13.Tag: Von Page zum Grand Canyon

  • Tagesetappe über 223 km
  • Bundesstaaten: Arizona
  • Örtlichkeiten: Cameron Trading Post, Grand Canyon
  • Reiseroute auf Google Maps

Heute geht es zu dem wohl bekanntesten Naturschauspiel der USA, zum Grand Canyon. Dabei erwartete mich mein Helikopterflug, den ich eigentlich schon vor 2 Jahren hätte buchen sollen. Aber besser spät als nie. Es stellte sich nun heraus, dass noch 2 Personen am Rundflug teilnehmen wollen. Unser erstes Teilstück der Fahrt führte uns ein Stück des Weges von gestern wieder zurück. Wir fuhren südlich auf der „89“. In der Stadt Cameron machten wir dann Halt bei der „Cameron Trading Post“. Hier gibt es allerhand Kunsthandwerk, aber auch den normalen touristischen Kitsch zu Kaufen. Zum Kunsthandwerk zählen sicher die handgeschnitzten Cochina-Puppen. Diese sind aus dem Wurzelholz der Redwoods geschnitzt.

Früher war die Schnitzerei Zeitvertreib für Kinder, heute kostet eine solche Puppe mind. 50 $. Auch ich habe mich hier mit den verschiedensten Mitbringsel eingedeckt. Nach ungefähr einer Stunde setzten wir die Fahrt zum Grand Canyon fort. Gegen Mittag erreichten wir dann den ersten Punkt am Grand Canyon, den sogenannten „Watchtower“, dt. Aussichtsturm, am östlichen Rand des Parks. Wie schon vor zwei Jahren besuchte ich für einen „Quarder“ ( 1/4 Dollar ) das Innere des Turmes. Verändert hat sich hier überhaupt nichts.

Nach dem Besuch des Watchtower fuhren wir mit dem Bus zum Beginn unseres Rundganges. Unser Wanderweg führte uns am Rande des Canyons entlang bis zum Besucherzentrum.

Hier ein paar Zahlen zum Grand Canyon :

  • Die Länge des Colorado im Canyon beträgt 450km
  • Der Canyon ist zwischen 6,5 und 29km breit. (Durchsch. 14,5 km)
  • Die durchschnittliche Tiefe beträgt 1600m
  • Höhe des Nordrandes – 2500m
  • Höhe des Südrandes – 2140m
  • Seit dem Jahre 1919 ist der Grand Canyon Nationalpark. Im Jahr wird der Park von etwa 4,5 Mio. Menschen besucht.

Im Jahre 1860 fand die erste Durchquerung des Canyons auf dem Wasserweg statt. Der Bürgerkriegsveteran John Wesley Powell und seine 9 Begleiter waren 98 Tage unterwegs. Ein Boot verloren sie in den Stromschnellen. Besonders tragisch war das Schicksal von 2 Männern, die sich entschlossen hatten, das Unternehmen aufzugeben. Sie versuchten durch einen Seitencanyon nach oben zu gelangen. Von den Beiden wurde nie wieder was gehört oder gesehen. Einen Tag später erreichte die Expedition das Ende des Canyons.

Nach dem Wandern am Rand des Canyons und einem kurzen Aufenthalt am Besucherzentrum fuhren wir dann ins Hotel. Am Nachmittag machte ich dann meinen Helikopterrundflug. Glücklicherweise war ich doch nicht der Einzige aus meiner Gruppe. Das Ehepaar aus Hamburg hat sich auch dazu entschlossen.

Nach dem Einchecken wurde uns ein kleiner Belehrungsvideo mit Verhaltensregeln und wie man Ein- und Aussteigt vorgeführt. Danach erhielten wir die Platzkarten. Da die Platzwahl vom Körpergewicht abhängig ist, durften wir auf keinen fall die Plätze tauschen. Nun war es endlich soweit. Im Prinzip habe ich darauf seit 2 Jahren gewartet. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Nach einem kurzen Flug über den Wald ging es danach über den Canyon zur Nordseite. Solange man nur in einer Höhe von ca. 200m über dem Boden fliegt, kann man die Geschwindigkeit noch erahnen, sobald der Helikopter aber über den Rand fliegt, glaubt man zu stehen. Unser Pilot erklärte uns unterwegs nicht nur die einzelnen Felsen und welchen Teil des Colorado wir gerade überfliegen. er machte uns auch mit der Flugweise eines Hubschraubers bekannt. Nach 35 Minuten war aber leider alles vorbei. nach der sicheren Landung konnten wir dann unser Foto, das vor dem Abflug geschossen wurde im Besucherzentrum des Flugplatzes abholen.

Am späten Nachmittag hatten wir die Gelegenheit am Sonnenuntergang am Grand Canyon teil zu nehmen. Zum Abendessen waren wir dann alle im benachbarten Hotel. Indianertanz und Countrymusik – beides Live – diente hier als Unterhaltungsprogramm. Ein sehr schöner Tag ging hiermit zu Ende.

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