weg, auf dem man zum Grunde des Canyons gelangen konnte. Wir gingen ein paar hundert Meter diesen Weg entlang. Auch von diesem Blickwinkel war alles um uns herum sehr beeindruckend. Natürlich konnten wir das Grand Canyon Village nicht eher verlassen, bis wir wieder im Geschäft uns mit Postkarten eingedeckt hatten. Nun trafen wir uns alle wieder am Bus, auch diejenigen, die den Helikopterflug oder den Besuch des IMAX Kino gebucht hatten, sahen wir hier wieder. Mit bleibenden Erinnerungen an diesen Tag fuhren wir dann ins Hotel, das sich neben dem Flugplatz befand, auf dem wir gelandet sind.

Nach einer kurzen Erholung auf dem Hotelzimmer gingen wir zum Abendessen aus. Der Tag ging zu Ende. Es war einer, über den wir noch lange redeten.

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