4. Tag: Von New York City nach Boston

  • Tagesetappe über 403 km
  • Bundesstaaten: New York, Connecticut, Rhode Island, Massachussetts
  • Örtlichkeiten: Newport, Boston, Beacon Hill
  • Reiseroute auf Google Maps

Heute Morgen hieß es nun Abschied nehmen von New York.

Leider? Zum Glück? Diese Frage muss sich jeder selber beantworten. Man mag diese Stadt oder man mag sie nicht. Eine Grauzone dazwischen gibt es nicht. Das letzte Omelette Frühstück nahm ich wieder im gleichen Restaurant ein. Dann holte ich meine Sachen aus dem Zimmer und begab mich vor das Hotel zu unserem Bus. Zum ersten Male war die Gruppe so zusammengesetzt wie in den nächsten verbleibenden 11 Tagen der Tour. Der Bus war bis auf 2 Plätze, die Henry ganz vorne für uns Fotografen und Videofilmer freigelassen hatte voll besetzt. Unser Fahrer Iphrain wurde uns vorgestellt, ich muss sagen, einen besseren hätten wir nicht bekommen können. Um genau 7Uhr 50 ging es los. Wir fuhren nun Richtung Norden und verließen schon bald das Stadtgebiet von New York City.

Bis zur Grenze nach Connecticut fuhren wir noch eine Stunde. Um 8Uhr50 lag dann auch der Staat New York hinter uns, es sollte eine Weile vergehen, bis wir wieder nach New York State kamen. Wir befuhren die Interstate 95, vorbei an Bridgeport und New Haven. In New Haven befindet sich die bekannte Universität von „Yale“. Diese wurde bereits im Jahre 1701 gegründet. Ein gewissen Mr. Yale war ein Finanzier des Umzuges der Universität nach New Haven – daher der Name „Yale“. Über eine halbe Million Bücher besitzt die Universitätsbibliothek. Die Einschreibungsgebühr beträgt an dieser für Rechtswissenschaften bekannte Uni 45000$. Um das Jahr 1835 herum lebten auch die beiden bekannten Erfinder „Cold“ und „Goodyear“ hier in New Haven. Nach den ersten 2 Stunden Fahrt machten wir Pause – bei McDonald´s.

Etwas abseits der Interstate 95 liegt die Stadt Norwich, dessen bekanntester Sohn der Stadt der Schriftsteller James Fenimore Cooper heißt. Aus seiner Feder stammten die Geschichten um „Lederstrumpf“ und den „Mohikanern“. Hier in dieser Gegend war die Heimat der Mohikaner, von denen heute nur noch 500 zu finden sind.

Gegen 11Uhr15 überquerten wir die Staatsgrenze zum Bundesstaat Rhode Island. Der Name stammt aus dem holländischen für „rote Insel“, was auf den roten Sand in dieser Gegend zurückzuführen ist. Schon bald, gegen 12Uhr, erreichten wir unseren ersten größeren Haltepunkt – Newport. Hier in Newport befinden sich die Sommerresidenzen der „Reichen und der Schönen“. Im Süden der Stadt sind die sogenannten „Mansion“ zu finden. Hier haben die Vanderbills und andere Mitglieder der High Society regelrechte Schlösser errichtet. Wir befuhren den „Scenic Drive“ und konnten dabei viele der Mansion sehen. Auch die Kennedyfamilie lebte hier. In der Kirche „St. Mary´s“ in Newport haben John F. Kennedy und Jaqueline Bouvet geheiratet. Vor der Küste Newports wird die große Segelregatta um den „Americas Cup“ ausgetragen.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen setzten wir die Fahrt um 14Uhr20 dann wieder Richtung Boston fort. Unterwegs konnten wir uns dann für die Abendtour und für das Abendessen anmelden. Zum ersten male werde ich einen Hummer (Lobster) probieren, schließlich sind die Neuenglandstaaten Massachusetts und Maine bekannt in Sachen Lobsterzucht und Fang.

Unsere Route führte uns jetzt auf dem Highway 24 nach Norden. Schon bald erreichten wir den Bundesstaat Massachusetts mit seiner Hauptstadt Boston. Das erste was uns in Boston erwartete war ein riesiges Durcheinander in der Straßen. Grund hierfür war der sogenannte „Big Digg“ (dt. das große Graben). In der ganzen Stadt werden die Stadtautobahnen und eine Metro unterirdisch verlegt. Viele Hochstraßen sind zu diesem Zweck provisorisch verlegt worden. Wir fuhren kreuz und quer durch die Innenstadt nach Summerville, dem Stadtteil, in dem unser Hotel “Holiday Inn“ lag. Man fuhr tatsächlich zwei mal um einen Block, nur um eine Fahrspur weiter nach links zu gelangen. Geschätzten Bauvolumen: 20 Millarden $. Die Stadt Boston wurde übrigens im Jahre 1630 gegründet und hat heute 620000 Einwohnen. In den Universitäten von Cambridge und des MIT studieren 250000 Studenten.

Nach dem einchecken im Hotel im Stadtteil Sommerville von Boston konnten wir uns schon wieder bereit machen. Die Abendtour durch Boston stand an. Diese starteten wir dann auch um 18Uhr30. Wir durchwanderten den Stadtteil „Beacon Hill“ und wir besuchten das Parlamentsgebäude vom Staate Massachusetts. Vor dem Gebäude steht eine Statue von John F. Kennedy, der ja schließlich aus Boston stammt und vor seiner Präsidentschaft Gouverneur von Massachusetts war.

Zum Abendessen gingen wir dann fast komplett in Restaurant „No Name“ („Ohne Namen“) bei den Bostoner Piers. Viele von der Gruppe – auch ich – waren auf den Lobster gespannt. Nach einer köstlichen Fischsuppe zu Anfang war es dann soweit. Zuerst wurden Plastikschürze an die Lobsteresser verteilt. Wie sich herausstellte, hätte man seinem Nachbarn oder Gegenüber auch ein solches Lätzchen geben sollen. Dann wurde das „Vieh“ serviert. Schon ein sonderbares Gefühl, wenn man etwas Essen soll, das wie lebendig auf dem Teller vor einem liegt. Am besten man macht damit kurzen Prozess. Während des Essens hat man immer wieder zu den anderen Tischen geschaut, wie sich die Reisekumpel anstellen. Aber alle sind mit dem Leben davon gekommen – außer dem Lobster natürlich. Als dann noch der Nachtisch verdrückt war freuten wir uns auf die Weiterfahrt der Abendtour, die uns als nächstes zum alten Segelschiff „USS Constitution“ (dt.Beschaffenheit) führte. Als Abschluss besuchten wir im Vorbeifahren noch die historische Stätte der sog. „Boston Tea Party“

Dann war endgültig Schluss mit einem an Eindrücken vollgeladenen Tag.

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