13. Tag: San Francisco

  • Tagesetappe über 50 km
  • Bundesstaaten: Kalifornien
  • Örtlichkeiten: San Francisco, Twin Peaks, Coit Tower, Alcatraz, Cable Car, Pier 39
  • San Francisco auf Google Maps

An diesem Morgen waren alle gespannt, was uns die Reiseleiterin zum dem Vorfall am Vorabend zu berichten hatte. Auch die Leute, die gar nicht die Abendtour gebucht hatten, waren natürlich schon informiert. Der Hauptgrund des ganzen Problemes war, das die Leute aus dem Plaunungsbüro „vergessen“ hatten, einen Fahrer zu ordern, der sich in San Francisco auskannte. Da dies also nicht der Fall war, musste unsere Reiseleiterin den Fahrer betreuen und uns von der Tour berichten. Leider kannten sich die beiden anderen mitfahrenden Reiseleiter auch nicht aus, so daß diese auch nur mitgefahren waren.

Nach einem kurzen Beschwerdegespräch eines Mitreisenden, wurde uns als „Entschädigung“ eine Fahrt über die Golden Gate Bridge und eine Rückerstattung eines Teiles der Abendtourkosten angeboten. Die Rückerstattung mußte allerdings von der Agentur bewilligt werden, den wir hatten gesagt, das ja die Reisekollegen, die nicht an der Abentour teilnahmen, ebenfalls diese Fahrt mitmachten, und wir dadurch keinen Vorteil erlangten. Dies wurde so akzeptiert. Den Besuch der Insel mit Blick auf die Skyline wollten wir am nächsten Morgen nachholen, da wir ja wieder über die Bay Bridge fahren mußten.

Die nun beginnende Stadtrundfahrt führte uns kreuz und quer durch die Stadt. An vielen Punkten, wie zum Beispiel am Rathaus machten wir Fotostopps. Leider werden die Möglichkeiten solcher Stopps von der Stadtverwaltung extrem eingeschränkt, in dem die einfach bestimmt Strassen für den Schwerlastverkehr (gemeint sind Busse) gesperrt werden. Ich glaube, wenn wir hier Anwohner wären, würden wir das auch gut finden.

Einen längeren Halt machten wir bei Twin Peaks, dem großen Berg bei San Francisco. Zum Glück klarte ab zu mal der Himmel auf und wir konnten die ganze Stadt vor uns sehen.

Nach Twin Peaks machten wir uns dann auf, um über die Golden Gate Bridge zu fahren. Am anderen Ende machten wir auch wieder einen Halt, um das Bauwerk zu bestaunen. Die Golden Gate Bridge verbindet das nördliche San Francisco mit dem südlichen Marin County. Die Golden Gate Bridge ist eine Hängebrücke am Eingang zur Bucht von San Francisco am Golden Gate. Die Brücke belegt in der Rangliste der längsten Hängebrücken der Welt zur Zeit den 7. Platz. Sie ist 2,73 km lang und bis zu 235 m hoch. Sie überspannt die Golden Gate Straße, den Eingang zur San Francisco Bay, und verbindet so mit ihren sechs Fahrspuren San Francisco mit den nördlichen Gebieten des Marin County und dem weniger dicht besiedelten Napa County und Sonoma-Valley.

Benannt wurde die Brücke nach der natürlichen Einfahrt zur Bucht von San Francisco. Diese Einfahrt (The Golden Gate, das Goldene Tor) ist 1,6 km breit. Die Buchteinfahrt erhielt um 1846 während des Goldrausches in Kalifornien ihren Namen „Golden Gate“ oder „Chrysoplae“ von Captain John C. Fremont, den die Meeresstraße an einen Hafen in Istanbul erinnerte, der „Chrysoceras“ oder „Golden Horn“ genannt wird.

Für den Straßenverkehr geöffnet wurde die Brücke am 27. Mai 1937 um zwölf Uhr mittags durch ein telegraphisches Signal von Präsident Franklin D. Roosevelt aus dem Weißen Haus. Zur Eröffnung wurde statt des sonst üblichen Bandes eine Kette „zerschnitten“.

Die Golden Gate Brigde ist das Wahrzeichen der Stadt San Francisco, der gesamten San Francisco Bay Area und für viele neben der Freiheitsstatue von New York City ein Sinnbild für die Vereinigten Staaten.

Die Golden Gate Bridge gilt als die „tödlichste Brücke der Welt“, da sie aufgrund ihrer Bekanntheit wiederholt zum traurigen Schauplatz vieler Selbstmorde wurde. Mindestens 1100 Menschen, möglicherweise sogar mehr als 2000 (Stand: 2005), haben durch einen Sprung von der Golden Gate Bridge ihr Leben beendet. Mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h trifft man nach rund vier Sekunden auf das Wasser. Nur 26 Personen haben seit der Eröffnung der Brücke den 67 Meter tiefen Sturz in den nur wenige Grad kalten Pazifik überlebt. Statistisch gesehen bringt sich alle 14 Tage ein Mensch an der Brücke um.

Am Nachmittag machten wir dann unsere Hafenrundfahrt mit dem Schiff.D ie Hafenrundfahrt, die wir nach der Stadtrundfahrt hatten, führte uns dann bis unter die Golden Gate Bridge.

Auf der Rückfahrt fuhren wir dann um die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz herum, um auch diese von der Nähe zu besichtigen. Die Insel Alcatraz liegt mitten in der San Francisco Bay. Sie wurde früher als Standort für ein Hochsicherheitsgefängnis genutzt, dient aber inzwischen lediglich als historischer Schauplatz. Alcatraz steht unter der Aufsicht des US National Park Service. Die 500 Meter lange und bis zu 41 Meter hohe Sandsteininsel diente nicht nur als Standort für ein Gefängnis. Auf der 85.000 m² großen Insel befindet sich auch der älteste Leuchtturm der US-amerikanischen Westküste.

Am 12. Oktober 1933 begann der Umbau in eine Strafvollzugsanstalt, und am 1. Januar 1934 wurde Alcatraz zu einem Bundesgefängnis umfunktioniert. Wegen der eiskalten Wassertemperatur in der Bucht und der tückischen Strömung war „The Rock“ (Der Fels) für ein Gefängnis ideal gelegen, da eine Flucht als unmöglich erschien. Die ersten Gefangenen, 53 Häftlinge aus dem Staatsgefängnis in Atlanta, trafen 1934 ein. Alcatraz fungierte bis 1963 als Hochsicherheitsgefängnis, in dem die Gefangenen untergebracht wurden, die in anderen Gefängnissen als unverbesserlich und schwierig eingestuft wurden. Unter ihnen befanden sich so bekannte Gangster wie Al Capone (1934-39), Robert Stroud (1942-59), George „Machine Gun“ Kelly (1934-51),und Alvin „Creepy“ Karpis (1936-62)

Nach der Schließung der Anstalt 1964 waren etwa 40 Indianer nach Alcatraz gefahren und hatten dort ein Angebot verlesen, die Insel für 47 Cent pro Acre zu kaufen. Das war der Preis, den Kalifornien zu dieser Zeit Indianern als Ausgleich für unrechtmäßige Landnahme im vorhergehenden Jahrhundert bot. Die Indianer beriefen sich auf einen Vertrag aus dem Jahre 1868, der jedem Indianer die Nutzung von ehemaligem Bundesgebiet zusagte, falls dieses nicht mehr gebraucht würde.

Die „Indians of All Tribes“ (dt: Indianer aller Stämme), eine Gruppe junger Indianer, besetzte seit dem 20. November 1969 die Insel auf der gleichen Grundlage. In den folgenden Monaten gab es ein großes Presse-Echo und einigen Zulauf von Leuten, die zur Unterstützung einige Tage bis Monate nach Alcatraz kamen. Im Frühsommer 1971 beschloss die amerikanische Regierung die Insel gewaltsam zu räumen.

Heute ist Alcatraz eine Touristenattraktion mit über einer Million Besuchern pro Jahr. Der Zellenblock, der Speisesaal, die Bibliothek und der Gefängnishof können besichtigt werden. Darüber hinaus kann im ehemaligem Unterkunftsblock der Wachen eine kleine Gefängnisausstellung besichtet werden. Durch den eigentlichen Zellenblock wird man mit Hilfe von Tonbandkassetten in verschiedenen Sprachen (auch deutsch) geführt. Erreichen kann man die Insel mit der Blue & Gold Fleet am Pier 41 oder der Red & White Fleet am Pier 43 1/2. Eine Reservierung ist wegen des großen Andranges jedoch mindestens einen Tag (im Sommer mindestens vier Tage) vorher empfehlenswert.

Nach dem wir dann die stürmische Fahrt hinter uns hatten, machten wir uns wieder auf zum Pier 39. Hier machten wir Kaffeepause mit Kaffe und Donuts. Danach machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Telegraph Hill, um eines der ersten Wahrzeichen der Stadt, den Coit Tower, zu besuchen. Der „Coit Tower“, ein Aussichtsturm, wurde von Arthur Brown Jr. und Henry Howard 1934 erbaut. Lillie Hitchcock Coit, ein Kind der High Society, war eine große Verehrerin der tapferen Feuerwehrleute von San Francisco. Einer Legende nach half sie bei einem Brand in der Nähe von Telegraph Hill, und wurde so das Maskottchen der „Engine Company No. 5 of the Volunteer Fire Department“ (Freiwillige Feuerwehr). Bei ihrem Tod 1929 hinterließ sie der Gemeinde $ 100.000 für die Verschönerung der Stadt. Mit dieser Spende wurde schließlich 1934 der 64 Meter hohe Aussichtsturm im Art Deco-Stil auf dem Telegraph Hill zu Ehren der freiwilligen Feuerwehr errichtet. Nach dem Fußmarsch und vielen Treppen kamen wir am Sockel des Turmes an. Leider war der Turm geschlossen. Trotzdem konnte man von hier oben einen schönen Blick über die Stadt genießen.

Lange hielten wir uns hier oben nicht auf. Unsere nächstes Ziel war die Zentrale der weltberühmten Cable Car von San Francisco. Wie alle Fußmärsche hier in dieser Stadt, war auch dieser sehr anstrengend. Da wir aber, vom Meer her gesehen, schon beim Erreichen des Coit Towers die häfte hinter uns hatten, gingen wir es an. Auf dem Weg zur Zentrale mit dem Cacle Car Museum kamen wir an der Kirche vor bei, in der im Jahre 1954 die berühmte Marilyn Monroe den Baseball-Star Joe DiMaggio heiratete.

Hier ein paar Kalenderdaten zu der Cable Car:

  • 2. August 1873 – Andrew Hallidie testet das erste Kabelbahn-System nahe Nob Hill, Clay- und Jones-Street.
  • 1. September 1873 – Die Clay-Street-Linie startet den öffentlichen Betrieb
  • 1877 – 1892 – weitere Linien entstehen, der Antrieb wird von Pferden auf Dampfmaschine umgestellt.
  • 18. April 1906 – Das große Erdbeben von San Francisco zerstört alle Cable-Car-Linien. Der Wiederaufbau erlaubt es, einheitliche Bahnen in ganz San Francisco einzurichten.
  • Mai 1912 – Acht Cable-Car-Linien sind in Betrieb.
  • 1912 – 1964 – Schließung vieler Linien und Protest der Bürger San Franciscos gegen die vollständige Demontage.
  • 1. Oktober 1964 – Die Cable Cars sind in ihrer heutigen Form ein Nationaldenkmal.

Bei den Kabelbahnen von San Francisco läuft das Seil in einem Graben unterhalb der Straße. Die Wagen greifen mit einer Spannklaue durch einen Schlitz in der Fahrbahn das Seil. Das Seil ist endlos umlaufend. Am Ende einer Linie wird der Wagen auf einer Drehscheibe gedreht und kann auf der Gegenfahrbahn mit dem rücklaufenden Seil zurück fahren.

Das Cable Car Museum befindet sich auf der Galerie des Maschinenhauses und ist ohne Eintrittsgeld zu besuchen. So altertümlich die Technik hier auch ist, umso mehr ist diese zu bewundern, mit welchem Ingenieursgeist damals diese Bahn entwickelt wurde. Heute würde man wahrscheinlich mit dem Computer beweisen, das diese Bahn gar nicht zu realisieren ist. Nach dem Rundgang im Museum und dem Betrachten der Antriebe gingen wir noch in den Keller. Hier unten befanden sich die großen Umlenkrollen der Seilbahn.

Nach dem Besuch des Museums ging nur noch bergab. Schnurstracks machten wir uns am späten Nachmittag in Richtung Hotel auf. Nicht aber, ohne vorher noch eine Supermarkt zu besuchen, um noch einige Dinge einzukaufen. Als wir uns dann im Hotel etwas von dem langen Fußmarsch erholten, machten wir uns auf zum Pier 39. Wenigstens einmal wollte ich im Hard Rock Cafe Essen gehen, zumal dies erst vor kurzem hierher umgezogen ist. Ich nahm natürlich meinen Cheeseburger und war auch darauf vorbereitet, den Rest der anderen Portion auch noch zu essen. So kam es dann auch. Der Abend klang gemütlich aus.

Der Urlaub ging mit großen Schritten seinem Ende entgegen.

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