2. Tag: Von Newcastle (GB) – Belfast

  • Reise 2016 – Irland
  • Tagesetappe über 284 Km (England/Schottland); 78 Km (See); 14 Km (Nord -Irland)
  • Länder/Regionen: England, Schottland, Nord-Irland

Wie so üblich hatten wir schon lange vor dem eigentlichen, offiziellen Wecken an Bord der Fähre ausgeschlafen. Um 5:30 Uhr war die Nacht zu Ende. Zu berücksichtigen ist aber, das wir nun inzwischen die Uhren eine Stunde zurück gestellt hatten. Da wir in unserer Innenkabine relativ wenig von der Außenwelt mitbekamen, machte ich mich mal kurz auf den Weg zu den Geschäften und Restaurants, denn hier konnte man an großen Fenstern nach draußen blicken. Und siehe da: Wir hatten land in Sicht. So wie es aussah, fuhren wir schon lange in Sichtweite zur Küste am englischen Festland entlang. Am Ziel waren wir aber noch lange nicht.

Die englische Küste Richtung Flußmündung Sonniger Morgen

Gegen 6:45 Uhr machten wir dann Frühstück, und zwar in dem selben Restaurant, in dem wir gestern unser Abendessen eingenommen hatten. Auch das Frühstück war sehr gut und für jeden war das Richtige dabei. Natürlich auch unsere immer geliebten Speck. und Eier, Grillwürstchen und Bratkartoffeln. Schließlich stand uns ein langer Tag bevor.

Gegen 9:30 Uhr erreichten wir unser erstes Etappenziel für heute. Newcastle upon Tyne, wie die Stadt in England mit komplettem Namen heißt. Die Stadt liegt am Nordufer des Flusses Tyne, den sie auch in ihrem Namen trägt. Newcastle hat runde 280.000 Einwohner und ist Partnerstadt von Gelsenkirchen. Die Grundlage von Newcatle bildete ein normannisches Kastell, das hier um 1080 errichtet wurde. Auch die erste Fabrik für den Bau von Dampflokomotiven überhaupt, gegründet von Robert Stephenson, befand sich in Newcastle.

Direkt an der Mündung des Tyne, den wir nun flussaufwärts in Richtung Newcastle befuhren, liegt die Ruine des Tynemouth Castle. Ebenso befinden sich auf dem Gelände Reste einer Benediktinerpriorei. Die Priorei wurde Anfang des 7. Jahrhunderts gegründet. Man denkt, dass es zur Zeit um 1095 bereits eine Burg an dieser Stelle gab, die aus Erdwällen und einer hölzernen Einpfählung bestand. 1296 erhielt der Prior von Tynemouth die königliche Erlaubnis, das Kloster mit Steinmauern zu umgeben, was er auch tat. 1390 wurde ein Torhaus auf der Landseite der Burg hinzugefügt. Bis heute sind ein großer Teil der Struktur der Priorei und auch des Torhauses und der 975 Meter langen Mauern der Burg erhalten.

Da wir unsere Koffer schon vor dem Frühstück wieder gepackt hatten, konnten wir relativ schnell nach dem Anlegen von Bord gehen. Die Formalitäten beim Zoll waren schnell erledigt und wir konnten vor dem Terminal auf unseren Bus warten. Dies zog sich ca. eine halbe Stunde hin, denn Anhand der Tatsache, das unser Bus in Amsterdam als letztes verladen wurde, konnte er auch jetzt erst als letzter wieder die Fähre verlassen.

Als dann der Bus endlich wieder bei uns war, konnte das Gepäck wieder verladen werden und wir machten uns auf den Weg Richtung Westen, also quer durch England; OK, zugegeben, das letzte Teilstück der Route lag in Schottland……

 Ruine des Tynemouth Castle Grüne Insel Linksverkehr

Ach ja, ab jetzt hatten wir Linksverkehr. Auch als einfacher Fußgänger sollte man darauf achten, denn beim Überqueren der Straße kommen schauen wir eigentlich zuerst in die falsche Richtung.

Wir machten nun also quasi „Kilometer“, und zwar auf der A69. Auf dieser Autobahn fuhren wir bis Carlisle. Fast parallel zu unserer Strecke verläuft der Hadrianswall. Der Hadrianswall war ein römisches Grenzbefestigungssystem desbritannischen Limes, das zwischen Newcastle und Solway Firth, nahe der heutigen Grenze zwischen Schottland und England in Großbritannien, angelegt war. Er wurde zwischen 122 und 128 n. Chr. auf Anordnung Kaiser Hadrians (76–138) erbaut. Der Wall erstreckte sich auf einer Länge von rund 117,5 Kilometern, er war zwischen 2,5m und 3m breit und 5m hoch..

Schon jetzt konnten wir uns auf die Landschaft einstimmen. An dem „Vorurteil“ grüne Insel ist so manches Wahres dabei. Insbesondere der berühmte englische Rasen machte seinem Namen alle Ehre.

Bei Carlisle wechselten wir die Autobahn und fuhren dann zuerst auf der M6 und dann auf die A75. Nun überfuhren wir die schottische Grenze. Bei Dumfries, gleich hinter Carlisle, so gegen  12:30 Uhr, machten wir eine kleine Pause an einer Tankstelle.

Danach ging die Fahrt zügig weiter. Der Südwesten Schottlands zeigte sich uns von seiner besten Seite. Sehr schöne Landschaften zogen an uns vorüber. Leider konnten wir aus Zeitgründen nicht für den einen oder anderen Fotostopp anhalten, wir mussten ja unsere Fähre erreichen.

Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir um 14:45 Uhr unser Ziel, die Fähre nach Belfast. Unser Fahrer macht für das Einchecken alles klar und wir konnten zusammen mit dem Bus in den Laderaum fahren. Für die Überfahrt machten wir es uns auf dem Freideck gemütlich, nur kurz unterbrochen, um mal einen Kaffee trinken zu gehen.

Landschaft Landschaft Fähre in Sicht
Landschaft Chillen auf dem Deck Leuchtturm vor Belfast

Hier unsere Fähre:

„Stena Line – Superfast VII“

Technische Daten:

  • Länge: 204m
  • Baujahr: 2001
  • Ladepapazität an PKW: 660
  • Passagiere: 1200

Ein langer Tag neigte sich nun dem Ende zu.


Unser Hotel „Loughshore Hotel Belfast“ in Carirrickfergus

Weblink: http://www.loughshorehotel.com/de/

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