5. Tag: Auf den Orkneys

  • Reise 2019 – In Schottland
  • Tagesetappe über 200 Km (einfach)
  • Ital. Kapelle, Ring of Brodgar, Stromness, Skara Brae, Kirkwall


Heute im Programm: Von der Insel auf die Insel.

Zunächst startete der Tag mal ohne Kofferpacken, denn wir sollten noch eine Nacht hier in Wick bleiben. Der Tag stand im Zeichen unseres “Tagesausflugs” zu den Orkney Inseln. 

Zuerst aber mussten wir ein kleines Stück der gestrigen Etappe wieder zurück fahren. Vor der Ankunft am Fährhafen machten wir einen kleinen Abstecher zum Duncansby Head, ganz im Nordwesten gelegen. Hier konnten wir den 1924 erbauten Leuchtturm sehen. Na ja, sehen ist etwas übertrieben. Denn es herrschte dichter Nebel. Zerklüftete Felsformationen bilden hier die Küste, genannt die “Duncansby Stacks”. Auch diese konnten wir nur erkennen, wenn der Wind mal für kurze Zeit den Nebel etwas weggeblasen hatte.

Lange hielten wir uns daher nicht hier auf. Wir fuhren dann wieder weiter durch John o´Groats und weiter zum Fährhafen. Hier nun mussten wir Abschied nehmen – und zwar von unserer lieben Chantall, also unserem bequemen 5 Sterne Reisebus. Unsere Fähre zum Übersetzen auf die Orkneys war eine reine Personenfähre. Diese Fähre kam dann auch nach kurzer Wartezeit aus dem Nebel. Wir stiegen also sofort ein und die Fahrt ging los. Die Überfahrt dauerte etwa eine dreiviertel Stunde.

Wir kamen also recht zügig im Hafen von Burwick an. Burwick liegt auf der südlichsten bewohnten Insel der Orkneys, auf South Ronaldsay. 

Die Inselgruppe der Orkneys besteht aus etwa 70 kleineren und größeres Inseln. Die Hauptinsel ist Mainland. Die genaue Herkunft des Namens Orkney ist ungewiss. Möglicherweise entstammt der Name dem keltischen Wort “ork” für “junger Eber” und war evtl. ein Stammesname. Vielleicht haben aber nie Norweger, die diese Inseln mal erobert hatten, die Idee, das das Wort “orkn” für Seehunde stand und die Insel damit “Seehundinsel” heißt. 

Aus der Zeit der norwegischen Besatzung im 8. und 9. Jahrhundert stammen die vielen skandinavisch klingenden Namen für Ortschaften und Straßen. Als Beispiel dient der Name der Hauptstadt der Orkneys – Kirkwall (Kirk = scand. für Kirche). Viele Straßen enden mit “-gade”, was im skandinavischen für Straße steht.

Erst im Jahre 1468 wurden die Orkneys durch Eroberung ein Teil Schottlands.

Heute haben die Inseln ca.20.000 Einwohner.

Wir kamen also im Hafen von Burwick an und wurden von unserer neuen Reiseleiterin (nur für diesen Tag) empfangen. Ebenso konnten wir sofort in unseren Bus einsteigen. Was für ein Unterschied. Die Sitzreihen waren sehr eng und man konnte sich auf den Plätzen kaum richtig bewegen – aber OK, für einen Tag ging es.

Schon bald fuhren wir über den ersten von insgesamt vier Dämmen, den “Churchill Barriers”. Während des 2. Weltkrieges ließ der Premierminister Winston Churchill diese Dämme zum Schutz vor deutschen U-Booten errichten. Die in der Bucht von Scapa Flow liegende britische Home Fleet sollte dadurch geschützt werde. Am 14. Oktober 1939 hatte dort U 47 das Schlachtschiff HMS Royal Oak versenkt, wobei 833 Mann ums Leben kamen.

Mit den Dämmen werden folgende Inseln miteinander verbunden:

  • Mainland
  • Lamb Holm
  • Glimbs Holm
  • Burray mit South Ronaldsay

Begonnen wurde mit dem Bau der Dämme 1940; zuvor wurden ausgediente Schiffe zwischen den Inseln als Sperre versenkt. Auch diese Schiffe sind heute noch dort in den Fluten zu sehen.

Auf der Insel Lamb Holm machten wir dann unseren ersten Stopp auf der Tour. Wir besichtigten die sogenannte “Italienische Kapelle”.

Erbaut wurde die Kapelle 1942 von auf der Insel internierten italienischen Kriegsgefangenen. Diese waren an den Bauten der Churchill Barrier beteiligt. Beendet war der Bau der Kapelle in 1944. Nach Kriegsende verfiel die Kapelle, wurde aber Jahre später wieder restauriert. Die Kapelle wurde aus zwei sogenannten “Nissenhütten” erbaut. Das sind halbrunde Wellblechhäuschen. Die Fassade wurde vorgesetzt und bildet auf dorische Säulen einen Dreiecksgiebel.

Wir konnten, wer wollte, gegen einen kleinen Beitrag das Innere der Kapelle besuchen. Natürlich machten wir davon gebrauch. Die Kapelle ist wirklich sehr schön. Man muß sich immer vor Augen führen, unter welchen Umständen die Kapelle errichtet wurde.

Nach der Besichtigung der Kapelle ging die Fahrt auch schon weiter. Inzwischen hat sich auch der Nebel etwas gelichtet. Auf dem Weg zu unserem nächsten Programmpunkt machten wir natürlich auch wieder den einen oder anderen Fotostopp. So auch bei Scapa, das an der gleichnamigen Bucht von Scapa Flow liegt. 

Kapitänleutnant Günther Prien versenkte hier am 14. Oktober 1939 mit seinem U-Boot U47 das britische Schlachtschiff HMS Royal Oak mit 833 Mann an Bord. Dieses Ereignis führte zum Bau der Churchill Barriers. Die versenkten Blockadeschiffe konnten ein Eindringen in die Bucht also nicht verhindern.

Unser nächster Programmpunkt führte uns dann ein paar Jahre in die Vergangenheit. Um genauer zu sein; mehr als 4000 Jahre. Wir besuchten den “Ring von Brodgar”. Der Ring von Brodgar ist ein Steinkreis. Erbaut um 2700 v.Chr.. Mit einem Durchmesser von 104 m ist dieser Steinkreis ist größer als der bekannte Kreis von Stonehenge. Hier standen einmal 60 Steine,heute sind davon noch 27 Stück erhalten. Die Steine stammen von einem nördlich von Skara Brae gelegenen Hügel. 

Nach unserer Ankunft wurden wir von unserer Reiseleiterin herumgeführt. Danach konnten wir dann den Ring noch in eigener Regie erkunden. 

Nun wurde es Zeit für eine Mittagspause. Unser Weg führte uns nach der Stromness. Diese zweitgrößte Siedlung des Archipel hat rund 1700 Einwohner. Stromness ist eine Hafenstadt. Hervorgegangen ist der Ort aus einer Wikingersiedlung. Der Bischof von Orkney gründete 1620 jenen Platz am Westend des Hafens, aus dem dann Stromness wurde. Durch Walfang wurde die Blütezeit von Stromness hervorgerufen.

Sofort nach unserer Ankunft brachen wir dann zum Mittagessen auf. Unser Weg führte uns ins “Ferry Inn”, direkt am Hafen gelegen. Und was gab es zum Essen? Fish and Chips. Viele aus unserer Reisegruppe folgten der Empfehlung unserer Reiseleiterin und besuchten ebenfalls dieses Lokal. Das Essen und Trinken war sehr gut. Im Anschluss konnten wir uns noch am Hafen etwas die Beine vertreten. Doch schon bald ging die Fahrt weiter.

Unmittelbar an der Westküste liegt die jungsteinzeitliche Siedlung Skara Brae, unser nächste Halt auf der Rundfahrt. Das sogenannte “Pompeji Schottlands” wurde vermutlich zwischen 3100 und 2500 vor Chr. erbaut. Entdeckt wurde die Siedlung nach einem gewaltigen Sturm im Jahre 1850. Unter einer Düne wurden die Reste einiger Gebäude sichtbar. In den Jahren 1928 und 1930 fanden weiterführende Untersuchungen an den Häusern statt. Eine moderne Altersbestimmung erfolgt in den 70er Jahren mittels moderner Radiokarbonmethode. Seit 1999 ist Skara Brae Weltkulturerbe der UNESCO. Die Siedlung umfasst neuen Häuser, sowohl die Wände als auch die Dächer wurden Mangels Bäumen auf den Orkneys, und somit Bauholz, aus Stein gefertigt.

Wir konnten auf einem Rundweg von oben herab in die Siedlung blicken. Wir befanden uns auf der Höhe der Dächer. Die Jahrtausende haben das Dorf unter sich begraben, so das unser Bodenniveau höher liegt als damals. Schön zu erkennen sind auch die Wege zwischen den Häusern. Man kann sich aber nur schwer vorstellen, das hier wirklich Menschen lebten und arbeiteten.

In unmittelbarer Nähe zu Skara Brae und fußläufig erreichbar war unser nächster Programmpunkt. Das sogenannte “Skaill House”. Hierbei handelt es sich um ein Herrenhaus. Skaill ist ein altnordischer Ausdruck für “Halle”. Im Jahre 1620 wurde hier ein schlichtes Herrenhaus errichtet. Ständige Erweiterungen über die Jahrhunderte hinweg führten zum heutigen Aussehen des Skaill House. Nach sechsjähriger Restaurationsarbeiten wurde das Haus 1997 eröffnet.

Ähnlich wie beim Dunrobin Castle konnten wir bei einem Rundgang das Inner des Skaill House besichtigen. 

Zu guter letzt besuchten wir noch den Hauptort der Orkney Inseln – Kirkwall. 

Kirkwall (inselschottisch: Kirkwaa; altnordisch: Kirkjuvágr)

Kirkwall hat etwas mehr als 7000 Einwohner. Es ist das Zentrum der Fährverbindungen zu den einzelnen Inseln der Orkneys. Der Name ist auch hier nordländisch geprägt, bedeutet doch das Wort “Kirk” im skandinavien Kirche. Hier stand ab dem 11. Jahrhundert eine Kirche, die dem Ort bzw. der damaligen Siedlung seinen Namen gab.

Wir parkten unseren Bus an der St. Magnus Kirche im Zentrum von Kirkwall. Diese Kirche war auch unser Hauptziel bei unserem Besuch in Kirkwall. Die Kirche erhielt ihren Namen vom Heiligen St. Magnus, dessen Grab sich auch hier befindet. Er verstarb hier im Jahre 1115.

Gestiftet wurde die Kathedral um 1137.  Mit der Übernahme der Orkneys durch Schottland wurde die Kathedrale im Jahre 1486 den Bewohnern übergeben.

Wir hatten genügend Zeit, um uns das Innere der Kathedrale anzusehen. 

Nach dem Besuch der Kirche gingen wir noch, da etwas Zeit bis zur Weiterfahrt war, in der Stadt spazieren. Dies war dann auch der letzte Programmpunkt unserer Rundfahrt auf den Inseln von Orkney. Jedem von uns hatte sehr gut gefallen.

Am Nachmittag machten wir uns also wieder auf zum Bus und wir fuhren wieder zurück zum Fährhafen in Burwick. Dabei nahmen zum größten Teil die gleiche Strecke wir am Vormittag.

Schon bald konnten wir uns von unserer Reiseleiterin für die Orkneys und unserem hiesigen Busfahrer verabschieden. Die Fähre stand schon bereit und wir konnten wieder in See stechen. Nach der Ankunft auf dem Festland besuchten wir noch schnell einen Souvenierladen, bevor es wieder auf der gleichen Strecke wie gestern und heute Morgen zurück zum Hotel nach Wick ging.

 Das war unser 5.Tag der Reise.