6. Tag: Von Carlsbad nach Alamogordo

  • Tagesetappe über 234 km
  • Bundesstaaten: New Mexico
  • Örtlichkeiten: Carlsbad Cavern (Höhlentour), White Sands National Monument
  • Reiseroute auf Google Maps

Auf das Programm von heute Morgen haben sich schon viele der Reisegenossen und auch ich sehr lange gefreut. Nach dem gestrigen Besuch an dem oberirdischen Höhlenkomplex mit dem „Bad-Flight“ steht nun der Besuch der eigentlichen Höhle auf dem Programm. Da die Zeit nicht ausreichte, um zu Fuss bis in den unteren Teil der Höhle zu gelangen, fuhren wir mit dem Lift 230m in die Tiefe.

Die großen Tropfsteinhöhlen des Carlsbad Caverns Nationalparks liegen im Südosten des Bundesstaates New Mexico. Sie befinden sich in einem rund 700 km langen fossilen Barriereriff, das vor rund 250 Mio Jahren entlang einer riesigen Meeresbucht zu entstehen begann. Das Kalkalgenriff wurde mit Ablagerungsmaterial überdeckt und schließlich um über 2000 m angehoben. Durch die Hebung entstanden Risse im Sedimentgestein. Regen- und Grundwasser drang durch Ritzen in die Kalkschicht ein und bildete im Laufe der Jahrmillionen die riesigen Höhlensysteme mit den teils gigantischen, teils sehr fragilen Tropfsteinformationen.

Der größte Raum der Carlsbad Caverns, ‚The Big Room‘ (Großer Raum), ist 550 m lang, hat eine mittlere Breite von 100 m und ist an seiner höchsten Stelle 80 m hoch. Die höchste Tropfsteinsäule misst über 30 m. Eindrücklich ist neben der Größe auch die Formenvielfalt der Tropfsteine. Von den mehr als 50 bekannten Höhlensystemen innerhalb der Parkgrenze sind lediglich die sehr gut erschlossenen Carlsbad Caverns und die bewußt wenig erschlossene New Cave für Besucher zugänglich. Erstere ist täglich, die New Cave an mehreren Tagen pro Woche offen.

Überirdisch gliedert sich das Parkgelände in eine wüstenhafte Ebene im Süden und die ebenfalls Teil zum fossilen Riff gehörenden, bis zu 800 m hohen Guadalupe Mountains im Norden.

Hier unten überraschte uns eine Temperatur von 13°C, die das ganze Jahr hindurch konstant bleibt. Nach dem Verlassen des Aufzuges gelangten wir in die Besucherhalle, in der man allerhand Andenken kaufen kann. Auch einen kleinen Imbiß kann man hier zu sich nehmen. Da wir aber nicht zum Essen hier herunter fuhren, sondern um die Höhlen zu besichtigen, machte ich mich dann sogleich auf den Rundweg durch die dunklen Gänge. Insgesamt dauerte der Rundgang auf der „Self-guidet-tour“ ca. 90 Minuten. Die beiden anderen Touren, die man begehen kann sind nur mit Rangerbegleitung erlaubt. Ein großer Teil der Höhlenanlage ist für die Öffentlichkeit komplett gesperrt, um die Natur nicht zu stören und sie sich selbst zu überlassen. Des Weiteren sind viele Gänge auch heute noch unerforscht.

Fast alle der Tropfsteingebilde tragen Namen. Meistens deren Aussehen entsprechend. So gibt es hier zum Beispiel den „Lion-Tail“, den Löwenschwanz. Es gibt die „Popcorn Köpfe“, das „Puppentheater“ und vieles mehr.

Dieses große Eingangsloch ist im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts von Weißen wiederentdeckt und 1883 zum ersten Mal betreten worden. 1903 erwarb ein Geschäftsmann die Rechte am Abbau von Fledermausguano, den er als nitratreiches Düngemittel verkaufte. In den darauffolgenden 20 Jahren wurden in der Bat Cave 100’000 Tonnen Fledermausdung abgebaut.

James Larkin White, ein Guanoschürfer, begann im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts als erster das Höhlensystem hinter der Bat Cave zu erforschen. Aufgrund seiner Schilderungen des Entdeckten nahmen sich seit 1922 offizielle Stellen der Höhle und ihrer Erforschung an. 1924 wurde das Carlsbad Caverns National Monument geschaffen. Ende der 20er Jahre wurde der Zugang zum Höhlensystem baulich erleichtert. Es wurden Wege angelegt und elektrisches Licht installiert. Der Carlsbad Caverns-Nationalpark besteht seit 1930. Seither sind im Parkgebiet viele neue Höhlen entdeckt und erforscht worden.

Nach dem Rundgang fuhr ich wieder an die Oberfläche, um im Besucherzentrum eine Fledermaus zu Adoptieren. Für 5$ kann man hier den Park und die Fledermäuse unterstützen. Ein Foto von „seiner“ Fledermaus und eine Urkunde gab es als kleines Geschenk. Angegliedert im Besucherzentrum ist eine Art Bergbaumuseum. Nach einem kurzen Aufenthalt hier verließen wir dann den Parkbereich und setzten unsere Rundreise fort.

Wieder zurück in Carlsbad gingen wir erst mal wieder Einkaufen. Wir brauchten „Material“ für unser gemeinsames Mittagessen, dass wir auch dann Unterwegs, ca. nach 1h Fahrzeit erreichten. Hierbei handelte es sich um einen neu angelegten Stausee. Dieser befand (und befindet sich wohl noch immer) in der Auffüllphase. Trotz des relativ niedrigen Wasserstandes kann man hier schon allerhand an Wassersport betreiben. Wir sahen viele Boote, Wasserskifahrer und Schwimmer. Unser Rastplatz bestand aus vielen kleinen, Überdachten Grillplätzen. Immer wieder sollte man bedenken, dass wir uns hier inmitten einer Wüste befinden.

Nach der Pause ging es dann weiter in Richtung Etappenziel Alamogordo. Wir kamen dabei an dem kleinen Städtchen Artesia vorbei. Ungefähr 10000 Menschen leben hier. Artesia heißt so viel wie „Überlaufbrunnen“.

Am Nachmittag kamen wir dann in das Gebiet der „Sacramento-Mountains“. Hier wurde im Jahre 1923 Erdöl und Erdgas entdeckt. Hier oben in den Bergen ist der Beginn des „Lincoln National Forrest“. Ein großes Wald und Wiesengebiet erstreckt sich hier über die Berge. Auf dem Höhepunkt des Gebirgssattels durchfuhren wir das Städtchen Cloudcroft (2000m hoch), das im Winter das Zentrum der hiesigen Skisportgemeinde darstellt.

Von dem Bergsattel hinab konnte man nun den weisen Sand des „White Sands National Monument“ erblicken. Von hier oben sah dies wie ein Blick auf einen entfernten Sandstrand aus. Nach kurzen halt vor der Bergabfahrt (unser Fahrer Ray musste hier vorschriftsgemäß die Bremsen am Bus kontrollieren, ein Sheriff stand dabei ) ging es die steile Bergstrasse hinab und wir erreichten dann die Stadt Alamogordo.

Der Nationalpark erstreckt sich hier im sog. Tularosa Valley. Die schneeweißen Dünen wandern hier auf einer Länge von 12km pausenlos in nordöstlicher Richtung davon. Hierbei handelt es sich nicht um Sand, sondern um eine Art von Gips-Kristallen. Nach dem einchecken im Hotel fuhren wir dann mit dem Bus in den Park. An mehreren Stellen machten wir dann halt. Teilweise kann man die Dünen nicht betreten, man will hier die Natur so belassen wie sie ist. Aus diesem Grunde sind hier Holzstege installiert, auf denen die Besucher sich bewegen können. Die Straßen werden hier in schöner Regelmäßigkeit vom Sand zu geweht, so das Räumfahrzeuge („Schneepflüge“) regelmäßig ausrücken müssen, damit die Strasse befahrbar bleibt. Da sich der Tag langsam dem Ende entgegen neigte, konnten wir einen schönen Sonnenuntergang genießen.

In der Nachbarschaft des Parks befindet sich die „White Sands Missile Range“, das Raketen und Flugzeugtestgelände der USA. Auch wurde hier in den 40er Jahren die erste Atombombe gezündet.

Zum Abendessen gingen wir heute in ein Restaurant neben dem Hotel, in dem wir für wenige $ am Buffet Essen konnten was ging.

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