14.Tag: Vom Grand Canyon nach Phoenix

  • Tagesetappe über 364 km
  • Bundesstaaten: Arizona
  • Örtlichkeiten: Sedona, Montezumas Castle, Phoenix
  • Reiseroute auf Google Maps

Der Kreis schließt sich. Heute war die letzte Tagesetappe angesagt.

Unterwegs erhielten wir noch restliche Informationen über Arizona und Phoenix. Der Anteil farbiger Einwohner in Arizona beträgt ca. 8%. In Phoenix leben rund 200000 deutsche bzw. deutschstämmige. Viele illegale Mexikaner sind hier in Arizona auf den Farmen beschäftigt, um den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von 5$ die Stunde zu umgehen. Das meiste Geld aber verdienen die Schleuser, die die Mexikaner über die Grenze schmuggeln. Pro Kopf nicht weniger als 3000$. Natürlich ohne Garantie.

Unsere Fahrt führte uns vorbei an den „San Francisco Mountains“. Dieses Gebirge beinhaltet auch einen eingestürzten Vulkankegel. Hier befindet sich das größte Skigebiet Arizonas. Der „Mout Humphries“ ist mit 3800m die größte Erhebung. Der letzte Ausbruch des Vulkans war ungefähr im Jahre 1000. An der Stadt Flagstaff, dt.Fahnenmast, fuhren wir leider nur vorbei. Die Stadt wurde von enttäuschten Goldgräbern gegründet, die auf dem Heimweg nach Osten hier anhielten und den Handel mit Holz entdeckten. Die schnurgeraden Bäume die hier wachsen verhalfen ihnen zu einem unerwarteten Wohlstand.

Besondere Berühmtheit erhielt die Lowell-Sternwarte (nach Dr. Percival Lowell) von Flagstaff. Hier wurde im Jahre 1930 durch Clyde Tombaugh (1906-1997) der Planet Pluto entdeckt.

Unseren ersten größeren Stopp machten wir dann am Anfang des „Oak Creek Canyons“. Im Gegensatz zum Grand Canyon ist dieser wegen der kleineren Meereshöhe bewaldet. Von oben herab konnten wir die Straße erkennen, die sich in mehreren Serpentinen bis nach unten schlängelt. Nach einer halben Stunde Aufenthalt fuhren wir dann in den Canyon hinab.

Kurz vor Sedona erreichten wir dann denn „Slide Rock State Park“.

Nach der Ankunft in Sedona begab ich mich mit zwei Reisegenossen und der Reiseleiterin zum Büro der Jeep Tour Agentur. Unser Fahrer während der Tour war natürlich ein Indianer. Ungefähr 195cm groß und eine Statur, die seinem indianischen Namen alle Ehre machte – „Two-Bears“ dt. Zwei Bären. Er war vom Stamme der Lakota, der Bekannte wurde durch die Schlacht am „Little Big Horn“ in Wyoming im Jahre 1886. Dort erlebte der US-General Custer eine vernichtende Niederlage mit der 7. Kavallerie. General George Armstrong Custer starb bei der Schlacht zusammen mit seinen beiden Brüdern.

Unsere Jeeptour führte uns über gewundene Pfade in die Bergwelt um Sedona. Als Straßen kann man die Wege wirklich nicht bezeichnen. Die ganze Tour war natürlich auch extrem staubig, aber ein phantastisches Erlebnis. Two Bears erklärte uns wirklich sehr viel von der Tier und Pflanzenwelt rund um Sedona. Auch die verschiedenen Felsen haben hier ihre Bedeutung. Beim Betrachten der Felsen fällt einem die gleiche Struktur und Farbgebung auf, wie sie auch beim Grand Canyon vorkommt. Genauso ist es auch. Es handelt sich hierbei um den gleichen früheren Meeresboden, der sich vor Millionen von Jahren erhob und austrocknete. Der einzige Unterschied ist der, das man beim Grand Canyon von „oben“ herab schaut und in Sedona die Berge von „unten“ betrachtet. Besonders die markante weiße Schicht auf ca. 90% der Höhe ist nicht zu übersehen. Die zwei Stunden der Tour vergingen wirklich wie im Fluge.

Nach einer Pause von einer Stunde setzten wir dann die Fahrt mit dem Bus nach Phoenix fort. Vorbei ging die Fahrt auch an der Kirche mit einem eigenwilligen Baustil, deren Name „Chapel of the Holy Cross“ auf Deutsch bedeutet „Kapelle zum Heiligen Kreuz“. Einen Stopp legten wir aber hier nicht ein.

Erst weiter südlich, bei „Montezumas Castle“ machten wir eine Pause, um die alte Siedlung, die wie ein Schwalbennest hoch in den Fels gebaut wurde zu besichtigen. Der Name basiert auf einen Fehler, den die Spanier begangen hatten, die diese Ansiedlung entdeckten. Ungefähr 200 Jahre zuvor musste der Aztekenkönig Montezuma, weil er mit den Spaniern kooperierte, das Land verlassen. Von ihm wurde danach nichts mehr gehört. Die Spanier glaubten nun die Zufluchtsstätte gefunden zu haben. Das erwies sich jedoch als falsch.

Nach der Besichtigung ging es nun in rasender Fahrt weiter nach Phoenix. Unser Fahrer Ray konnte es kaum erwarten nach Hause zu kommen. Am Nachmittag war dann die Rundfahrt zu Ende. Immerhin lagen nun 3710 km hinter uns. Wir alle bedankten uns nach der Ankunft am Hotel bei unserer Reiseleiterin Ruth und dem Fahrer Ray für die sichere Fahrt.

Zu einem gemeinsamen Abschluss kam es dieses Jahr nicht, jedoch tat ich mich mit vier Mitreisenden zusammen. Wir bestellten uns ein Taxi und fuhren damit zum Hardrock-Cafe. Danach versammelten sich einige von uns auch noch an der Hotelbar. Da viele schon sehr früh zum Flugzeug mussten, begann hier die Abschiedszeremonie.

Auch ich musste mich relativ früh ausklinken, da ich am nächsten Morgen um 4 Uhr aufstehen musste, da ich um 5 Uhr zum Ballonflug abgeholt werden würde.

Print Friendly, PDF & Email