4. Tag: Von Inverness nach Wick

  • Reise 2019 – In Schottland
  • Tagesetappe über 238 Km
  • Dunrobin Castle,Highlands, Castle of Mey, Wick


Der Tag der Schlösser. So könnte man im Nachhinein unsere 4. Etappe in Schottland umschreiben.

Schon kurz nach unserer Abreise aus Inverness kamen wir, kurz unterbrochen von einem Fotostopp, zu unserem ersten Programmpunkt des Tages. Wir besichtigen das Dunrobin Castle.

Das Dunrobin Castle

Dieses Schloss, das mit seinen 189 Zimmern das größte Wohngebäude der nördlichen Highlands ist, ist der Stammsitz des Clans der Sutherlands. Im 13. Jahrhundert entstand hier ein Wohnturm, der im Laufe der Jahre zu dem heutigen Schloss immer wieder ausgebaut und erweitert wurde. Um 1850 herum erhielt das Schloss sein heutiges Erscheinungsbild. Das französische Aussehen des Schlosses spiegelt sich auch im Aussehen des Schlossgarten wieder, als Vorbild gilt das Schloss von Versailles.

Ein Brand im Jahre 1915 zerstörte weite Teile der Inneneinrichtung. In den 60er und 70er Jahre fungierte das Schloss als Jugendinternat. Die heutige Besitzerin,  Elizabeth Sutherland, 24. Countess of Sutherland erwarb das Schloss im Jahre 1963 von ihrem Onkel. Von April bis Oktober kann man die Räumlichkeiten besichtigen, der Schlossgarten ist ganzjährig für Besucher geöffnet.

Unmittelbar nach unserer Ankunft am Vormittag konnten wir mit dem Rundgang durch das Schloss beginnen. Es ist mühselig,jedes einzelne Zimmer zu beschreiben. Wir konnten Bibliotheken, Wohnräume, Schlafräume und viele andere Zimmer bei einem Rundgang besuchen. Ob man aber in einem solchen Schlossleben möchte, muß jeder selbst entscheiden. Wenn man in diese Welt hineingeboren wurde, hat man aber vielleicht ein anderes Verhältnis zur Sache.

Rundgang im Dunrobin Castle

Nach dem Rundgang im Inneren konnten wir dann im Garten etwas spazieren gehen. Der Garten liegt ein gutes Stück tiefer als das Schloss, so daß die Schlossanlage geradezu über dem Garten thront. Das der Grundriss des Schloss zum Garten hin etwas gebogen ist, erhielten wir von des unterschiedlichsten Stellen einen andern Blick auf das Schloss. Im Schlossgarten befindet sich auch eine Falknerei. Vorführungen waren aber zum Zeitpunkt unseres Besuches nicht verfügbar.

Im Schlossgarten

Die Fahrt ging dann wieder weiter, in Richtung Norden. Nur von einem Einzigen Fotostopp unterbrochen – hier konnten wir etliche Hügel mit lila Heidekraut fotografieren – kamen wir dann nach Dunbeath Harbour. 

Dunbeath (Scottish Gaelic: Dùn Bheithe)

Wir parkten den Bus und bereiteten unsere Mittagspause vor. Wer aber glaubt, es gab nur heiße Würstchen, der irrt sich. Unser Busfahrer hat bestens vorgesorgt. Es gab – ohne Witz – Rinderbraten mit Knödel und Rotkohl. Jeder hat sich nach Erhalt seiner “Ration” ein stilles Plätzchen zum Essen gesucht. Aber nicht nur wegen dem Essen war dies eine schöne Haltestelle. Auch der Hafen, der Strand und die Häuser waren sehr schön anzuschauen. Auf einer Grünfläche stand ein Denkmal: “Kenn and the Salmon”, also “Kenn und der Lachs”. Es ist eine Erinnerung an den in Dunbeath geborene Romanschriftsteller Neil M. Gunn (1891-1973).

In einiger Entfernung, über die Bucht hinweg konnten wir auch das Dunbeath Castle sehen. Im 15. Jahrhundert als Burg entstanden, wurde daraus im 17. Jahrhundert ein Schloss.

Nach einer Ruhe- und Verdauungspause setzten wir die Reise fort. Bei Latheron verließen wir die Küste und fuhren auf direktem Wege in Richtung Thurso. Wir hatten nun das nördlichste Ende des schottischen Festlandes erreicht. Ohne lange Umschweife fuhren wir dann zu unserem nächsten längeren Aufenthalt – zum Castle of Mey.   

Das früher als Barrogill Castle benannte und im 16.Jahrhundert erbaute Schloss wurde im Jahre 1952 Königin Elizabeth (Elizabeth Angela Marguerite Bowes-Lyon), die Witwe des kurz zuvor verstorbenen Königs Georg VI (“Queen Mum”) erworben. Die gebürtige Schottin fühlte sich hier in der Abgeschiedenheit des Nordens sehr wohl. Bis zu ihrem Tode 2002 benutzte sie das von ihr renovierte Schloss als Urlaubsdomizil in den Monaten August und Oktober. 

Das Schloss ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Es wird aber auch immer noch von der königlichen Familie genutzt, so verbringt Prinz Charles hier eine Woche im August

Wir konnten nach unserer Ankunft auch sofort mit einem Rundgang durch das Schloss beginnen. Es waren aber im Inneren keine Foto oder Filmaufnahmen erlaubt. Das haben wir natürlich respektiert. Die Räume sind so eingerichtet, als wäre Queen Mum eben noch dagewesen. Man konnte auch einige Persönliche Dinge von Queen Mum sehen, so eine Auswahl ihrer Kleider, Schuhe und Hüte.

Nachdem wir unseren Rundgang im Schloss beendet hatten, machten wir uns auf um den Garten zu besuchen. Dieser liegt natürlich in unmittelbarer Nähe.

 

Den Abschluss machten wir dann am Animal Centre, das etwas weiter vom Schloss entfernt ist, man es aber gemütlich zu Fuß erreichen kann.

Kurz vor unserer Weiterfahrt trudelten alle wieder am Treffpunkt – Souvenierladen mit Café – ein.

Wir setzten unsere Reise fort und kamen dabei an dem Ort John o Groats vorbei. 

(schottisch-gälisch: Taigh Iain Ghròt)

Hier befindet sich die sogenannte Nord-Süd-Achse von John o’ Groats nach Land’s End. Owohl eigentlich der Ort nicht direkt der nördlichste Punkt des britischen Festlandes ist. Über 1400 km ist die längste Straßenentfernung von John o´Groats im Norden und Penzance im Süden. Dies entspricht der Entfernung zwischen Hamburg und Monaco.

Wir sollten am nächsten Tag wieder nach John o’ Groats fahren. Für heute aber kamen wir uns unserem Tagesziel immer näher; der Stadt Wick.

(schottisch-gälisch: Inbhir Ùige)

Die Stadt Wick hat ungefähr 7100 Einwohner. Man sagt,der Name Wick leitet sich von dem nordischen Wort für Bucht ab. Hier im Norden haben viele Namen eine nordische Herkunft. Dies stammt noch aus der Zeit der Wikinger. Soweit reicht auch die Geschichte der Stadt Wick zurück. Erst Mitte des 13. Jahrhunderts fiel die Stadt in die Hände Schottlands.

Wir kamen also am Abend in Wick an und konnten sofort die Zimmer im Hotel beziehen. Wick war nur eine Übernachtungsstation, wir machten also keine Stadtrundfahrt. Allerdings konnten wir nach dem Abendessen uns die Beine bei einem kleinen Rundgang vertreten.

Das war unser 4.Tag der Reise.


Unser Hotel in Wick

Weblink: Norseman Wick