3. Tag: Von Edinburgh nach Inverness

  • Reise 2019 – In Schottland
  • Tagesetappe über 336 Km
  • Dunkeld, Edradour Destillery, Pitlochry, Inverness


Guten Morgen Schottland. Neuer Tag, neues Glück.

Nach einem anständigen Frühstück konnten wir geradezu überpünktlich in das heutige Tagesgeschäft einsteigen. Wir bereits gestern erwähnt, lag unser Hotel inmitten der Brücken über den Firth of Forth. Zwei davon sind Straßenbrücken und die dritte Brücke ist für die Eisenbahn. Zu Beginn unserer heutigen Fahrt machten wir einen kleinen Abstecher unter die Brücken. Es war schon ein imposanter Anblick von hier unten.

Die Eisenbahnbrücke “Forth Bridge” ist die älteste Brücke und wurde 1890 eröffnet. Die im Jahre 1964 eröffnete Straßenbrücke Forth Road Bridge steht seit April 2001 unter Denkmalschutz. Die neueste Brücke ist die Queensferry Crossing aus dem Jahre  2017.

Nach dem Schwenk zu den Brücken ging die Fahrt dann richtig los. Schon bald lag die Stadt hinter uns und wir konnten die Schönheit der schottischen Landschaft bewundern. Besonders auffällig waren natürlich die grünen Weiden mit unzähligen Schafen; diese sollten uns während der ganzen Reise begleiten. Auffällig war natürlich auch die lila gefärbten Berge. Die Farbe rührte vom Heidekraut, das hier über auf allen Hügeln wächst. Je nach Alter und Grad des Wachstums variierten hier dunklere mit helleren Farbtöne von lila.

Unseren ersten längeren Halt machten wir dann im Ort Dunkeld in den schottischen Highlands. 

Dunkeld (gälisch: Dùn Chailleann; “Das Fort der Kaledonier”)

Der Ort Dunkeld besteht weitgehend aus Häusern des späten 17. Jahrhunderts. Wir parkten unseren Bus im Ortszentrum und wir konnten dann etwas spazieren gehen.

Impressionen aus Dunkeld

Unser Weg führte uns direkt zur Dunkeld Cathedral, die nicht weit weg vom Parkplatz steht. Die Kathedrale ist teilweise eine Ruine. Ungefähr im 13. Jahrhundert wurde mit dem Bau der Kathedrale begonnen. Der Bau der einzelnen Gebäudeteile wie Langhaus, Turm usw erfolgte über viele Jahre hinweg. Deshalb kann man hier auch verschiedene Baustile erkennen.  

Als wir das Innere der Kirche betraten, dachten wir zuerst hier würden Vorkehrungen für eine Hochzeit getroffen. Auf den Kirchenbänken, zum Mittelgang hin, waren zahlreiche Blumen Arrangements aufgebaut. Jedes Arrangement hatte ein Thema, auf das sich der Blumenschmuck bezog. Mit integriert waren Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Telefonhörer, Uniformmützen usw. Somit konnten wir nicht nur die Kirche an sich, sondern auch diese Ausstellung besuchen. 

Nach der Pause ging die Fahrt wieder weiter. Wir hatten noch etwas Zeit und so fuhren wir eine kleine Schleife durch die Landschaft .Aber nicht lange. Wir erreichten unseren ersten Programmpunkt für heute. Eine Besichtigung einer Whisky Distillery. 

Nach dem Erreichen des Städtchens Pitlochry fuhren wir zunächst zur Distillery. Die Distillery “Edradour”.

Edradour (gälisch: Eadar Dhà Dhobhar; “Zwischen zwei Wassern”)

Sie war bis vor Kurzem noch die kleinste Destillerie Schottlands. Diesen Titel hat jetzt eine andere Distillery inne. Diese Brennerei scheint sehr bekannt zu sein, denn es kommen im Jahr bis zu 100.000 Besucher. Fast 20 Personen kümmern sich mit Führungen und Vorträgen um diese Gäste. Bedingt durch eine Erweiterung der Gebäude kommt die Brennerei seit 2018 auf eine Kapazität von 500.000 Litern pro Jahr. In Edradour wir schon seit 1823 Whisky gebrannt, damals aber aller Wahrscheinlichkeit nach als Schwarzbrennerei.

Nach unserer Ankunft wurden wir sofort von einem Mitarbeiter empfangen. Da wir eine angemeldete deutsche Reisegruppen waren, wurde uns alle auf deutsch erklärt. Wir erhielten schon an der Anmeldung (und Ladengeschäft) die ersten Informationen. Dann marschierten wir in den hinteren Teil des Geländes zum Besucherraum. Hier wurde uns dann ein kleiner Film über die Brennerei gezeigt. Die Einzelnen Arbeitsschritte vom Mälzen bis zum Abfüllen wurden erläutert. Danach hat uns dann unser Guide noch einiges über die Brennerei erzählt. Ab Ende des Vortrages konnten wir dann einen Whisky und einen Cream Liqueur probieren. Sehr gut!!

Unser Rundgang führte uns dann in die große Fertigungshalle, in denen der Maischbottich (1,25t), Brennblasen und Kühlanlagen stehen. Alles pikobello sauber und top in Schuss. Kein Wunder, den dieser Teil der Brennerei wurde erst frisch erbaut.

In der Brennerei

Danach besuchten wir dann die einzelnen Lagerhallen mit tausenden von Fässern mit Abfüllungen der letzten Jahrzehnte. Der betörende Duft in den Hallen rührt vom  sogenannten “Angel´s Share”,dem “Engelsanteil” oder auch “Schluck der Engel”. Dies ist der Anteil des Whisky, der im Laufe der Zeit aus den Fässern verdunstet. Etwa 1% verdunstet laut unserem Guide in Edradour. Ältere Whisky kosten dann neben anderen Faktoren mehr Geld, ist doch nach einer gewissen Zeit einfach weniger da.

Im Fasslager

Die Führung war sehr interessant. Wir selber sind ja keine großen Whisky Kenner, somit konnten wir unser Wissen über dieses Thema erweitern. Am Ende des Rundganges trafen wir uns alle wieder am Verkaufsladen der Brennerei, und natürlich nahmen wir auch das eine oder andere Fläschchen mit nach Hause.

Der Besuch der Brennerei hat sich wirklich gelohnt.

Weblink: Edradour Distillery

Bei unserer Anreise sind wir ja durch den Ort Pitlochry nur durchgefahren. Nun machten wir einen Halt und wir konnten den Ort zu Fuß gehend besichtigen.

Pitlochry (gälisch: Baile Chloichridh; “Stadt des Wächtersteins”)

Das Örtchen Pitlochry hat ungefähr 2770 Einwohner und liegt am Fluss Tummel und ist wesentlich ein touristisch geprägter Ort. Die geschichtlichen Ursprünge liegen bereits im 3. Jahrhundert. Als Gründung des Ortes selbst wir das Jahr 1725 genannt. Neben der besuchten Whisky Brennerei Edradour gibt es noch eine zweite Brennerei mit dem Namen Blair Athol.

Wir konnten also gemütlich die Hauptstraße rauf und runter gehen und auch das eine oder andere Geschäft besuchen. Neben den obligatorischen Flaggen, die wir in jedem Urlaub kaufen, konnten wir uns auch mit Postkarten und Briefmarken eindecken. Was halt in solchen Örtchen immer wieder schade ist, ist das hohe Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen PKW, geparkt am Straßenrand. Somit ist leider die Sicht auf die wunderschönen Häuser etwas eingeschränkt. Aber das ist halt so, auch wir sind ja schließlich “nur” Touristen und müssen “irgendwie” hier her kommen.

Impressionen aus Pitlochry

Unsere Zeit in Pitlochry war zu Ende; es ging wieder zum Bus und auf die Fahrt. Durch grüne Wiesen und lila Berge ging die Fahrt dann weiter durch den Cairngorms National Park. 

Einen kurzen Zwischenstopp machten wir im Ort Namens  Braemer. Dort finden die bekannten Highland Games statt, das Braemar Gathering. Wohl eine der bekanntesten Disziplinen ist das Baumstammwerfen. Am ersten Sonntag im September finden hier diese Highland Games statt. Laut Überlieferung bereits seit 900 (!) Jahren. Wir fuhren bis ans Geländer, konnten aber dieses leider nicht besuchen. Die Arena befindet sich im The Princess Royal and Duke of Fife Memorial Park.Mehr als 10.000 Zuschauer und hunderte Sportler und Musiker nehmen teil. 

Bei uns in Deutschland etwas bekannter ist der Ort Balmoral. Hier befindet sich der auf Balmoral Castle der Sommersitz der Königin Elisabeth II. und ihrer Familie. Das Schloß liegt natürlich sehr abgelegen und ist großräumig abgeschottet. Wir konnten bei der Vorbeifahrt nur die Spitzen der Türme und den Fahnenmasten erkennen.

Mitten im Nationalpark mussten wir mit unserem Bus eine Brücke überqueren. An und für sich nichts besonderes. Aber hier schon. Über den River Gairn führte hier eine alte Steinbrücke. Die Auffahrt darauf und natürlich auf der anderen Seite die Abfahrt war sehr steil und mittig war mehr ein “Knick” als eine Straße. Wir alle mussten den Bus verlassen. Nicht wegen dem Gesamtgewicht als solches, sondern wegen der Bodenfreiheit. Wir konnten die Überfahrt (der Bus passte gerade so auf die Brücke) von der anderen Seite aus schön beobachten. Ja, es war am Unterboden sehr knapp. Ebenso waren wir für die Straßensperre zuständig. Trotz der abgelegenen Gegend war natürlich reger PKW Verkehr. Es war bestimmt  neben dem Linksverkehr und den vielen Kurven auch für unseren Fahrer ein Highlight.

Auf unserer Weiterfahrt durchfuhren wir dann auch das Ski Gebiet bei Lecht.

Am Nachmittag kamen wir dann wieder zurück von der Natur in die Stadt. Wir erreichten unser heutigen Etappenziel; Inverness.

Inverness (gälisch: Inbhir Nis; „Mündung des Ness“)

Die Bevölkerungszahl schwankt zwischen 40.000 und 65.000, da es keine festgelegten Stadtgrenzen gibt und man somit das eine oder andere Örtchen mit einbeziehen kann oder nicht. Das geschichtsträchtige Inverness,zumindest die gleichnamige Burg, findet sich auch bei William Shakespears “Macbeth” wieder, der im 11. Jahrhundert regierte.

Eine Stadtrundfahrt durch Inverness unternahmen wir nicht, allerdings konnten wir auf der Fahrt zum Hotel einige Eindrücke erhaschen.. 

Das war unser 3.Tag der Reise.


Unser Hotel in Inverness

Weblink: Penta Hotels