10. Tag: Von Durango nach Kayenta

  • Tagesetappe über 261 km
  • Bundesstaaten: Colorado, Arizona
  • Örtlichkeiten: Mesa Verde, Four Corner, Kayenta
  • Reiseroute auf Google Maps

Auch heute Morgen wurden wir von einer Eiseskälte überrascht. Das Frühstück im Hotel erwies sich heute als ein Geduldsspiel. Das ganze Hotel stand um 7 Uhr vor dem Restaurant um für das Frühstück an zu stehen. Na ja, einmal in einer solchen Reise kann das schon mal passieren.

Abfahrt war heute eine halbe Stunde früher als sonst, da bei unserem ersten Tagesziel, dem „Mesa Verde National Park“ mit einem großen Ansturm zu rechnen war. Bei herrlichem Wetter fuhren wir dann durch die herbstlichen Laubwälder und hinauf zum Eingang des Nationalparks. Mesa Verde bedeutet zu Deutsch so viel wie „Grüner Tafelberg“. Hier oben konnten wir dann mit eigenen Augen sehen, was die alljährlichen Buschbrände für einen Schaden anrichten. Viele Hügel rechts und links der Straße waren mit verbrannten und ausgedorrten Bäumen übersät.

Im Jahre 1874, es war tiefer Winter, waren zwei Cowboys hier oben unterwegs, um nach verschollenem Vieh zu suchen. Als die Beiden dann über eine Klippe hinweg in das dahinter liegende Tal blicken wollten, entdeckten Sie weiter unten Überreste einer alten Indianersiedlung. Die Ruinenstädte von Mesa Verde wurden so Entdeckt. Es gibt heute Hunderte von Ruinen in Mesa Verde, von denen nur einige wenige ausgegraben wurden. Da sie jahrhundertelang unbewohnt waren, wurden sie von Naturgewalten angegriffen, und einige von ihnen wurden, bevor das Gebiet zum Nationalpark erklärt wurde, von Menschen unseres Zeitalters schwer beschädigt. Die Ruinen müssen aufs äußerste geschützt werden, wenn sie uns erhalten bleiben sollen.

Die Mesa Verde erhebt sich hoch über das umliegende Land. Indianer, die Ackerbau betrieben, bewohnten ungefähr 1300 Jahre lang die Mesa und die umliegenden Gebiete, und Archäologen haben an Hand Hunderter von Ruinen, die noch erhalten sind, eines der bedeutendsten Kapitel in der Geschichte des prähistorischen Amerika zusammentragen können. Wenn Sie einen Mesa Verde wurde 1300 Jahre lang von Ackerbauindianern bewohnt, die kurz nach dem Beginn des christlichen Zeitalters nach und nach in dieses Gebiet einwanderten. Sie hatten zunächst eine primitive Kultur, doch machten sie stetige Fortschritte und erreichten um 1200 n. Chr. einen hohen Grad an Kultur. Besucher von Mesa Verde können Ruinen verschiedenster Art besichtigen. Von den Grubenhäusern aus dem 6. Jahrhundert bis hin zu den Klippenwohnstätten aus dem 13. Jahrhundert. Die Klippenwohnstätten sind am eindrucksvollsten, doch sind die Grubenhäuser und die Dörfer auf dem Hochplateau ebenso bedeutend, da sie, in chronologischer Ordnung gesehen, die architektonische Entwicklung von Mesa Verde zeigen. Die erste systematische Untersuchung wurde 1891 von dem Schweden Gustaf Nordenskiold durchgeführt. Seit dem Jahre 1906 ist Mesa Verde ein Nationalpark. Einer der beiden oben genannten Cowboys -Richard Wetherill- war von den Städten so beeindruckt, das er sein ganzes Leben dem Nationalpark Mesa Verde und dessen Erhalt widmete.

Nach dem wir die „Pit-Houses“ dt. Grubenhäuser besichtigt hatten, fuhren wir zu der größten Stadt, dem „Cliff Palace“. Hierfür sind aber nur Sondertouren mit Parkranger erlaubt. Wir machten zwei Pausen an Felsvorsprüngen, so das wir eine gute Draufsicht auf die Gebäude hatten.

Direkt unterhalb des Besucherzentrums befindet sich das für Besucher frei zugängliche „Sprucetree-House“ dt.“Fichtenbaum-Haus“. Hier konnte ich sogar in ein Kiwa einsteigen. Kiwas sind unterirdische, runde Räume die nur für Männer erbaut wurden. In gemütlicher Runde konnten hier die Männer „Meditieren“. Nach der Mittagspause im Nationalpark Restaurant fuhren wir wieder zurück auf den Highway, um unsere heutige Fahrt fortzusetzen.

Es gibt noch weitere alte Indianersiedlungen in der näheren und weiteren Umgebung. Eine davon ist die südlich von Mesa Verde gelegene Siedlung im Chaco-Canyon. Diese Städte sind sogar noch größer als die von Mesa Verde.

Weiter ging nun die Fahrt durch die Stadt Cortez. Sie hat 7000 Einwohner und liegt auf einer Höhe von 2300m. Hierbei handelt es sich um eine europäische Ansiedlung, deren offizielle Gründung im Jahre 1887 stattfand. Die Stadt galt als Handelszentrum für die Vieh und Landwirtschaft.

Am Nachmittag kamen wir nun an einem besonderen Ort in den Vereinigten Staaten an. Es ist „Four Corners“, dt. „Vier Ecken“. Dem einzigen Punkt der Staaten, an dem sich vier Staaten treffen. Besonders beliebt ist das Foto weiter unten, mit den Armen und Beinen jeweils in einem Staat zu stehen. Natürlich gibt es auch hier viele Verkaufsstände von Indianern. nach einer halben Stunde ging es dann in Richtung Kayenta weiter. Wir hielten nur noch einmal an. An den sog. „Baby-Rocks“, dt. „Baby-Felsen“. Ein kleiner –sehr kleiner- Vorgeschmack auf die Felsformationen im Monument Valley.

Nach der Ankunft in Kayenta machte ich einen kurzen Rundgang. Viele neue Gebäude sind in den letzten 2 Jahren seit meinem letzten Besuch entstanden. Gegenüber vom Hotel gibt es nun ein Einkaufszentrum, ein Besucherzentrum, McDonald und Burger King. Zum Abendessen blieb diesmal wieder im Hotel.

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