15. Tag: Von Solvang nach Los Angeles

  • Tagesetappe über 230 km
  • Bundesstaaten: Kalifornien
  • Örtlichkeiten: Beverly Hills, Walk of Fame, Chinese Theatre, Universal Studios
  • Reiseroute auf Google Maps

Nun war es dann doch soweit. Der letzte Tag der Reise begann. Wir haben mal wieder auf dem Zimmer Frühstück gemacht, gegessen wurde alles, was unser Verpflegungskoffer noch her gab. Viel war es nicht, aber man musste zufrieden sein. Der Bus stand vor unserer Zimmertür, so dass wir sofort zur Abfahrt bereit waren. Wir liesen eine schöne kleine Stadt mit einem besonderen Flair zurück.

Schon bald erreichten wir den Highway und wir konnten die Tour mit einer Fahrt am Rand der Stanta Ynez Mountains fortsetzen. Zu unserer Rechten sahen wir den Pazifischen Ozean, der am Morgen noch etwas vernebelt aussah. Immer wieder konnte man am Strassenrand eine an einem großen Mast hängende Glocke erkennen. Davon allerdings später mehr. Unseren ersten Halt machten wir dann auch schon wieder. Und zwar in dem bekannten Ort Santa Barbara, in dem ich auf meiner ersten Tour 1997 übernachtet hatte.

Santa Barbara ist eine Stadt im mittleren Kalifornien. Sie ist die Hauptstadt des Santa Barbara Countys. Bei der Erhebung von 2000 wurden in der Stadt insgesamt 92.325 Einwohner gezählt.

Die Stadt befindet sich etwa 137 km nordwestlich von Los Angeles, direkt an der Küste des Pazifik. Wegen ihres Mittelmeerklimas wird diese Küste an der Südseite von Santa Barbara County oft als „Amerikanische Riviera“ bezeichnet.

Den einzigen Stop hier in Santa Barbara machten wir am Stearns Wharf.
Diese Anlage wurde 1872 vollendet und war das längste Tiefsee Pier zwischen Los Angeles und San Francisco. Von Anfang an hatte Stearns Wharf mit Naturkatastrophen und wirtschaftlichen Katastrophen zu kämpfen, vom großen Erdbeben von 1925 bis zum Brand 1973, der die Schließung zur Folge hatte. Das Wharf blieb sechs Jahre geschlossen, danach begann der Wiederaufbau und 1981 wurde er wieder eröffnet. Ein weiterer Brand im Winter 1988 verwüstete die hinteren 50m des Wharf, einschließlich des Moby Dick Restaurants. Dennoch war der Rest des Wharf weiterhin geöffnet, der Wiederaufbau dauerte zwei Jahre. Der neue Stearns Wharf ist heute die größte Sehenswürdigkeit von Santa Barbara.

Wieder zurück auf dem Highway sahen wir wieder die Hinweise auf den Camino Real, hier nun die bereits angesprochenen Informationen.
El Camino Real ist eine der ältesten Verbindungsstraßen Kaliforniens. Sie verband 21 christliche Missionen an der Südwestküste der USA. Seine Route beginnt in San Francisco und endet in San Diego an der mexikanischen Grenze. Je mehr wir uns Los Angeles näherten, um so größer wurde die Verkehrsdichte auf dem Highway. Anbei nun einiges über die Stadt Los Angeles.

Der Name der Stadt „Los Angeles“ kommt aus dem spanischen Los Ángeles. Sie liegt am Pazifischen Ozean und dem Fluss Los Angeles. Mit vollem Namen hieß die Stadt ursprünglich: „El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Ángeles del Río de Porciúncula“. Die häufig (auch umgangssprachlich) verwendete Abkürzung lautet „L.A.“.

Der Stadtkern und die Vororte von Los Angeles liegen in einer hügeligen Küstenregion durchschnittlich 32 Meter über dem Meeresspiegel. Im Westen und Süden grenzt die Stadt an den Pazifischen Ozean. Im Osten und Norden ist sie von Gebirgsketten umgeben. Ebenfalls im Norden der Stadt liegt das San Fernando Valley, in dem ein Drittel der Bewohner überwiegend in Einfamilienhäusern lebt. Das Tal ist durch den Griffith Park und die Santa Monica Mountains von Hollywood und der Innenstadt abgeschnitten.

Unser erstes Ziel in Los Angeles war Beverly Hills. Eigentlich stimmt dies nicht so ganz, denn Beverly Hills ist eine eigenständige Stadt innerhalb des Los Angeles County.

Die Stadt ist bekannt wegen der vielen berühmten Schauspielerinnen und Schauspieler, die dort wohnen, sowie wegen ihrer exklusiven Einkaufsmöglichkeiten, etwa am Rodeo Drive. Der Rodeo Drive ist eine Straße in Beverly Hills. Er verläuft zwischen dem Wilshire Boulevard im Süden und dem Sunset Boulevard im Norden. Der drei Häuserblöcke lange Abschnitt zwischen Wilshire und Santa Monica Boulevard ist eine exklusive Einkaufs- und Flaniermeile, die von den reichen und prominenten Einwohnern der Umgebung genutzt wird. Bis in die frühen 1950er Jahre war die Straße ein Pferdeweg. Erst in den 1970er Jahren entstand die heutige Einkaufsstraße. Die Grundstückspreise und Mieten zählen inzwischen zu den höchsten der Welt, von denen auch die umliegenden Straßen wie der „Beverly Drive“ und der „Cañon Drive“ im sogenannten „Goldenen Dreieck“ profitieren.

Als nächstes stand nun der wohl bekannteste Stadtteil von Los Angeles auf unserem Programm. Hollywood. Hollywood ist ein Vorort von Los Angeles mit etwa 300.000 Einwohnern. Weltbekannt wurde Hollywood als Zentrum der amerikanischen Filmindustrie. Heute wird der Begriff „Hollywood“ oft auch als Synonym für die dort ansässige Filmindustrie benutzt. Viele Amerikaner bezeichnen Hollywood dagegen abwertend mit dem Spitznamen „Tinseltown“ („Stadt des Talmi bzw. des Tands“ – falsches Gold). In den Hollywood Hills über der Stadt befindet sich das bekannte Hollywood Sign.

Das Örtchen Hollywood, das im Jahre 1888 von der Familie Wilcox gegründet wurde, begann seinen Aufstieg 1911, als David Horsley’s Nestor Company hier das erste Filmstudio eröffnete. Noch im gleichen Jahr übersiedelten 15 weitere, „Independents“ genannte Firmen von New York City, dem damaligen Zentrum der Filmindustrie. Es gab mehrere Gründe für diesen Umzug. Die wichtigsten waren das geeignetere Klima und die längeren Tage (zu dieser Zeit hatte man noch kein adäquates Kunstlicht, man drehte also entweder im Freien oder in einem Studio mit Glasdach o. Ä.).

Zuerst nach unserer Ankunft beichtigten wir den „Walk of Fame“. Der „Walk of Fame“ ist ein Stück Gehweg an der Kreuzung des Hollywood Boulevard mit der Vine Street in Hollywood. Auf diesem Straßenstück sind über 2200 Sterne eingelassen, auf denen Prominente geehrt werden, die eine wichtige Rolle in der Unterhaltungsindustrie hatten oder haben. Eingerichtet wurde der Walk of Fame im Jahr 1958. Jeder Stern besteht aus altrosafarbenem Terrazzo. Im Stein ist der Name der Künstlerin, des Künstlers bzw. der Gruppe eingelassen, außerdem ein Symbol für die Sparte, in der die Ehrung stattfindet. Mit dem allerersten Stern wurde Joanne Woodward geehrt.

Als Symbole werden verwendet:

  • Film
  • Fernsehen
  • Musik
  • Radio
  • Theater

Kaum ein Kino wurde so stark zum Symbol und Wahrzeichen eines Ortes wie das „Chinese Theatre“ für Hollywood. Das liegt natürlich nicht nur an seiner außergewöhnlichen Architektur sondern vor allem an seinem Vorplatz, an dem bisher an die 200 Filmstars ihre Hände, Füße und in einem Fall sogar Nase in Zement verewigt haben. Das „Chinese Theatre“ war das letzte Kino des berühmt berüchtigten Unternehmers und Entertainers Sid Grauman (1927 Mitbegründer der ‚Academy of Motion Pictures Arts and Sciences‘ und 1948 ausgezeichnet mit einem Ehrenoscar).

Sid baute 1927 „Grauman’s Chinese Theatre“ im Herzen Hollywoods – sein letztes Filmtheater, unweit von dem „Egyptian Theatre“. Obwohl Sid Grauman nie der alleinige Besitzer war, trug es doch durch und durch seine Handschrift. Er besaß ein drittel der Anteile die er schon 1929 an die „Fox West Coast Theatres“ verkaufte.

Der Zufall wollte es, das wir genau an dem Tag das Theater besuchten, als der Schauspieler Johnny Depp seine Abdrücke in den Zement presste. Das wir hier nicht die einzigen Besucher waren lässt sich sicherlich denken. Hier ein paar Szenen aus dem Innenhof während der Zeremonie.

Angrenzend an das Chinese Theatre ist das relativ neue Kodak Theatre. „Oscar“ ist wieder Zuhause in Hollywood . Als Teil eines massiven Entwicklungsprojektes an der Kreuzung Hollywood und Highland Boulevards findet die Oscar Verleihung seit März 2002 wieder in ihrer alten Heimat statt. Das Kodak Theatre liegt gegenüber dem Hollywood Roosevelt Hotel, wo die erste Verleihung im Jahr 1929 stattfand ist es einzig in seiner Art weltweit. Das neue Kodak Theater, mit 3.500 Plätzen ist das Centerpiece von Trizec Hahns 567 Millionen Dollar Entertainment Komplex.

Natürlich konnten wir nur durch die große Halle spazieren, aber ein Hauch von Hollywood erfasste uns trotzdem. An den beleuchteten Säulen sind die prämierten Filme ersichtlich.

Nachdem wir uns dann aller wieder, mehr oder weniger pünktlich, am Bus zusammenfanden, ging es zum letzten offiziellen Programmpunkt unserer Reise. Ein Großteil besuchten die Universal-Studios Hollywood. Wir waren natürlich auch dabei.

Die Universal Filmstudios wurden von dem deutschen Carl Lämmle gegründet. „Carl Lämmle“ (geb. 17. Januar 1867 in Laupheim; † 24. September 1939 in Beverly Hills) gehört zu den einflussreichsten Gestalten amerikanischen Filmgeschichte. Als Gründer und Vorsitzender der Universal Studios gehörte er zu den mächtigsten Studiobossen seiner Zeit und gilt als Gründer Hollywoods. Laemmle wanderte 1884 in die USA aus und gründete dort 1910 seine erste Filmfirma, die I.M.P. oder „Independent Motion Picture Company“.

Nach einer kurzen Orientierung begaben wir uns zunächst zur Abfahrtsstelle der Studiotour. Mit einem Zug geht es hier durch die Studios, durch die verschiedenen Strassenzüge der Kulissenstädte und auch durch Hallen, die auf Filme bezogene Kurzvorführungen zeigen. Wir sahen hier viele bekannte Filmkulissen, wie zum Beispiel das „Bates Motel“ aus dem Hitchkock Klassiker „Psycho“ oder aber das Rathaus mit der Turmuhr aus dem 3-Teiler „Zurück in die Zukunft“.

Während der Tour kamen wir auch an dieser ominösen blauen Wand vorbei mit einem Teich davor. Hier werden zum Beispiel Großeinstellungen gedreht, die auf Seen oder Ozeanen spielen. Die Einstellungen der Landekapsel aus dem Film „Apollo 13“ oder die Szenen aus „Der weiße Hai“ wurden hier gedreht.

An einem kleinen beschaulichen See fuhren wir dann auch noch vorbei. Plötzlich und unerwartet wurde der Angler, der inmitten des Sees in einem Boot saß, ins Wasser gestürzt und unter Wasser gezogen. Das Wasser schien zu kochen und an der Stelle, an der eben noch der Angler saß, verfärbte sich das Wasser blutrot. Am Ende des Sees tauchte dann der Grund des Ganzen auf – der weiße Hai. Mit seinem aufgerissenen Maul schwamm er an unserem Tourbus vorbei. Dabei wurde das Pier umgerissen und die darauf stehenden Benzinkanister explodierten mit einem lauten Knall. Nach diesem „Schreck“ ging die Fahrt dann wieder ruhiger weiter. Wir besuchten noch einige andere Kulissenhalle wie zum Beispiel „King Kong“, „Erdbeben“ und auf einem Freigelände die Kulisse des neuesten Kassenschlagers der Universal Studios „Kampf der Welten“. Die hier dargestellte Kulisse zeigte eine Absturzstelle einen Jumbo-Jets. Genau der richtige Anblick für uns, ca. 24 Stunden vor unserem Rückflug.

Als letzen Programmpunkt besuchten wir die Wassershow von „Waterworld“.

Das war es dann.

Die Tour 2005 endete mit dem Verlassen der Studios. Wir wurden ins Hotel gebraucht, wo wir uns von unserer Reiseleiterin und auch natürlich von unserer Busfahrerin verabschiedeten.

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