6. Tag: Durch die Balagne nach Calvi

  • Reise 2018 – Auf Korsika
  • Tagesetappe über 60 Km
  • LÍle Rousse, Balagne, Calvi, Sant Antonino


Heute wieder: Keine Koffer vor die Tür stellen oder zum Bus schleppen. Wir bleiben noch eine Nacht.

An diesem 6. Tag der Reise gab es wieder einen Tagesausflug. Nach einem guten Frühstück ging es auch schon los. Allerdings hielt sich die erste Etappe der Busfahrt in Grenzen. Wir fuhren nur von unserer Insel herunter und besuchten den morgendlichen Markt von Ile Rousse.

Nach einem kurzen Bummel durch den Ort erreichten wir die historische Markthalle. Die Markthalle ist nach außen hin offen und das Dach ruht auf 21 Säulen. Die Markthalle befindet sich am Place Paolo Pauli. Bei unserem Besuch fand in unmittelbarer Nähe auch ein Flohmarkt statt.

Ebenfalls am Platz befindet sich die Kirche zur “Unbefleckten Empfängnis”. Diese wurde im Jahre 1842 erbaut. Nach einem Brand 1914 wurde die Kirche erst in den 30er Jahren wieder aufgebaut, diesmal im Stile des Barock.

Viele aus unserer Reisegruppe haben sich auf dem Markt mit Wildschweinspezialitäten und Käse eingedeckt. Wir aber bummelten über den Marktplatz und den Flohmarkt. Wir trafen uns aber doch recht bald wieder bei unserer Reiseleiterin, um dann geschlossen den Rückweg zum Busparkplatz anzutreten.

Von hier aus fuhren wir zu unserem ersten Ziel des heutigen Tages, nach Calvi. Allerdings machten wir vorher einen kleinen Abstecher auf eine Anhöhe vor den Toren der Stadt. Hier befindet sich die Wallfahrtskirche Notre Dame de la Serra. Die Kirche wurde 1479 erbaut. Die Statue der Jungfrau Maria, auf einem Felsen thronend, beschützt die Bucht und die Stadt. Von hier oben hatten wir wirklich einen schönen Ausblick über die Stadt Calvi und deren gleichnamiger Bucht.

Schon bald saßen wir wieder im Bus und wir konnten quasi “hinüber” in die Stadt Calvi fahren.

Die 5400 Einwohner zählende Stadt Calvi ist die Hauptstadt der Landschaft der Balagne, die wir heute den ganzen Tag befuhren.  Auch hier gibt es eine Unterstadt und eine Oberstadt mit einer Zitadelle. Der Name Calvi leitet sich von dem Namen einer antiken römischen Siedlung – Sinus Caesiae – ab. Schon so lange befinden sich hier Ansiedlungen.

Wie schon in den anderen Städten begannen wir unseren Besuch mit einem ausgiebigen Rundgang durch die Stadt Calvi. In der Oberstadt rund um die Zitadelle gabe es sehr schöne kleine Gässchen mit sehr alten Häusern. Alles war verwinkelt und verschachtelt. Sehr schön waren auch die Blumen an und um die Häuser herum. Von hier oben hatten wir auch einen wunderschönen Blick über den Hafen von Calvi und über die Bucht. Im Hintergrund sahen wir auch die Anhöhe mit der Kirche, die wir vor kurzem ja besucht hatten.  

Bei unserem Rundgang kamen wir auch an einem Denkmal von Christoph Kolumbus vorbei. Nun gut, dachten wir, kann man ja machen. Was uns aber doch stutzig machte war das ehemalige “Geburtshaus” von Kolumbus. War der aber nicht aus Genua uns somit Genuese? Uns wurde darauf hin erzählt, das es Forschungen gibt die belegen sollen, das Kolumbus ein Korse war. Nun, zur Zeit von Kolumbus´Geburt war ja Korsika unter genuesischer Verwaltung und Besitztum, und jeder der in dieser Zeit geboren wurde war also Genuese. Auch Kolumbus. Ebenso gibt es ein zeitgenössisches Gemälde auf dem Kolumbus zusammen mit einem Hund zu sehen ist, dessen Rasse es damals nur auf Korsika gab.   

Nach dem von unserer Reiseleiterin geführten Rundgang konnten wir dann in Eigenregie losziehen und uns weiter die Altstadt ansehen. Das haben wir dann auch ausgiebig gemacht. Wir besuchten den Hafen und dann die Einkaufsstraße in der Altstadt mit etlichen kleinen und größeren Geschäften.

Als uns dann aber die Beine etwas schwerer wurden, nahmen wir an einem Cafe´ Platz und ließen uns ein kühles Bier munden.

Damit war die erste Etappe unseres Tagesausfluges beendet.

Wir fuhren also weiter zu unserem nächsten Stopp. Der schönen Stadt Sant´ Antonino. Vielleicht ist Stadt etwas zu hoch gegriffen, hat doch der Ort, der auf einem 480 m hohen Gebirgskamm liegt nur etwa 124 Einwohner. Dieser  „Adlerhorst der Balagne“ ist bekannt für seine Panoramasicht ins weite Umland. Die Granithäuser und Gewölben des Ortes kann man nur zu Fuß erreichen. In früheren Zeiten war Sant´ Antonino Zufluchtsort der im Umfeld lebenden Menschen vor Piraten.

Am Parkplatz angekommen konnten wir schon die Kirche “Église de l’Annonciatio” bestaunen. Erbaut wurde diese Kirche im 11. Jahrhundert und sie befindet sich außerhalb des Ortes.

Natürlich starteten wir dann auch gleich mit dem Rundgang durch den Ort. Zu sehen gab es hier viele verwinkelte Gässchen und Plätze. Überall gab es an den Häusern Blumen oder Ranken, die sich mit ihren Farben wunderbar von dem grau des Granit absetzten.

Nach dem Rundgang machten wir eine Einkehr bei der Zitronenplantage von Olivier Antonini. Hier konnten wir uns bei frisch gepresstem Zitronensaft erfrischen. Auf den Tischen stand zwar Wasser und Zucker bereit, aber man sollte den Zitronensaft mal wirklich pur probieren. Ja, es ist sauer. Aber geschmacklich sehr gut. Man bekam sogar nach dem Trinken einen etwas brennenden Hals. Selbst mit Wasser verdünnter Saft schmeckte noch extrem gut. Mit diesem Umtrunk endete unser Aufenthalt in Sant´ Antonino.

Wir fuhren nun durch die Balagne wieder in Richtung Ile Rousse. Unterwegs machten wir noch einen Halt an einer Kirche – Trinita e San Giovanni Battista –  mit einem für Korsika typischen Friedhof. Es gibt hier keine Erdbestattungen, sondern es werden kleine (oder auch größere) “Häuschen” beigesetzt. Es handelt sich hierbei um die letzten Ruhestätten der ganzen Familien.

Da wir am Nachmittag noch etwas Zeit hatten, fuhren wir nicht direkt ins Hotel, sondern wir machten einen kleinen Abstecher an den Strand von Algajola. Bei einem gemütlichen Cappuccino konnten wir den langen Tag ruhig ausklingen lassen.

Pünktlich zum Abendessen waren wir dann wieder im Hotel. Danach ging es noch an die Bar, dort konnten wir dann unser Fußball WM-Spiel gegen Schweden anschauen.

Das war unser 6. Tag der Reise.


Unser Hotel in L’Île-Rousse

Weblink: http://www.hotel-lapietra.com