Hong Kong

Im Jahre 1995 startete ich im Zuge einer Städtetour zu einem einwöchigen Aufenthalt nach Hong-Kong. Dabei besuchte ich auch einen Tag die damals noch portugiesische Kolonie Macau und einen Tag machte ich einen Ausflug ins chinesische Kanton bzw. Guangzhou.

Der Trip nach Hong Kong war mein erster Alleinflug, lieber spät als nie.

Nach kurz vor der Übergabe der Kolonie Hong Kong an China, konnte ich die Metropole am Perlfluß besuchen. Alleine der Anflug war schon was Besonderes, denn der erfolgte noch zum alten Flughafen Kai Tak. Man hat sofort die Bilder im Kopf von über den Dächern hinwegrauschenden Verkehrsflugzeugen. Im Flugzeug selber bekommt man nicht so viel davon mit, das geht viel zu schnell. Allerdings beim Bremsen merkt man sofort, das die Landebahn relativ kurz ist. Aber alles ging gut.

Leider waren am Gate alle Ausgänge besetzt, so dass wir über die Treppe das Flugzeug verlassen mussten. An und für sich kein Problem, auf diese Weise konnten wir schon mal ein Gespür für das Klima hier bekommen. Über 30° Celcius und eine Luftfeuchtigkeit am oberen Limit sorgten für Tropenklima; und das nach fast 12 Stunden in einem klimatisierten Flugzeug.

Am Ausgang des Flughafens wurde ich dann von unserem Reiseleiter empfangen. Die Anreise verlief also reibungslos.

Auf dem Weg ins Hotel konnten wir schon mal die Stadt vom Bus aus bestaunen. Dies war auch gleichzeitig meine erste Erfahrung mit Straßenverkehr mit Linksverkehr. Man muß zwar nicht selber fahren, aber man schaut ja als Autofahrer trotzdem dem fließenden Verkehr zu. Man sollte nur als Fußgänger Obacht geben, damit man zuerst nach rechts schaut und nicht wie bei uns nach links.

Mein Hotel war das „Hotel Newton“ in der 218 Electric Road.

Da ich im Vorfeld schon für jeden Tag Frühstück gebucht hatte, brauchte ich mir deswegen keine Gedanken zu machen. Es gab im Hotelrestaurant alles was man wollte. Natürlich war das Essen auf die europäischen Gäste ausgerichtet. Danach traf ich mich dann zum ersten Male mit der ganzen Reisegruppe im Foyer des Hotels, um zur Stadtrundfahrt aufzubrechen.

Der Titel dieses Kapitels heißt nicht umsonst „Hong Kong Island“. Das eigentliche Hong Kong ist nämlich eine Insel. Gleichzeitig ist dies auch das einzig wirkliche Hong Kong, das von im Jahre 1841 von den Briten besetzt wurde. Kronkolonie wurde Hong Kong dann 1843, nachdem mit China ein Abtretungvertrag unterzeichnet wurde.

Das auf dem Festland befindliche Kowloon wurde 1860 von China abgetreten. Im Jahre 1898 wurden weitere Gebiete nördlich von Kowloon sowie 235 Inseln auf 99 Jahre hin gepachtet. Dieser Pachtvertrag lief dann 1997 aus und die Gebiete wurden wieder China übergeben. Die Insel Hong Kong, so unser Reiseleiter, war also nie Inhalt des Pachtvertrages und hätte nicht 1997 an die Chinesen übergeben werden müssen. Da aber die Insel alleine nicht lebensfähig wäre, wurde diese doch mit den anderen Gebieten gleich behandelt.

Soviel zur Politik. Natürlich wurden wir auf der Stadtrundfahrt viel mit Informationen gefüttert. Eine Anekdote unseres Reiseleiters blieb mir bis heute in Erinnerung und ich habe mir vorgenommen, das mir so was auf meinen Reisen nicht passieren sollte. Ein Tourist frage mal unseren Reiseleiter während der Stadtrundfahrt tatsächlich mal, ob es in Hong Kong, ähnlich wie in amerikanischen Städten, ein China-Town gibt. Was er darauf antwortete ist nicht überliefert.

Wir fuhren also kreuz und quer durch die Schluchten der Hochhäuser, von dem jedes einzelne natürlich seine Geschichte hat. Natürlich kann ich nicht auf jedes Hochhaus eingehen, aber ein paar Worte über eines der markantesten Bauwerke will ich doch niederschreiben – die Bank of China. Wie der Name schon vermuten läßt, beherbergt der 367m hohe Büroturm die Bank of China. Erbaut wurde der Turm von 1985 bis 1990. Auf den ersten Blick erkennt man in der Gebäudeform einen Kristall, aber bei genauerem Hinsehen erkannt man auch ein sich nach oben verjüngenden Bambusstab. Im Vorfeld gab die Form vielen zu bedenken, denn diese eckige Form befindet sich nicht im Einklang mit Feng Shui. Die Bank of China ist das einzige Gebäude in Hong Kong, das nicht nach den Lehren von Feng Shui errichtet wurde. Man sagt sich, so unser Reiseleiter, das diese scharfkantige Form von den Chinesen als keiner Seitenhieb gewählt wurde. Feng Shui passt wohl nicht in das Weltbild der chinesischen Staatsmacht.

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