1. Tag: Anreise nach Lübeck

  • Reise 2017 – Zum Nordkap und zurück
  • Tagesetappe über 645Km
  • Holstentor, Ufer der Trave, Marktplatz, Altstadt

Diese Reise zum Nordkap war alles andere als eine spontane Idee. Es dauerte bestimmt drei Jahre, bis wir uns endlich im Frühjahr 2017 dazu entschlossen hatten, diese Reise zu Buchen. Von der ersten Minute an bangten wir um die Durchführung dieser Reise, falls die Teilnehmerzahl nicht ausreicht. Jedoch erhielten wir bereits im Reisebüro die vorläufige Zusage, denn es wurden zwei Reisegruppen von zwei Anbietern zusammengelegt.

Dieses Zusammenlegen erzeugte natürlich eine neue Spannung, schließlich kannten wir das Busunternehmen nicht, das im saarländischen Spiesen-Elversberg beheimatet ist. Denn diese Tour sollte in diesem Jahr von den Kollegen aus dem Saarland durchgeführt werden. Ich will nicht vorgreifen, aber es war alles bestens.

Da wir uns in diesem Jahr auf “unbekanntem Terrain” bewegen mussten, war natürlich die Hauptfrage unserer Vorbereitung: Was nehmen wir mit? Gut, bei uns waren zu diesem Zeitpunkt an die dreißig Grad und es war schon seltsam, Sachen für den Winter einzupacken. Gegen Mitte der Reise, also um das Nordkap herum, waren wir sehr froh um jedes warme Kleidungsstück das wir dabei hatten.

Und plötzlich war der da, der Tag der Abreise. Pünktlich, um nicht zu sagen überpünktlich waren wir bei unserem Busunternehmen auf dem Betriebshof. Der Abfahrtermin rückte immer näher, aber keine holte uns ab. War schon sehr bedenklich. Schließlich kam alles in die Gänge. Wir wurden, zusammen mit einigen Reisekollegen, mit einem Kleinbus vom Betriebsgelände abgeholt und zum großen Sammelpunkt gebracht. Dies war der Autohof an der A6 bei Grünstadt. Wir hatten kaum unser Gepäck ausgeladen, kam auch schon unser richtiger Bus angefahren. Was soll ich sagen, wir wurden herzlich von der Reiseleitung und vom Fahrerteam empfangen. Nach dem verladen von unserem Gepäck ging es dann so richtig los. Auf nach Lübeck!

Unser Bus – unser zu Hause für die nächsten 2 Wochen

Richtung Norden, dann immer geradeaus! So hieß es früher einmal in einer Fernsehwerbung. Daran hielten wir uns dann auch. Die Fahrt war sehr harmonisch und ruhig; schon bald wurden die ersten Brote ausgepackt und nachdem das Eis gebrochen war wurden auch schon bald die ersten “Kaltgetränke” aus dem Board Fundus bestellt. Längere Pausen machten wir dann an den Raststätten “Rheinhardshain” und “Harz”. Da wir uns aber immer noch auf einer deutschen Autobahn befanden kamen wir auch in einen größeren Stau. Moderne Technik wie Smartphone und Navi mit Verkehrsfunk ermöglichte uns, diesen über ein paar Kilometer Landstraße zu Umfahren.

Gegen 14:15 Uhr fuhren wir an der Hansestadt Hamburg vorbei. Unser Ziel rückte nun immer näher. Trotzdem aber dauerte es noch bis um 16:00 Uhr bis wir Lübeck erreichten. Wir konnten sogar ziemlich zentral einen Busparkplatz finden. Hier begann dann unser Rundgang durch die Altstadt von Lübeck. Die Stadt hat etwa 200.000 Einwohner und ist damit die Zweitgrößte des Landes Schleswig-Holstein nach Kiel. Lübeck liegt an der unteren Trave, die nach Lübeck in die Ostsee mündet. Der Name Lübeck leitet sich von dem slawischen Wort “Liubice” ab, das so viele wie “lieblich” bedeutet. Im Jahre 1160 erhielt Lübeck das Stadtrecht.

Als erstes auf dem Rundgang kamen wir zum berühmten Holstentor. Die älteren unter uns kennen das Tor noch vom guten alten 50 DM Schein. Das Holstentor “Holstein-Tor” ist ein nach Westen führendes Stadttor. Im inneren befindet sich ein Museum der Stadt. Erbaut wurde das Tor im Jahre 1478. Im Laufe der Jahre wurde das Tor immer mal wieder restauriert. Besonders markant ist die Schieflage des Südturm, da das Tor auf morastigen Grund erbaut wurde. Schon während der Bauphase wollte man dem baulich entgegenarbeiten.

   
Das Holstentor in Lübeck

Nach der Ankunft starteten wir mit unserem Rundgang, angeführt von unserem Reiseleiter Rudi. Wir konnten nun das Holstentor aus nächster Nähe betrachten. Zugegeben, die Schieflage sieht schon etwas seltsam aus. Wir bogen dann, nachdem wir die Trave überquert hatten, nach rechts ab und konnten entlang des Flusses die Häuser der Altstadt betrachten. Wir sahen den Salzspeicher, den Kartoffelspeicher und allerhand Läden und Restaurants. Die Route führte uns entlang der Straße “An der Obertrave” bis zur Einmündung der “Hartengrube”. Dieser Straße folgten wir dann.

   
Entlang der Trave „Hartengrube“

Am Ende der Hartengrube bogen wir dann ab in Richtung Rathaus. Unterwegs besuchten wir die Propsteikirche Herz Jesu. Die katholische Kirche wurde zwischen 1888 und 1891 errichtet. Sie ist komplett mit Backstein gebaut. Der Turm hat eine Höhe von 60m bis zum Turmkreuz. Das Mittelgewölbe im Inneren befindet sich 14m über dem Kirchenboden.  

     
Propsteikirche Herz Jesu

Als nächstes besuchten wir den Markt. Dieser befindet sich im Innenhof des Rathauses. Das Lübecker rathaus ist eines der größten Mittelalterlichen Rathäuser Deutschlands. Es beherbergt heute noch den Sitz des Bürgermeisters und ist Versammlungsort der Bürgerschaft. Die runden Löcher in den Ziermauern der Fassade haben den Zweck, den Wind zu brechen. Sie sollen die Fassade vor zu starkem Winddruck schützen. Die kleineren runden Löcher dienen nur der Zierde.

 
Gruppenbild auf dem Markt
     
Auf dem Markt

Weiter ging unser Rundgang. Und wieder besuchten wir eine Kirche. Diesmal die Marienkirche. Bereits zur Stadtgründung um 1160 gab es eine Marienkirche. Die Marienkirche ist eine Basilika. Das heißt, sie besteht aus einem hohen Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen in West-Ost-Richtung. Im Osten des Hauptschiffs liegen der Chor und der Chorumgang. In der Nacht vom 28. zum 29. März 1942, dem Palmsonntag, griffen britische Bomber Lübeck an. Es war der erste Angriff auf eine deutsche Altstadt. Die Marienkirche wurde schwer beschädigt. Teile der Gewölbe von Mittel- und Seitenschiff stürzten ein, ebenso die Dächer der Türme. Die Glocken des Südturms stürzten herab und zerstörten die mittelalterlichen Fensterscheiben, die dort in Kisten verpackt gelagert waren. Die alten Orgeln verbrannten. Das mittelalterliche Inventar der Kirche wurde fast komplett zerstört. Der größte Teil des Wiederaufbaus war 1959 abgeschlossen, als die Turmhelme wiederhergestellt und mit Kupfer gedeckt waren.

 
Marienkirche

Zum Schluß statteten wir noch der St. Jakobi Kirche einen besuch ab. St. Jakobi ist die Kirche der Seefahrer. Denn im Norden der Stadt lebten seit der Zeit der Hanse nahezu alle, die mit der Seefahrt zu tun hatten. Auch die Schiffe der Fernhandelskaufleute lagen hier, worauf z. B. der Straßenname Engelsgrube („Englische Grube“) hinweist.

Unser Rundgang führte uns nun in eben diese Engelsgrube. Hier konnten wir einige der Lübecker “Gänge und Höfe” besuchen. Diese sind eher aus Platznot in den Hinterhöfen der Wohnhäuser entstandene Wohnquartiere, die früher für die ärmsten Stadtbewohner errichtet wurden, heute aber begehrter Wohnraum sind. Über 100 solcher Gänge befinden sich in der Lübecker Altstadt. Zu erreichen sind die Höfe durch kleine Durchgänge im Haupthaus.

     
     
“Gänge und Höfe”

 

  
Marzipanspeicher

Zum Ende unseres Rundganges kamen wir wieder zum Holstentor. Pünktlich traf sich die ganze Gruppe wieder am Bus. Somit konnten wir die allerletzte Etappe, die Fahrt zum Hotel, antreten.

Um 18:15 Uhr erreichten wir unser Hotel und wir konnten schnell unsere Zimmer beziehen. Danach trafen wir uns alle zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant.

Der erste Tag ging nun zu Ende.


Unser Hotel Best Western Nordic Hotel Lübecker Hof

Reise2017_Nordkap_0079

Weblink: Lübecker Hof