2.Tag: New York City I

  • Tagesetappe über 50 km
  • Bundesstaaten: New York
  • Örtlichkeiten: Stadtrundfahrt
  • Stadtrundfahrt auf Google Maps

Trotz eines anstrengenden Vortages bin ich schon um 5Uhr30 in der Früh aufgestanden. Ein volles Tagesprogramm stand an. Zum Frühstücken machte ich kurzen Prozess, denn das im Hotel integrierte Restaurant machte einen guten Eindruck. Dieser Eindruck betätigte sich bei einem ausgiebigen Frühstück. Es gab ein 3-Eier Omelett „Western-Style“ mit Bratkartoffeln und Toast und Kaffee bis zum Abwinken (bitte bedenken, dass 3 Tassen US-Kaffee von der Stärke her etwa einer Tasse deutschen Kaffees entspricht). Um meine Beine und Füße etwas einzulaufen, machte ich dann einen Rundgang um den ganzen Block. An diesem Morgen schrieb und verschickte ich auch die Postkarten.

Um 9 Uhr trafen wir uns dann alle in der Lobby, um unseren ersten offiziellen Programmpunkt der Reise anzutreten. Wir begannen mit der 4 stündigen Stadtrundfahrt durch Manhattan. Hier nur ein paar Zahlen zu Manhattan. Die Insel ist 20km lang und hat eine Durchschnittsbreite von ca. 4,5km. Es leben hier 2,5 Mio. Einwohner und an Werktagen kommen nochmals 2 Mio. Berufspendler hinzu.

Wir starteten die Rundfahrt in Richtung Uptown (Norden). Die Fahrt ging über den „Broadway“ (280km lang – bis nach Albany) und über den „Columbus Circle“ zur ersten Haltestation, dem „Lincoln Center“ mit der berühmten „Metropolitan Opera (Met)“ und den Philharmonien. Da die Sommerpause an der Met zu Ende ging, war im Foyer Großputz angesagt. Wie wir an den vor dem Gebäude stehenden Programmschildern vernehmen konnten, waren bereits viele Veranstaltungen ausverkauft. Rechts und links an dem Operngebäude sind hinter den Fenstern zwei Vorhänge sichtbar, hinter denen sich je ein großes Gemälde von Marc Chagall befindet. Am Abend, wenn die Sonne nicht mehr direkt auf die Bilder scheint, werden die Vorhänge zurückgezogen und die Gemälde werden sichtbar.

Nach einem kurzen Rundgang über das benachbarte New Yorker Universitätsgelände bestiegen wir wieder unseren Bus. Weiter ging es nach Norden, vorbei an der „West Side“. Ehemals ein soziales Problemviertel („West-Side-Story“), kostet heute eine 1-Zimmer Wohnung 1200$. Auf der Amsterdam Ave. An der 72th Street West fuhren wir am Dakota-Gebäude vorüber. Hier wohnte der Ex-Beatle John Lennon und vor dem Eingang wurde er 1980 erschossen. Seine Frau Yoko Ono lebt heute noch hier. Der Name „Dakota“ hat mit dem Staat Nord oder Süddakota direkt nichts zu tun. Als das Gebäude entstand lag dies weit Außerhalb vor den Toren Manhattans und man sagte: „Das Gebäude liegt fast so weit weg wie Dakota“.

Von nun an fuhren wir am „Central Park“ entlang. Die Gegend hier wird im Volksmund “Gold Coast“ (dt. Goldküste) genannt. Bestimmt nicht, weil es sich um eine arme Gegend handelt. Der Central Park erstreckt sich über eine Länge von 4,5km und einer Breite von 1km. Der Park ist somit größer als das Fürstentum Monaco.

Erbaut wurde der Park im Jahre 1856. Markant für den Park sind die von der Eiszeit zurück gelassenen Felsen, „Manhattan-Shist“ genannt. Als nächstes Besuchten wir die „Cathedral of St.John-the-Devine“. Der Baubeginn der Kathedrale war im Jahre 1892 und sie ist bis heute noch nicht fertiggestellt. Wenn Sie mal (irgendwann) fertig wird, ist dies die größte Kathedrale der Welt. Im Glockenturm befindet sich die größte gegossene Glocke mit einem Gewicht von 20t. Der Baustil ist Romanisch/Gotisch. Ebenso ist hier Bischofsitz.

Nach einem 30min. Stopp nahmen wir unsere Rundfahrt wieder auf.

Unterwegs fuhren wir auch an der Columbia Universität vorbei. Die Einschreibungsgebühr hier beträgt 35000 $. Wir durchfuhren dann das südliche Harlem. In den 50er Jahren war ehemals noble Wohngegend völlig heruntergekommen. Bekannt aus vielen Fernsehsendungen sind die Abbruchhäuser und die Schrottautos in den Straßen. Seit Bürgermeister Giuliani hier rigoros aufräumte ist Harlem wieder Wohnviertel in dem es sich angenehm leben lässt. Markant für Harlem sind die sogenannten „Brown Stone“ Häuser (dt. Braunsteinhäuser) mit den an der Außenwand befindlichen Feuerleitern. Auf unserem Weg lag auch das „Apollo Theater“, einem Jazzclub in dem u.a. auch Louis Armstrong zu seiner Anfangszeit spielte.

Über die Lexington Ave und Central Park Ost bogen wir dann nach rechts ab, um auf der 5th Ave. in südliche Richtung zu fahren.

Hier war man schon eifrig an den Vorbereitungen zur Steuben Parade, die am 16. September satt fand (am 3. Wochenende im September). Nicht zuletzt deswegen war hier ein kleines Verkehrschaos ausgebrochen. An den meisten Gebäuden konnten wir keinen Stopp einlegen, denn wer wollte, konnte am nächsten Tag wieder hierher kommen. Halten konnten wir aber am „Trump-Tower“ und am benachbarten „Tiffany´s“. Das für die Öffentlichkeit zugängliche Foyer des Trump-Tower ist ganz mit orangefarbenem Marmor ausgekleidet. Am hinteren Teil befindet sich ein 20m hoher „Wasserfall“ inmitten von Blumen und terrassenähnlichen Anbauten. Hier eine kleine Anekdote, weshalb die Gebäude immer einen öffentlichen Teil haben. Will man in New York über eine bestimmte Höhe hinaus bauen, muss laut Gesetz ein Teil für die Allgemeinheit zugänglich sein. Meist findet man darin Geschäfte, Restaurants und sehr wichtig: „Restrooms“ (dt. Toiletten).

Unseren nächsten Stopp machten wir wegen des bereits erwähnten Verkehrschaos erst am „Flatiron-Building“ (dt.Bügeleisengebäude). Dieses Haus steht an der Ecke 5th Av. und 32nd Street. Das Frontzimmer hat noch eine Breite von 3,5m. Mit seinen 13 Stockwerken war dies einmal das höchste Gebäude der Welt. Wenn es nach einigen früheren Architekten ginge, dürfte das Haus gar nicht mehr stehen. Man benutzte für damalige Verhältnisse ein revolutionäres, neues Bauverfahren. Erstmals wurde ein Haus gebaut, dass nicht auf den eigenen Außenmauern, sondern auf Stahlträgern steht. Die Außenmauern wurden nur eingesetzt. Die Baugeschichte lehrte den Skeptikern besseres.

Weiter ging die Fahrt durch „Greenwich Village“ und über die 14th Street nach Westen. Nach der Beekerstreet fuhren wir dann über die „Houston Street“ (sprich: „Hausten“) durch das Künstlerviertel „Soho“. Dieses Soho hat mit dem Londoner Stadtteil nichts zu tun. Es handelt sich hier um eine Abkürzung für „South of Houston Street“ (dt. Straße südlich der Houston Street). Hier, im südlichen Manhattan haben die Straßen Namen. Das Nummernsystem der Streets und Avenues wurde erst durch die Ausdehnung nach Norden von den Amerikanern eingeführt. JFK Junior hatte hier eine Wohnung. Markant für diese Gegend sind die Gusseiserne Säulen und Rahmen an den Häuserfassaden. Diese wurden in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wegen besserer Feuerverträglichkeit gebaut.

Über die Spring-Street ging es dann wieder zurück zum Broadway. Eine natürliche Stadtgrenze bilden auch die „Canal-Street“ (dt. Kanalstraße. Diese Ecke von Manhattan heißt „Tri-Be-Ca“, Abkürzung für „Triangle below Canalstreet“ (dt. Dreieck unterhalb der Canalstreet). Der Name „Canalstreet“ kommt von einem Entwässerungskanal, der hier früher einmal einen Stausee in Richtung Hudsonriver entwässerte. Nun standen wir vor dem höchsten Gebäude der Stadt, den Zwillingstürmen des „World Trade Centers“. Mit 411m Höhe eine imposante Erscheinung im Stadtbild von Lower Manhattan. Mit der Besichtigung der „Trinity-Church“ war unsere 4-stündige Stadtrundfahrt beendet.

Um 15Uhr30 trafen sich dann einige aus der Gruppe für die Hafenrundfahrt um die Südspitze Manhattans. Das Terminal der „Circle Line“ befindet sich am Hudson auf der Höhe der 42nd Street. Die Fahrt dauerte 90 Minuten und führte uns u.a. auch an dem Kai vorbei, an dem im Jahre 1912 die Titanic anlegen sollte. Des Weiteren sahen wir „Ellis Island“, die Freiheitsstatue, die 3 Brücken (Brooklyn, Manhattan und Williamsburg; Tipp zum Merken: BMW) und das Gebäude der Vereinten Nationen.

Um 18Uhr45 starteten wir alle unsere Abendtour. Wir besuchten nun zuerst das „World Financial Center“ mit seinem Wintergarten. Die echten Palmen im inneren mussten seit dem Bau schon ausgewechselt werden, da diese zu groß wurden. Das Gelände hier wurde im Hudson aufgeschüttet, und zwar aus Erdreich von der Baugrube des World Trade Centers.

Richtig lebhaft wurde es dann am Pier 17 in Seaport. Vor der Kulisse der Hochhäuser und Segelschiffen wurde hier ein Hafengebäude mit Restaurants und Geschäften errichtet. Hier machten wir einen längeren Stopp.

Durch Chinatown fuhren wir über die Brooklynbridge eben nach Brooklyn hinüber, um einen Spaziergang am Ufer des Eastriver zu unternehmen (Brooklyn Hights). Von hier aus hat man den Postkartenblick auf das erleuchtete Manhattan.

Hier nur eine Zahl zu Brooklyn. Mit einer Einwohnerzahl von 4 Millionen wäre dies die 4. größte Stadt der USA. Nach dem Spaziergang fuhren wir in Richtung Central Park, um die abendliche Lampion Schau des Restaurants „Tavern on the Green“ zu bewundern. Ohne zu übertreiben. Tausende von Lampion hingen hier in den Bäumen und Büschen. Aber wie sagte Henry so schön treffend: “Man zahlt jeden Lampion mit“.

Unterwegs zurück ins Hotel fuhren wir nochmals am Lincolncenter vorbei. Nun konnten wir die beiden Chagalls bewundern. Unsere letzte Station war der „Times Square“. Aussteigen wollte heute Abend wie sich denken lässt keiner mehr.

Hier einige Informationen über New York City

New York City ist nicht nur die größte Stadt der USA, sondern auch die Metropole im Unterhaltungs- und Geschäftsbereich. Den meisten Ausländern fällt zuerst New York ein, wenn sie an die Vereinigten Staaten denken. Die Stadt umfasst ein Gebiet von ca. 790 qkm und ist in folgende Bezirke (Boroughs) unterteilt:

  • Manhatten
  • Bronx
  • Brooklyn
  • Staten Island
  • Queens.

Bis auf die Bronx sind alle Bezirke dieser Stadt Inseln. In diesen fünf Stadtteilen leben ca. 7,5 Mio. Menschen. Die größte Bevölkerungsgruppe ist weiß, gefolgt von Afro-Amerikanern, Hispanics, Asiaten und ca.30.000 Indianern. Peter Minuite kaufte das Land von den Algonquan-Indianern für umgerechnet $24 in Form von Bohnen und anderen Waren. Die Insel von „Man-a-hatt-ta“, wie Sie von den Indianern benannt worden war, blühte zur Finanzhauptstadt der Welt auf. Manhattan ist der kleinste und älteste der fünf Stadtteile. New York besitzt über 300 Theater, ca. 150 Museen, 500 Kunstgalerien, 300 Kinos, 250 Hotels und mehr als 20.000 Restaurants. Das U-Bahn Netz besteht aus 468 Stationen, die auf über 1.000 km verteilt sind. Zusätzlich fahren täglich ca. 12.000 Taxis (Yellow Cabs) durch die Straßen. Die Freiheitsstatue, Ellis Island oder Trinity Church sind einige der historischen Anziehungspunkte, die New York jährlich weit über 30 Mio. Besucher beschert.

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