5. Tag: Von Porto nach Corte und LÍlle Rousse

  • Reise 2018 – Auf Korsika
  • Tagesetappe über 146 Km
  • Porto, Spelunca Schlucht, Corte, L’Île-Rousse


An diesem Morgen hieß es Abschied nehmen von Porto. Der gestrige Tag mit der Bootstour bleibt uns noch lange in Erinnerung. Heute sollten wir den genauen Kontrast zum gestrigen Tag erleben. Gestern Wasser, heute Berge. Wir begannen mit einer Fahrt durch die Spelunca-Schlucht. Feurig rot ragen die Granitfelsen zwischen den fast senkrecht hinauf steigenden Felswänden empor..

Wie es auf Korsika so üblich ist ging es auch sofort mit der Bergwelt los; da wurde nicht lange gefackelt. Schon nach wenigen Metern ging die Fahrt den Berg hinauf. Natürlich nicht ohne enge Kurven und Wendungen. Unser Fahrer musste sein ganzes Können aufbieten um den Bus sicher und ohne “Kratzer” unserem ersten Etappenziel näher zu bringen. An schönen Ecken und Plätzen machten wir natürlich wenn möglich einen kurzen Halt um uns die Bergwelt und die tiefen Täler in Ruhe ansehen und genießen zu können. Natürlich wurden auch “ein paar” Fotos geschossen.   

Bei meinen Reisen durch die USA durchfuhren wir auch öfters mal offene Viehweiden, genannt “Open Range”. Dies sind nicht eingezäunte Viehweiden anliegender Ranches. So ganz klein wenig ist es auch hier auf Korsika. Plötzlich und unerwartet wurde unsere Fahrt durch Hausschweine gestoppt, die hier auf der Straße herum spazierten. Unsere Reiseleiterin stieg aus dem Bus aus um die “paar” Schweine zu verscheuchen. Die Idee war zwar gut, aber kontraproduktiv. Was war passiert? Nun, hier waren nicht nur die paar Schweine auf der Straße, sondern viel mehr noch im Wald versteckt. Diese hatten natürlich vermutet, das unser Ausstieg aus dem Bus bedeutet, das es Futter gibt. Schon bald waren wir von der ganzen Schweineherde umringt. Als die Schweine merkten, das es nix gibt, verstreute sich die Herde so langsam und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

Viele Kurven weiter……………

Einen etwas längeren Halt machten wir dann auf dem Pass Col de Vergio. Hier verlief die Grenze zwischen dem Département Haute-Corse und dem Département Corse-du-Sud. Die Passstraße verläuft hier auf einer Höhe von 1470 m. Hier auf dem Pass steht auch eine Statue auf einem Sockel, der an ein Iglu erinnert. Der 170 km lange bekannte Weitwanderweg GR 20 (Grande Randonnée 20) verläuft hier ebenfalls durch. Ach ja, auch hier: “Open Range”.

Nach Ende der Rast ging es wieder weiter. Einen weiteren Halt machten wir dann in dem Örtchen Casamaccioli. In einem typischen korsischen Café “Chez Marcel” konnten wir einen Espresso zu uns nehmen, wer wollte auch was “härteres”; also selbstgebrannten Schnaps. Wir blieben beim Kaffee. Wenn ich mir einen Korsen vorstellen müsste, dann würde er aussehen wie der Wirt dieser Gaststätte. Bis zur Weiterfahrt hatten wir noch etwas Zeit und wir besuchten die nahe gelegene Kirche Église de la Nativité, der Geburt Christi. In der Kirche konnten wir die Marienstatue “A Santa di Niolu” sehen. Der Sage nach wurde die Statue am Strand von Porto gefunden, auf einen Esel gepackt und erst dort wieder abgeladen, wo der Esel wieder zum Stehen kam.

Weiter ging die Fahrt. Wir fuhren am nahegelegenen Stausee Lac de Calacuccia vorbei und wir überquerten am östlichen Ende den Zufluss auf der Krone der Deichmauer. Rechts von uns konnten wir die alte, sehr alte Brücke sehen, die vor der Errichtung der Staumauer die Überquerung des Flusses ermöglichte. Weiter ging es durch die spektakuläre Scala di Santa Regina.

Schließlich erreichten wir pünktlich zur Mittagszeit unser Ziel. Die alte Hauptstadt von Korsika: Corte.

Die Stadt liegt auf einem Hochplateau auf 436 m Höhe und hat ca. 7400 Einwohner. Unter dem bereits oft erwähnten Staatsmannes Pascal Paoli war Corte von 1755 bis 1769 die Hauptstadt der Insel Korsika. Über der Stadt thront die Zitadelle von Corte.Der Felsen, auf dem die Zitadelle errichtet wurde,war bereits seit dem 9. Jahrhundert bebaut.Besonders beeindruckend ist das „Adlernest“, die Südspitze des Felssporns.

Unsere erste Station machten wir aber nicht direkt in der Stadt, sondern wir fuhren zum Mittagessen etwas außerhalb von Corte ins Restaurant “Auberge de la Restonica”. Zum Essen gab es alles rund um das Wildschwein, angefangen von der Vorspeise, Wildschweinpastete (kommt sehr an unsere Hausmacher Leber,- Blut-, und Bratwurst heran) und als Hauptgang Wildschweingulasch. Alles sehr lecker.

Am frühen Nachmittag fuhren wir dann ins Zentrum von Corte.

Dort erwartete uns bereits der Touristenzug um uns hinauf in die Altstadt und zur Zitadelle zu fahren. Auch hier sind überall verwinkelte Gassen und Sträßchen. Hier oben konnten wir dann nach einleitenden Worte unserer Reiseleiterin die Altstadt im Alleingang erkunden. Man muß ja nicht überall als Gruppe einfallen. Ich ging das letzte Stück hinauf zur Zitadelle, um dort an dem Aussichtspunkt “Adlernest” einen schönen Blick auf die Stadt und die Umgebung genießen zu können.

So nach und nach trafen wir uns dann wieder in der Altstadt am Place Gaffory. Dabei statten wir dann noch der am Platz befindlichen Kirche “Eglise de l’annonciation” einen Besuch ab.

Pünktlich kam dann unsere Touristenbahn vorbei um uns alle wieder aufzunehmen und uns zurück zum Busparkplatz zu fahren. Hier beendeten wir dann unseren Besuch in der alten Hauptstadt Corte.

Unsere Fahrt ging nun wieder weiter. Unsere Route führte uns nun in nördliche Richtung,wieder Küste entgegen. Das wir auch hier wieder unzählige Kurven und Windungen mit dem Bus meistern mussten, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Für den Rest der Fahrt gab es kein Besuchsprogramm mehr, aber die Strecke hatte so schöne Aussichtspunkte zu bieten, an denen wir gerne den einen oder anderen Halt einlegen konnten. Meist sind an diesen Stellen Parkbuchten vorhanden. Nein, keine Parkplätze.

Am späten Nachmittag waren wir dann wieder an der Küste. An der Ortschaft Ogliastro konnten wir dann auf die Küstenstraße einbiegen.

Schon bald darauf erreichten wir unser Etappenziel, den Ort L’Île-Rousse,  der bis 1848 offiziell “Isola Rossa” hieß. Beides bedeutet so viel wie “rote Insel”. Namensgebend hierbei sind die rotgefärbten Porphyrfelsen vor der Hafeneinfahrt. Heute hat der Ort ca. 3000 Einwohner.

Unser Hotel lag allerdings nicht im Ort, sondern auf der Insel  „Île de la Pietra“, die wir mit dem Bus über einen Damm erreichen konnten. Unser Hotel hatte den gleichen Namen wie unsere Biersorte, die uns vom ersten Tage an begleitet hatte – “La Pietra”.

Wieder mal ging ein langer Tag zu Ende. Nach dem gemeinsamen Abendessen konnten wir uns dann noch die Beine vertreten und uns an der Bar ein Bierchen gönnen. Dann war Feierabend.

Das war unser 5. Tag der Reise.


Unser Hotel in L’Île-Rousse

Weblink: http://www.hotel-lapietra.com