5. Tag: Von Las Cruces nach Carlsbad

  • Tagesetappe über 336 km
  • Bundesstaaten: New Mexico, Texas
  • Örtlichkeiten: El Paso, Carlsbad Cavern – Fledermausflug
  • Reiseroute auf Google Maps

Frühstück auf dem Zimmer. Was kann zu Beginn eines langen Tages schöneres geben, zumal das Angebot im Hotel und Umgebung dies bezüglich recht mager war. Resteessen mit Zimmerkaffe war also angesagt.

Unsere erste Teiletappe führte uns über die Interstate 10 an Mesilla (ErsteUni in New Mexico) vorbei nach Texas in die Doppelstadt El Paso. Texas ist der zweitgrößte Bundesstaat nach Alaska und hat 19,3 Mio. Einwohnen. Der Guadalupe Peak ist der höchste Berg des Staates mit einer Höhe von 2667m. Öl, Finanzen, Landwirtschaft und Viehzucht sind die Hauptindustrien von Texas. El Paso bedeutet ins Deutsche Übersetzt so viel wie „der Weg, der Übergang“. Hier ist allerdings ein Bergpass gemeint.

Die andere Hälfte der Doppelstadt liegt jenseits des Rio Grande in Mexico; Ciudad Juarez. Der Rio Grande ist ab El Paso der Grenzfluss zwischen den USA und Mexico, bis sich dieser in den Golf von Mexico ergießt. Das Land wurde von Mexico abgekauft.

Damals war es ein großes Bestreben der Bundesregierung, das die Vereinigten Staaten sich vom Atlantik bis zum Pazifik erstrecken. Der alte Name der Stadt El Paso war eigentlich viel länger. nämlich „El Paso del Rio Grande del Norte“. El Paso hat eine Einwohnerzahl von 500000 und Ciudad Juarez von 1,5 Mio. Es herrscht hier ein reger Grenzverkehr. Vor allem in der Nacht versuchen viele Mexikaner illegal in die USA zu gelangen. Aber die Grenze ist hier sehr stark bewacht. Ein Vergleich mit der ehemaligen innerdeutschen Grenze liegt hier nahe. Diejenigen, die die Grenzpolizei schnappt werden am nächsten Tag mit Bussen zurück gebracht, aber nur, damit sie es gleich wieder probieren. Unser Busfahrer meinte unterwegs, in der Wüst hier befinden sich viele „Internationale Flughäfen“. Hier werden mit kleinen Flugzeuge Schmuggelgüter, Drogen und Einwanderer über die Grenze gebracht. In der Wildnis kann man natürlich nicht jeden Meter kontrollieren.

Zuerst fuhren wir zum „Overlook“, einer Aussichtsplattform oberhalb der Stadt. Von hier aus konnte man über beide Städte hinweg sehen. Wäre auf der mexikanischen Seite nicht eine riesige mexikanische Flagge gehisst gewesen, hätte man gar nicht auf den Grenzverlauf geachtet. Besonders breit ist der Rio Grande hier nicht. Gegenüber auf der anderen Seite der Grenze erhebt sich der Mt. Christo, auf dem sich ein großes Kreuz befindet, ähnlich der Jesusstatue bei Rio de Janeiro.

Als wir uns alle satt gesehen hatten, fuhren wir dann quer durch die Stadt, über den „Mission Trail“, entlang der Grenze nach Socorro, einem Vorort von El Paso. Hier besichtigten wir dann nacheinander drei Missionskirchen. Im Einzelnen waren dies :

  • San Elizano
  • Socorro
  • Ysleta

Bei einem angrenzenden Besucherzentrum einer Mission machten wir Mittagspause. Die Gebäude sind im sog. Adobe-Stil gebaut. Diesen Baustil hatten wir von nun an durch ganz New Mexico, bis wir über Colorado wieder nach Arizona kamen. Als Pausenunterhaltung wurden uns von Jugendlichen Indianern einige Indianertänze vorgeführt. Diese dauerte ca. 20 Minuten. Es war eine Mischung aus mexikanischer und indianischer Kultur.

Nach einer mehrstündigen Weiterfahrt mit dem Bus auf dem Highway 62/180, erreichten wir die „Gualalupe National Mountains“ bei Pine Springs.

Wir konnten allerdings „nur“ das Besucherzentrum besichtigen. Die Bergwelt ist hier einfach genial. Viele Wanderwege gibt es hier zu erkunden. Die höchste Erhebung ist der bereits oben genannte Guadalupe Peak (2667m).

Danach ging es dann weiter, zurück nach New Mexico nach Carlsbad. Alleine die Fahrt von El Paso nach Carlsbad dauerte ungefähr 5 Stunden.

Wirtschaftlich die größte Bedeutung hat der Tourismus, die Landwirtschaft sowie die Elektroindustrie. In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde an Stelle der heutigen Stadt die Fraziers-Station gegründet, die sich wegen der Mineralquellen schnell zu einem bekannten Kurort entwickelte. Carlsbad wurde 1883 nach Karlsbad (Karlovy Vary) in der Tschechischen Republik umbenannt. In der Nähe der Stadt liegt der Carlsbad Caverns Nationalpark. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 63 000. Nach dem Einchecken im Hotel, hatten wir dann 2 Stunden Zeit, um uns auf den abendlichen Ausflug zum Höhleneingang der Carlbad Cavern vorzubereiten. Wir wollten am allabendlichen Ausflug der Fledermäuse teilnehmen. Leider liegt der Höhleneingang ca. 45 min. mit dem Bus entfernt in den Bergen. Aber wir kamen dennoch pünktlich an. Eine halbe Stunde vor dem Start der Fledermäuse erklärt der Ranger in einer Art Amphitheater einiges über die Fledermäuse. Vor allem warnte er alle Fotografen vor der Benutzung der Blitzlichter. Das Licht macht den Fledermäusen relativ wenig aus, es ist der Ladevorgang bei den Geräten. Es wird hierbei ein Ultraschallton erzeugt, der die Orientierung der Fledermäuse stört. Denn diese senden einen Ultraschallton aus. Das Echo, das von den Felswänden reflektiert wird, dient als Wegweiser, wie bei einem Radar auf einem Schiff.

Leider waren die über 20 Mahnungen nicht genug. Immer wieder wurden Blitzlichter benutzt. Gegen 18 Uhr 30 war es dann soweit. Mehr als 300000 Fledermäuse begannen mit dem Ausflug aus der Höhle. Von den Vögeln, die zuvor noch Ein- und Ausflogen war auf einmal nichts mehr zu sehen. Der Vorgang, bis alle Tiere die Höhle verlassen haben, dauert ca. 90 Minuten. Die ganze Nacht hindurch werden nun Insekten (Motten) gejagt und im Fluge verzehrt. Erst in der Morgendämmerung fliegen alle wieder an ihren Platz in der Höhle zurück. Es war ein einzigartiges Naturschauspiel, das ich wohl so schnell nicht vergessen werde. Nach Einbruch der Dunkelheit machten wir Feierabend und fuhren zurück ins Hotel.

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