6. Tag: Rund um den „Ring of Kerry“

  • Reise 2016 – Irland
  • Tagesetappe über 201 Km
  • Örtlichkeiten: Killorglin, Schäfer Brendan Ferris, Waterville, Killarney National Park mit Ladies View, Muckgross House

An diesem Tag brauchten wir keine Koffer zu Packen. Wir machten praktisch einen Tagesausflug. Auf der Tagesordnung stand die Fahrt auf dem „Ring of Kerry“. Dieser „Ring of Kerry“ ist eine 179km lange Panoramastraße im County Kerry. Wir durften aus verkehrstechnischen Gründen die Straße nur gegen den Uhrzeigersinn befahren. Die Straße umrundet, mal mehr oder weniger nah an der Küste, die Halbinsel Iveragh.

Die Fahrt führte uns zunächst in südlicher Richtung zum Anfang der Halbinsel. Nach einer Stunde fahrt machten wir dann unseren ersten Halt. Wir besuchten die Fischräucherei KRD FISHERIES in dem Städtchen Killorglin am River Laune. Killorglin hat 4150 Einwohner und der Name heißt so viel wie „Kirche des Orglin“. Wegen der Lage an zwei Hauptverkehrsadern wir die Stadt auch das Tor zum Ring of Kerry genannt. Wir machten also Rast bei der Räucherei wo man einen sehr schönen geräucherten Lachs kaufen konnte. Ich aber bevorzugte den Andenkenladen nebenan. Hier blieben wir eine halbe Stunde.

Alle Mitbringsel aus dem Andenkenladen und alle eingeschweißten Räucherlachse wurden im Bus verstaut und die Fahrt konnte weiter gehen.

Wir fuhren dann weiter über den River Laune. Auf dieser Brücke steht ein Ziegenbock aus Bronze. Hintergrund ist folgender. Am 10. August jeden Jahres wir ein Ziegenbock zum König von Killorglin gekrönt. Diese Krönung erfolgt von der ältesten Jungfrau der Stadt (also ein Kind aus der 6. Grundschulklasse…….). Das Fest wird „Puck Fair“ genannt. Woher diese Tradition stammt ist nicht genau bekannt.

Blick zurück auf Tralee Killorglin Fischräucherei mit „Giftshop“
Der Ziegenbock am River Laune Überquerung des River Laune Mehr sah man von unserer Straße nicht

Auf dem Programm stand nun eine Vorführung eines Schäfers. Wider Erwarten war diese Vorführung sehr interessant. Wir machten also Halt bei „Caitin´s Hotel“. Hier besuchten wir also den Schäfer Brendon Ferris mit seinen Hunden und Schafen. Zwei Hunde hielten hier mehrere kleinen Gruppen von Schafen quasi in Schach. Gelenkt wurden die Hunde nicht etwa durch zurufe, sondern durch Pfiffe. Interessanter Weise hat jeder Hund eine eigene Art von Pfiffen, sodass einmal der eine Hund agierte und ein andermal der andere Hund. Für uns hörten sich beide Pfiffe gleich an. Die Schafe wurden zum Beispiel am hinteren Ende der Weide zusammengetrieben, blieben aber am Platz. Ein Pfiff später wurden dann die Gruppen zum Schäfer hergebracht. Wir konnten uns im Vorfeld von der Vorführung kein Bild machen, aber es war den Halt schon Wert.

Nach der Vorführung mit den Hunden wurden uns noch die unterschiedlichen Schafrassen vorgeführt, die es hier auf Irland gibt.

Den Abschluss machten wir dann an der Bar des Hotels bei einem echten „Irish Coffee“, der sofort für beste Stimmung und gute Laune sorgte.

Schäfer Brendon Ferris Schäfer Brendon Ferris Schäfer Brendon Ferris
 
 Irish Coffee in Caitin´s Hotel   Blick zum Meer

Kurz vor Cahersiveen machten wir wieder mal einen Halt an einer Häuserruine. Dies war das Geburtshaus von Daniel O’Connell, einem irischen Politiker der von 1775 bis 1847 lebte. Er trug den Beinamen „The Liberator“ (der Befreier) und war der herausragende Politiker Irlands in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er setzte sich vor allem für die Gleichberechtigung der Katholiken und die Aufhebung der Union zwischen Irland und Großbritannien ein. Wir machten hier aber nur einen Fotostopp.

Nach der Weiterfahrt kamen wir dann am Monument des „St. Brendan the Navigator“ vorbei. St. Brendan ist ein irischer Heiliger, der um 484 geboren wurde. Er war Gründer zahlreicher Klöster. Bekannt wurde er durch eine Seereise, die er mit zwölf Gefährten unternahm. Er wollte eine geheimnisvolle Insel im Westen finden, die „Terra Repromissionis sanctorum“. Brendan ist der Schutzpatron der Schiffer.

Dies war das Geburtshaus von Daniel O’Connell
Monument des „St. Brendan the Navigator“

Pünktlich um die Mittagszeit erreichten wir dann das Dorf Waterville. Oder „An Coireán“ auf Irisch. Der irische Name bedeutet so viel wie „der kleine Strudel“ und kommt vom Strudel, der sich im Currane River bildet. Charlie Chaplin verbrachte hier viel Zeit und ihm zu Ehren wurde am Strand ein Denkmal errichtet. Das beschauliche Waterville hat ca. 465 Einwohner. Das erste funktionierende Transatlantik Kabel wurde 1865 zwischen Heart´s Content in Neufundland und bis in die Nähe von Waterville verlegt.

In Waterville machten wir unsere Mittagspause. Zuerst besuchten wir aber die Strandpromenade und das Denkmal von Charlie Chaplin. Nach einem kleinen Spaziergang besuchten wir dann das kleine „Beachcove Café“ in einer Seitenstraße. Danach ließen wir uns dann am Strand noch etwas den Wind um die Ohren wehen, bevor wir dann wieder weiter fuhren.

 Impressionen aus Waterville
 

Kurz nachdem wir Waterville hinter uns ließen, konnten wir wieder mal einen Fotostopp bei einem Famine House machen. Dieses steht an den Straßenkreuzungen bei Ardkeragh.

Famine House

Schon wenige Kilometer weiter machten wir wieder Rast. Und zwar am „Ring of Kerry Lookout“. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Meer und auf die irische Küste. An der Einfahrt zum Parkplatz steht eine Steinfigur der Jungfrau Maria. Was an solchen belebten und von Touristen bevölkerten Ort nicht fehlen darf sind Verkaufsstände. Hier wurden allerlei Dinge angeboten, unter anderem auch Honigschnaps. Ganz legal sind diese Verkaufsstände nicht, und auch nicht das was verkauft wurde. Nichts desto trotz eignet sich dieser Platz sehr gut zu Rasten bei einer beeindruckenden Aussicht.

Etwa einen Kilometer von Catherdaniel entfernt konnten wir einen kurzen Halt beim „Catherdaniel Stone Fort“ einlegen. Die frühmittelalterliche Steinburg stammt aus dem 6. Jahrhundert. Mit einer Struktur aus 6m hohen und 3 Meter dicken Wänden war dies sicherlich ein starkes Bollwerk gegen Feinde jeglicher Art.

„Catherdaniel Stone Fort“

Nach nun einigen kürzeren Pause mussten wir nun wegen der Lenkzeit unseres Fahrers eine größere Pause einlegen. Diese machten wir in dem Dörfchen Sneem (ir. An tSnaidhm). Sneem, das an dem gleichnamigen Fluß liegt, hat 557 Einwohner. Hier in Sneem konnten wir uns nun die Beine vertreten. Mitten durch den Ort fließt der Fluß Sneem über scharfkantige und zerklüftete Felsen. Von der Brücke aus hatte man einen schönen Blick über den Fluß und auf die sich dahinter befindende Landschaft.

     
     

Nach der verdienten Pause machten wir uns wieder auf den Weg. Auf dem folgenden Teilstück unserer Route wurde uns bewusst, warum Busse nur in einer Richtung den „Ring of Kerry“ befahren dürfen. Die Strecke war sehr kurvenreich, teilweise durch Büsche und Bäume sehr uneinsichtig und sehr schmal. Selbst normale PKW als Gegenverkehr verlangte von unserem Fahrer einiges ab – aber er das alles bestens gemeistert. Unser Weg führte uns etwas in nordöstliche Richtung zum „Killarney National Park“  (irisch: Páirc Náisiúnta Chill Airne). Der 100km² große Nationalpark grenzt an die gleichnamige Stadt. In ihm befinden sich die drei Seen Lough Leane, Muckross Lake und Upper Lake. Alleine die Seen bedecken 22km² der Parkfläche.

Unseren ersten Halt machten wir am Aussichtspunkt „Ladies View“ im Südwesten des Parks. Von hier aus hat man schöne Aussichten über den Park. Schon die Hofdamen der Königin Victoria kamen 1861 hierher, weshalb der Aussichtspunkt den Namen „Ladies View“ erhielt. Unterhalb des Aussichtspunktes liegt der Upper Lake.

„Ladies View“

Nach dem Einsammeln der vielen schönen Eindrücke ging unsere Fahrt durch den Nationalpark weiter. Auf dem Programm stand nun die (äußere) Besichtigung des „Muckross House“;  irisch Teach Mhucrois. Erbaut wurde dieser herrschaftliche Sitz von 1839 bis 1843 und liegt am Muckross Lake. Das Haus wurde von der aus Wales stammenden Familie der Herberts erbaut. Gesellschaftlicher Höhepunkt war der Besuch der britischen Königin Victoria im August 1861. Im Vorfeld dieses Besuchs wurden die Gartenanlage und das Haus weiter ausgebaut, was Unsummen an Geld verschlang. Wir konnten wie erwähnt das Haus nur von außen besichtigen, allerdings konnten wir in den Gärten etwas spazieren gehen. Besonders beeindruckt waren wir von dem Rhabarber. Nicht vom Rhabarber als solches, sondern von der Größe der Pflanzen. Blätter so groß wie Wohnzimmertische und Staudenhöhen von mehr als 3 Meter waren schon beeindruckend.

Einen schönen Blick auf das Haus hat man vom See aus. Viele Familien nutzten die riesige Rasenfläche zum Picknicken oder zum Spielen mit den Kindern. Das ist übrigens in allen öffentlichen Parks erlaubt. Vielleicht liegt es daran, dass die Familien den Rasen so sauber hinterlassen wie sie in vorgefunden haben.

Muckross House

      
 

Nach der Weiterfahrt kreuzten wir die Stadt Killarney (irisch Cill Airne, „Die Kirche der Schlehen“), die ja dem Nationalpark den Namen verlieh. Die Stadt hat ca. 14.000 Einwohner. Der durch die Münchhausen-Geschichten bekannt gewordene Rudolf Erich Raspe liegt nahe Killarney, auf dem Friedhof Killeaghy, in einem anonymen Armengrab begraben.

Hinter Killarney verließen wir den „Ring of Kerry“, da wir ja wieder zurück nach Tralee fuhren. Den Touristischen Abschluss machten wir dann in Tralee. Wir gingen etwas spazieren. Zuerst besuchten wir die Saint John´s Church. Danach durchwanderten wir den „Park of Tralee“ mit seinen Rosenbeeten. Hier stand natürlich alles im Zeichen der „Rose of Tralee“, über die ich ja gestern bereits berichtete.

 
 

Mit einem gemeinsamen Abendessen ließen wir den langen Tag ausklingen.


Unser Hotel in Tralee

Weblink: meadowlandshotel.com

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