3. Tag: Von Propriano nach Porto

  • Reise 2018 – Auf Korsika
  • Tagesetappe über 148 Km
  • Propriano, Ajaccio, Les Calanques de Piana, Porto


Zum Glück ist es an der Küste etwas windig. So konnten wir die erste Nacht auf Korsika bei brütender Hitze ohne Klimaanlage auf dem Zimmer überstehen. Ok, früher hatte man diesen Luxus auch nicht, aber wenn man sich mal daran gewöhnt hat fehlt einem doch was.

Unser Abendessen gestern konnten wir ja mangels Restaurant nicht im Hotel einnehmen, aber das Frühstück war im Hotel. Im Frühstücksraum wurden wir mit Schokocroissants empfangen. Diese sollten nicht die letzten Croissants auf der Reise sein. Ansonsten gab es Brötchen, Wurst,Käse, Toast und Brot. Auch Cerealien waren im Angebot. Also für jeden was dabei.

Gut gestärkt für den Tag nahmen wir dann Abschied von Propriano. Ein weiterer,ereignisreicher Tag lag vor uns. Zuerst umrundeten wir die Bucht an die Stadt Propriano lag. Und schon hatten wir unseren ersten Fotostopp des Tages. Genau auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht konnten wir einen schönen Blick über die Bucht hinweg auf Propriano genießen.

Blick über die Bucht von Propriano und auf unser Hotel

An diesem Tag konnten wir nun zum ersten Male erfahren, was es heißt, mit einem Bus durch die Berge von Korsika zu Fahren. Kaum einmal längere gerade Strecken. Etliche Kurven und Biegungen. Da wir ja nicht alleine unterwegs waren, kam uns natürlich das eine oder andere Fahrzeug entgegen. Diese mussten dann zurück setzen, bis eine geeignete Stelle zum Passieren gefunden wurde. Deshalb benötigten wir auch für kurze Strecken erheblich länger als wir es bei uns gewohnt sind. Ein Lob an alle korsischen Autofahrer. Dies verlief an jedem Tag reibungslos.

Gegen Mittag erreichten wir dann unser ersten großes Etappenziel: die korsische Hauptstadt Ajaccio

Die Hauptstadt von Korsika und des Departements Südkorsika hat rund 68.500 Einwohner. Der wohl bekannteste Sohn der Stadt ist Napoleon Bonaparte der hier am 15. August 1769 geboren wurde.

Nach Corte wurde Ajaccio im Jahre 1769 korsische Hauptstadt. Der Hafen von Ajaccio verbindet die Stadt mit vielen Fährverbindungen mit dem französischen Festland. Hier befindet sich auch der größte Flughafen der Insel. Der Name des Flughafens? Natürlich “Ajaccio Napoléon Bonaparte”.

Nach unserer Ankunft besuchten wir zuerst die Gedenkstätte des berühmtesten Sohnes der Stadt. Napoléon Bonaparte am Place d’Austerlitz. Wie bereits erwähnt wurde Napoleon am 15. August 1769 als “Napoleone Buonaparte” hier in Ajaccio geboren. Er entstammte aus einer alten korsischen Familie italienischer Abstammung. Wie viele italienisch klingende Namen historischer korsischen Berühmtheiten wurde auch sein Name “französisch”. Im Alter von 9 Jahren verließen seine Eltern aus politischen Gründen Korsika und Napoleon begann seine Karriere in der französischen Armee. Wie weit er es gebracht hat ist ja bekannt. Er starb am 5. Mai 1821 auf der Insel St.Helena. Auf den Stufen,die hinauf zum Denkmal führen,sind die Schlachten aufgeführt an denen Napoleon teil nahm; wie man uns sagte aber nur die, die er auch gewonnen hat. Die Gedenkstätte an sich war schön anzusehen; allerdings läßt der Platz davor noch einige Luft nach oben offen.

Nach unserem kurzen Aufenthalt bestiegen wir wieder den Bus und wir fuhren an den Hafen. Hier starteten wir dann unseren Rundgang durch die Stadt.

Wir streiften beim Rundgang zuerst den Markt,sollten aber später nochmals für etwas länger nochmals hierher kommen. Unser erster Anlaufpunkt war die “Citadelle Miollis”, an der Südspitze der Altstadt auf einer Halbinsel gelegen. Erläuterungen hierzu erhielten wir auf einem kleinen Vorplatz mit einer Statue in der Mitte – Pasquale Paoli. Im Jahre 1492 wurden die ersten Bauarbeiten an der Zitadelle von Ajaccio ausgeführt. Die Zitadelle befand sich bis 2005 im Besitz des Verteidigungsministeriums und wurde dann an die Stadt Ajaccio übergeben. Einige Bedienstete der Zitadelle war von der unserem Standpunkt aus zu sehen, leider haben die sich aber ein schattiges Plätzchen gesucht; es handelte sich um Esel die damit beschäftigt sind das Gras um die Zitadelle herum kurz zu halten.Nach einem kurzen Blick über den Strand ging es dann weiter in Richtung Altstadt.

Die Zitadelle Miollis von Ajaccio

Unseren nächster Halt machten wir bei der Kathedrale von Ajaccio. Von vollem Namen heißt die Kirche “Kathedrale unserer lieben Frau von der Himmelfahrt von Ajaccio”. Diese Kirche war die Familienkirche der Familie Bonaparte, in der auch Napoleon Bonaparte am 21. Juli 1771 getauft wurde. Nach kurzen Erläuterungen vor der Kirche betraten wir das Gotteshaus. Gleich am Eingang rechts steht das Taufbecken, in dem Napoleon getauft wurde. Erbaut wurde die Kirche zwischen 1577 und 1593. Seit dem Jahre 1906 ist die Kirche nationales Kulturerbe Frankreichs.  

Die “Kathedrale unserer lieben Frau von der Himmelfahrt von Ajaccio”

Nach dem Rundgang durch die Kirche trafen wir uns wieder alle und wir wanderten zum nahegelegenen “Place du Général de Gaulle”, also zum “General de Gaulle Platz”. Natürlich darf hier auch eine Statue Napoleons nicht fehlen. Hier sitzt er auf einem Pferd, flankiert von seinen Brüdern. Alle in eine römische Toga gehüllt.

Mehr Napoleon? Kein Problem. Als nächstes marschierten wir zum Geburtshaus Napoleons in die Rue Saint-Charles, der Maison Bonaparte. Eine ziemlich enge Gasse. Hier drängten sich außer unserer Gruppe noch viele weiteren Touristen.

Hier endete der offizielle Teil unseres Rundgangs. Wir konnten uns nun selbstständig machen. Wie bummelten noch etwas durch die Gassen der Altstadt und machten Abschluß auf dem “Pace Foch”, auf dem gerade der Markt stattfand. Auf dem Platz findet mehrmals wöchentlich dieser Markt statt, auf dem korsische Produkte, insbesondere korsische Wurst und korsischer Käse, angeboten werden. Außer Essen und Trinken, alles was das Herz begehrt wurde hier angeboten.Natürlich auch allerhand Alltagsgegenstände die man so braucht. Ich vergaß zu erwähnen, hier steht natürlich ein weiteres Denkmal für Napoleon.

Nach dem ausgiebigen Rundgang machten wir uns wieder auf zum Hafen. Dort konnten wir dann wieder in unseren Bus einsteigen und die Fahrt fortsetzen.

Nach Großstadtbetrieb war jetzt wieder Natur und Landschaft angesaqt. Nach Ajaccio fuhren wir kurz durch Berglandschaften,um dann wieder auf die Küste zu gelangen. Vorbei ging es am  Golfu di Liscia und am Golfe de Sagone. Endlich erreichten wir die wunderschöne Landschaft der Calanche. Die bizarre Felsenlandschaft befindet sich südlich unseres Zielortes Porto. Rötlicher Granit bildet hier eine einzigartige Felsenlandschaft. Etwa 400 m über dem Meeresspiegel erheben sich die Felsen empor. Unsere Route führte uns direkt durch diese Felsenlandschaft. An einigen Fotostopps konnten wir die Landschaft, mit Blick auf das Meer, genießen. Viele Felsformationen haben Namen. “Tafoni”, das bedeutet frei übersetzt aus dem korsischen: “durchlöcherter Stein”, werden allgemein diese Verwitterungsformen der Felsen bezeichnet.

Hier gibt es:

  • „Hundekopf“ (La Tête du chien)
  • „Schildkröte“ (La Tortue)
  • „Adler“ (L’Aigle)
  • „Beichte“ (La Confession)
  • „Bischof“ (L’Évêque)
  • „Kopf von Poincaré“ (La Tête de Poincaré)
  • „Indianerkopf“ (La Tête d’Indien)
  • „Herz“ (Le Cœur)

Einen längeren Aufenthalt machten wir am Café “Les Roches Bleues”. Von der Terrasse aus konnten wir wunderbar die Felsen und die Schluchten bestaunen. Ebenso konnten wir die Straße einsehen, wie sie sich durch die Felsen schlängelt. Für unseren Busfahrer war diese Strecke eine große Herausforderung. Das Problem war nicht immer die enge der Straße oder eine Kurve mit kleinem Radius. Nein, es gab halt regen Gegenverkehr. Allerdings muß man sagen, das sich die anderen Verkehrsteilnehmer sehr gut verhalten haben uns auch immer mal wieder nicht nur rechts ran fahren mussten, sondern auch weitere Strecken rückwärts fahren mussten bis eine geeignete Stelle zum Ausweichen gefunden war.

Am späteren Nachmittag erreichten wir dann unser Ziel: Porto. Hier sollten wir dann zwei Nächte bleiben. Porto gehört zur Gemeinde Ota und hat ca. 600 Einwohner. Die Schönheit des Golf von Porto führte zum Eintrag in das UNESCO Verzeichnis für Weltkulturerbe – zu Recht. Der gleichnamige durch den Ort fließende Fluß Porto mündet am Hafenort Porto-Marina ins Meer.

Das gemeinsame Abendessen nahmen wir wieder außerhalb unseres Hotels ein. Das Restaurant lag aber in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Hotel. Das Essen und die Getränke waren sehr gut.

Unser Restaurant „Romulus“ in Porto

Das war unser 3. Tag der Reise.


Unser Hotel in Porto

Weblink: http://www.hotel-capo-dorto.com