5.Tag: Von Boston nach Plymouth

  • Tagesetappe über 191 km
  • Bundesstaaten: Massachusetts, New Hampshire
  • Örtlichkeiten: Boston, Laconia, Winnipesaukee
  • Reiseroute auf Google Maps

Das erste, was ich heute Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück lernte war, dass der Regen in Amerika genauso nass ist wie der in Deutschland. Zu unserem ersten Programmpunkt –Stadtrundfahrt- begrüßten wir die in Boston lebende Reiseführerin Rita. Um 9Uhr ging es los. Zu unserem ersten Stopp erzählte uns Rita einiges über die Geschichte des im Jahre 1630 gegründeten Boston. In Boston gibt es 70 höhere Lehranstalten, 33 Krankenhäuser und 16 Wohnviertel. Das erste College wurde 1636 gegründet. John Harvard stiftete Geld und die Bibliothek. Im zu Ehren wurde die Universität nach ihm benannt. Es studieren in Harvard 18000 Studenten und bezahlen pro Jahr 33000$, allerdings mit Wohnung. Im ersten Jahr müssen die Studenten auf dem Campus verbleiben. Es gibt 18000 Bewerbungen für 3000 Studienplätze, das heißt aber nicht, dass man sich mit Geld hier einkaufen kann. Hier zählt vor allen Dingen die Intelligenz der Bewerber. Nicht zuletzt aus diesem Grunde sind die Absolventen von Harvard Universität nach dem Studium heiß begehrt. Die Uni setzt sich aus 400 Gebäuden zusammen. Wir besuchten den Innenhof der Uni, leider bei strömenden Regen. Hier steht ein Standbild von John Harvard. Das Gesicht dieser Statue zeigt aber einen Studenten, da von Hr. Harvard kein Abbild existiert. Seit 1880 werden hier Frauen zum Studium zugelassen, jedoch ohne Diplom. Erst in den 70er Jahren konnten sie auch dieses erlangen.

Unsere nächste Station war der Stadtteil von Beacon Hill (engl. beacon = dt. Leuchtfeuer; hill = Hügel). Ein Reihenhaus in dieser Gegend kann man schon für 7 Mio. $ erstehen. Wir durchfuhren die „Charlesstreet“, die den Namen des Charles River bekam, weil dieser unterirdisch verlegt wurde und die Straße diesem Flusslauf folgt.

Weiter ging es durch Back Bay und Newbury Street. Unter strömenden Regen besuchten wir dann die 1877 nach 4 Jahren Bauzeit eingeweihte „Trinity Church“. Vor der Kirche stehen, in Bronze gegossen, ein Hase und eine Schildkröte. Dieses soll an den Weltberühmten Boston Marathon erinnern. Wir besuchten ebenfalls „Boston Common“ (engl. common – dt. Gemeindeland). Hierbei handelt es sich um den ältesten Stadtpark des Landes. Ursprünglich war dies ein 40 acre großes Weideland und wurde im Jahre 1634 gegründet. Englische Truppen lagerten hier vor der amerikanischen Revolution bis 1775. Bis 1817 wurden hier Hinrichtungen (Hängen) vollzogen und bis ins Jahr 1830 graste hier das Vieh.

Als nächstes sahen wir die „King´s Chapel“ und „Old South Meeting House“, dass Ausgangspunkt der Boston Tea-Party war.

Im Jahre 1872 zerstörte ein Großbrand weite Teile der Stadt. Seit dieser Zeit durften dann nur noch Steinbauten errichtet werden. Unseren Besuch in Boston beschlossen wir mit einem Mittagessen (Thunfisch-Sandwich) im Quincy Market. Am Nachmittag setzten wir die Reise fort.

Wir besuchten die Old-North-Church. Sie ist innen in ganz in weiß gehalten, damit sich das Tageslicht besser verteilt. Die Sitzplatzboxen im Innenraum waren für die Familien reserviert und dienten im Winter als Windschutz. In die Mitte der Box stellte man einen erhitzten Stein. Die Messen dauerten sage und schreibe 5-6 Stunden.

Am 28. April 1775 erklomm der Kirchendiener Robert Newman den Kirchturm und zeigte mit 2 Laternen an, dass reguläre Englische Truppen den Charles-River herauf nach Cambridge unterwegs waren (1 Laterne für Landweg, 2 Laternen auf dem Wasserweg). Diese wollten von hier aus den Marsch auf Lexington beginnen. Somit hatte die Kirche ihren Platz in der Geschichte der amerikanischen Unabhängigkeit.

Am frühen Nachmittag verließen wir dann Boston. Eine sehenswerte Stadt, die auf keiner Urlaubsplanung für die Neu-Englandstaaten fehlen darf.

Unsere Fahrt führte uns dann weiter Richtung Norden, vorbei an der Hauptstadt des Bundesstaates New Hampshire – Concorde. Bei Laconia bogen wir dann ab, um an dem See Winnipesaukee Mittagsrast zu machen. Die Stadt Laconia wurde bereits im Jahre 1777 gegründet.

Mittagspause machten wir dann in dem Ort „Weirs Beach“ (dt. Strand der Fischreuse). Am Bahnhof der „Scenic Railroad“ konnten viele von uns am Geldautomaten die Bargeldreserven auffüllen. Zu unserem Bedauern war der Ort wie ausgestorben. Nach Henry Nachfrage deswegen wurde uns erklärt, das man heute wegen dem morgendlichen schlechten Wetters nicht mit Touristen gerechnet hat. Aber nichts desto trotz setzten wir dann unsere Reise fort, und zwar auf dem Highway 3 über Meredith. Da wir bis zur Ankunft noch Zeit hatten, wählten wir die langsamere, aber auch landschaftlich schönere Route über die „3“. Viele der Bäume waren fast komplett vom Seidenspinner in ein Netz eingesponnen. Ein beeindruckendes Bild.

Der Lake Winnipesaukee ist der größte See von New Hampshire. Der Name stammt von den Ureinwohnern und bedeutet „Smile of the Great Spirit“ (dt. Lächeln des großen Geistes). Geformt wurde der See von den Gletschern der Eiszeit. Er befindet sich auf 168m Meereshöhe, ist ungefähr 40km lang und zwischen 1,6 und 24km breit. Die Küstenlinie ist 452 km lang. Aus dem See ragen 274 bewohnbare Inseln, insgesamt gibt es 365 Inseln.

Die Etappe führte uns weiter durch den Ort Holderness. Danach bogen wir von der Straße auf die „175 North“. Gegen 17Uhr15 erreichten wir unser heutiges Übernachtungsziel Plymouth. Wir deckten uns als erstes in einem Supermarkt mit allem ein, was man so braucht. Bier, Wein und anderes Zeugs.

Nach dem Einchecken ins Hotel und nach einer langen Dusche trafen sich einige um im benachbarten Restaurant zu Abend zu essen. Wie wir am nächsten Morgen erfuhren, war das hoteleigene Restaurant zwei Wochen zuvor aus feuerpolizeilichen Gründen geschlossen worden. Eben in dem benachbarten Restaurant war so viel Betrieb, das wir fünf uns in eine Warteliste eintragen mussten. Nach einer halben Stunde ungefähr konnten wir unsere Plätze beziehen.

Es war ein sehr gelungener Abend in gemütlicher Runde und bei sehr gutem Essen und Getränken. Nach einem Whisky als „Abdecker“ war dann Feierabend. So richtig Böse war nach diesem langen Tag niemand.

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