11. Tag: Von Kayenta nach Chinle

  • Tagesetappe über 181 km
  • Bundesstaaten: Utah, Arizona
  • Örtlichkeiten: Monument Valley, Canyon de Chelly
  • Reiseroute auf Google Maps

Heute geht es in das bekannte Monument Valley. Nach dem Grand Canyon bestimmt der meist besuchte Park im Südwesten der USA. Von dem 4000 Einwohner zählenden Kayenta sind es ca. 21 Meilen bis zur Einfahrt in das „Monumente Tal“, das halb in Arizona und halb in Utah liegt. Von Kayenta aus muss man erst nach Utah rein, dann die Zufahrtsstraße entlang wieder zurück nach Arizona fahren. Am Besucherzentrum warteten wir dann auf unsere offenen Jeeps, mit denen wir dann auch los fuhren.

Unser Fahrer Roy war ein waschechter Navajo. Die bekanntesten Felsen sind sicherlich die großen „West Mitten Butte“ und „East Mitten Butte“ (Mitten bedeutet zu Deutsch „Fausthandschuh“) gleich zu Beginn der Tour. Auch die „Merrick Butte“ sieht man immer wieder auf Werbeplakaten oder in Werbespots. Merrick war ein Goldsucher, der am Fuße des Felsens erschlagen aufgefunden wurde. Auf dem Berg sind sogar schon Autos transportiert worden, ebenfalls für Werbeaufnahmen.

Hier eine kurze Begriffserklärung : Der Unterschied zwischen einer Mesa und einer Butte. Eine Mesa (Tafelberg) ist breiter als hoch, eine Butte ist höher als breit.

Wir besuchten nun den Platz Namens „John Fords Corner“. Ford war ein bekannter Westernregisseur, der sich immer zu Beginn von Filmen hierher zurückzog, um in aller Ruhe und Stille sich von der Gegend inspirieren zu lassen. Oftmals benutzter er gleich diesen Platz als Filmkulisse, meist für Filme mit John Wayne. Nach dem Besuch eines Hogan (Rundbau, ähnlich einem Iglu), in der uns eine Indianerfrau das Flechten und Knüpfen zeigte fuhren wir weiter. Unterhalb der Felsformation „Three Sisters“ dt. „drei Schwestern“ machten wir erneut Station. Da die 3 Felsnadeln wir ein großes „W“ aussehen, nennt man den Platz bei den Navajos auch „John Wayne“.

Auf unserer Tour besuchten wir weiterhin noch folgende Formationen:

  • Big Hogan
  • Sun´s Eye
  • Anasazi Mesa
  • Totem Pole

An einem Felsendom hat Roy sogar mit einer Trommel als Instrument ein paar Indianerlieder für uns gesungen. Ein unvergleichliches Erlebnis, eine unglaubliche Atmosphäre. Gegen Mittag war unserer Jeep Tour zu Ende und wir warfen einen letzten Blick von der Terrasse des Besucherzentrums aus ins Monument Valley.

Canyon de Chelly

Nachdem wir das Monument Valley hinter uns ließen, fuhren wir wieder nach Kayenta und dann ein kleines Stück auf dem Weg zurück, auf dem wir gestern schon gekommen waren. An der ersten Einmündung fuhren wir dann in südöstliche Richtung. Die kleine Ortschaften Tachee und Rough Rock ließen wir ohne größere Beachtung liegen. Gegen 14 Uhr erreichten wir unseren heutigen Endpunkt, die Stadt Chinle am Eingang des „Canyon de Chelly“.

Der Canyon ist ca. 35km lang und seine Steilwände sind 300m tief. Die Natur brauchte hierzu 200 Mio. Jahren bis der darin fließende Fluß den Felsen ausgewaschen hat. Seit 1550 Jahren ist der Canyon schon von Menschen bewohnt. Hier, in den vielen Schluchten versteckten sich die letzten Häuptlinge mit ihrem Volk vor den Weißen. Genutzt hat es Ihnen jedoch nichts. Ausgehungert, fast erfroren und durch Krankheiten in der Bevölkerungsanzahl stark dezimiert mussten die Indianer aufgeben und den demütigenden Marsch in das Reservat antreten.

Ein ganz markanter Felsen ist der „Spider Rock“ im hinteren Teil des Canyons. Der Name stammt aus einem Märchen, das die Navajo Müttern ihren Kindern erzählen. Demzufolge wohnt hoch oben auf der Felsnadel die Spinnenfrau und entführt in der Nacht die Kinder, welche unartig waren und die den Eltern Sorge bereiten.

Zunächst fuhren wir am Rande des Canyons entlang und besuchten die einzelnen Aussichtspunkte. Von hier oben sahen wir:

  • Ledge Ruin
  • Antelope Ruin
  • Mummy Cave
  • Spider Rock“

Nach einem 2-stündigem Abstieg konnten wir im Canyon zu der „White House Ruin“. Ebenfalls 2 Stunden brauchten wir, um wieder oben am Rand des Canyons unsere Reisekollegen zu treffen, die nicht mit nach unten wollten. Nach einer letzten Besichtigung der „White House Ruin“ von oben fuhren wir dann ins Hotel. Für heute war wieder einmal Feierabend.

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