2. Tag: Von Newcastle nach Edinburgh

  • Reise 2019 – In Schottland
  • Tagesetappe über 203 Km
  • Newcastle, Grenze England/Schottland, Jedburgh, Edinburgh/Fringe


Wieder mal viel zu früh ausgeschlafen. Aber man hat dann was vom Tag. Als erstes galt unser Blick nach dem Festland, das heißt, sind wir schon an der englischen Küste. Ja das waren wir. Wir konnten uns also gemütlich “fertig” machen und unser Bordgepäck wieder verstauen. Danach ging es dann zum Frühstück. Auch hier: Ein reichhaltiges Büfett und für jeden was dabei. Kaffee gab es bis zum Abwinken. Weil wir nicht wussten, was der Tag so bringt, haben wir auch beim Essen ausgiebig zugeschlagen. Äußerst pünktlich erreichten wir dann die Mündung des Tyne. Das ist der Fluß an dem Newcastle liegt. Der 100 km lange Fluss entsteht durch den Zusammenfluss der beiden Quellflüsse North Tyne und South Tyne. Newcastle heißt eigentlich mit kompletten Namen “Newcastle upon Tyne”, was unserem “Ludwigshafen am Rhein” entspricht. An der Mündung wurden wir von den Ruinen des Tynemouth Castle begrüßt.

Wir fuhren dann noch ein Stück den Fluß hinauf, um dann am Anleger der Princess Seaways einzutreffen. Wir wurden schon von den Festmachern erwartet.

In der Fähre drängte sich natürlich alles vor dem Ausgang. Wir konnten uns eine Etage höher Zeit lassen, da ja wie bereits gestern erwähnt unser Bus wohl ganz am Ende erst von Bord gelassen wird.

Aber auch wir konnten dann die Fähre über die Gangway verlassen, um uns direkt an die nächste Schlange anzustellen; der Zoll. Aber alle mussten sich diesem Verfahren stellen, so das wir trotz allem geschlossen vor dem Terminal auf unseren Bus warten konnten.

Und tatsächlich. Als einer der Letzten kam dann der Bus aus dem Bauch der Fähre. Nix wie Einsteigen und los. Zuerst fuhren wir natürlich auf den Autobahnen rund um Newcastle, bis wir unsere Route gefunden hatten. Auf der A696 fuhren wir dann Richtung Nordwest und erreichten ziemlich bald den 1030 km² großen Northumberland National Park, den wir durchquerten. Unsere Reise führte uns nach Schottland, wir waren aber immer noch in England unterwegs. Das sollte sich aber nun Ändern. Wir kamen an die schottische Grenze. Das Wetter hatte sich die ganze Zeit über schon verändert. Es wurde spürbar kälter, windiger und etwas nebliger. Dies bekamen wir aber erst so richtig zu spüren, als wir an der Grenze einen Halt einlegten. Rechts und links der Fahrbahnen wurde auf Felsen das jeweilige Land benannt, in dessen Richtung man die Grenze überquerte.  Also England und Schottland. Wir wurden hier oben, trotz Kälte und Sturm zünftig von einem Dudelsackspieler begrüßt, der dann auch sofort ein Musikstück zum Besten gab.

Nun waren wir erst richtig bei unserem Reiseziel angekommen; halt etwas fehlte aber noch. Da auf unseren Busfahrer in jeder Hinsicht verlass war, spendierte er uns am Bus einen ersten schottischen Whisky auf schottischem Boden. Zur Info: Whisky ohne “e” (Whiskey). Diese Schreibweise mit “e” gibt es in Irland und den USA. Sofort hob sich die Stimmung.

Nachdem wir uns mit dem Whisky innerlich Wärmen konnten, stiegen wir wieder in den Bus um die Fahrt weiter fortzusetzen. Das Wetter änderte sich auch schlagartig. Es wurde sonnig und wesentlich wärmer. Anscheinend war es nur auf dem zurückgelegten Pass zu kalt. 

Wir erreichten also unseren ersten längeren Aufenthalt. Wir besuchten die Stadt Jedburgh mit der gleichnamigen Ruine der Jedburgh Abbey.

Jedburgh: (Schottisch: Jeddart/Jethart, Schottisch-Gälisch: Deadard)

Die Grenznahe Stadt Jedburgh hat etwas über 4000 Einwohner. Das Stadtbild wird bestimmt von der Ruine der Jedburgh Abbey und vom Jedburgh Castle. Am Jed Water River parkten wir unseren Bus und wir konnten dann zu Fuß das Städtchen besuchen. Direkt gegenüber lag die Jedburgh Abbey mit seinen imposanten Mauern. Jedburgh Abbey war ein Augustinerkloster. Gegründet im 12. Jahrhundert im Auftrag von David I. von Schottland. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Abtei mehrmals zerstört. Nach 800 Jahren wurde die Kirch im Jahre 1917 dem Staat übergeben.

Impressionen aus Jedburgh

Wir konnten die Ruinen auch von innen besichtigen, mussten aber dazu Eintritt bezahlen. Ich tat dies gerne, dient das Geld doch zur Erhaltung eines solchen Bauwerkes.  

In der Ruine der Jedburgh Abbey

Nach der Kleinstadt nun in die Großstadt. Wir erreichten unser heutiges Tagesziel – Edinburgh.

Edinburgh: (schottisch-gälisch: Dùn Èideann)

Seit dem 15. Jahrhundert ist das 500.000 Einwohner zählende Edinburgh die Hauptstadt Schottlands. Sie ist nach Glasgow die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie liegt auf der Südseite des “Firth of Forth”, der Förde “Firth” des Flusses “Forth”. Edinburgh wurde wahrscheinlich nach dem König Clydno Eiddyn benannt.

Wir begannen mit einer Rundfahrt durch die Stadt mit unserem Bus. Zur Zeit unseres Besuches fand das weltbekannte Royal Edinburgh Military Tattoo statt. Und das seit 1950. Tattoo bedeutet so viel wie bei uns der “Zapfenstreich”. Dementsprechend war in der Stadt allerhand los. Von der Stadt aus konnten wir nur die extra für diese Veranstaltung errichteten Tribünen erkennen, die über die Mauern der Burg heraus ragten. In der Innenstadt fand als Alternative zum Tattoo das sogenannte “Edinburgh Festival Fringe”,oder kurz “The Fringe” statt. Es ist das weltweit größte Kulturfestival mit tausenden von Aufführungen und Shows. Hier gibt es Theater, Comedy und vieles mehr. The Fringe wurde 1947 von acht Theatergruppen gegründet, die den großen Besucheransturm für das Tattoo nutzen wollten.

Unsere Rundfahrt endete am alten Friedhof Old Calton Burial Ground und Martyrs of Reform Monument (Denkmal der politischen Märtyrer) und wir konnten, jeder auf eigene Regie, zu Fuß losziehen. Wir haben uns entschieden, die “Royal Mile” zu besuchen. Hier konnten wir dann viele Darsteller des Fringe beobachten. Wir schlenderten vorbei an einem Comedy Duo das “Stan und Ollie” parodierte, an Musikanten, Jongleuren und anderen Künstlern. Leider aber konnten wir nicht sehr lange bleiben. Wir machten uns dann wieder zurück zum Bus. Da wir bis zur Abfahrt doch noch etwas Zeit hatten,besuchten wir den Friedhof; wir parkten ja unmittelbar davor. 

Edinburgh – „The Fringe“

Der Old Calton Burial Ground wurde im Jahre 1718 eröffnet und beherbergt einige bemerkenswerte Schotten. Das Begräbnisgelände, einschließlich der Trennwände, und seine Denkmäler stehen unter Denkmalschutz.

Old Calton Burial Ground

Es wurde langsam dunkel und wir setzten nun unsere Reise fort. Unser Hotel lag jenseits des “Firth of Forth” in Queensferry, genau zwischen zwei der drei Brücken über den Forth.

Das war unser 2.Tag der Reise.


Unser Hotel in Queensferry bei Edinburgh

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