6.Tag: Von Plymouth nach Quebec

  • Tagesetappe über 292 km
  • Bundesstaaten: New Hampshire, Quebec/Kanada
  • Örtlichkeiten: Indian Summer, Apalachen
  • Reiseroute auf Google Maps

Pünktlich um 8 Uhr ging nach einem improvisierten Frühstück, dass uns das Hotel kostenlos zur Verfügung stellte, die Tour weiter. Wir setzten unsere Fahrt durch New Hampshire in Richtung Norden fort. In der Rangliste für Tourismus rangiert New Hampshire an 6. Stelle der Neu-England Staaten. Spitzenreiter ist Massachusetts.

Die ersten Anzeichen von dem weltbekannten „Indian Summer“ (dt. indianischer Sommer) wurden schon sichtbar. Über den Begriff und dessen Herkunft gibt es so viele Variationen wie Blätter an einem Baum. Hier die Version, die uns Henry erzählt hatte.

„Zur Zeit der Indianerkriege hörten die Indianer im Spätsommer auf zu kämpfen, um sich auf das Winterlager vorzubereiten. Dies war natürlich für die als Nomaden lebenden Menschen überlebenswichtig. Als dann diese Tätigkeiten erledigt waren und im beginnenden Herbst das Wetter entsprechend gut war, fanden dann nochmals Kampfhandlungen statt.“

Wie bereits erwähnt, ist dies nur eine von vielen Geschichten um den „Indian Summer“.

Das Apalachen Gebirge, durch das wir fuhren, zieht sich wie alle kontinentalen Gebirge Nordamerikas von Norden nach Süden. Aus diesem Grunde gibt es hier sehr frühe und Strenge Winter, da der kalte Wind vom Nordkap her ungehindert bis in den tiefen Süden herunter einfallen kann. Unterwegs besuchten wir die drei nachstehend beschriebenen Felsformationen in der Nähe des Cannon Mountain.

  • The Basin

Am Fuße eines schönen Wasserfalles befindet sich auf der der Besucherseite eine Granithöhle von 6,5m Durchmesser. Gebildet wurde diese Höhle vor 15 000 Jahren während der Nordamerikanischen Eiszeit durch Eismassen, die hier sanft sich in den Felsen eingegraben haben. Unterhalb des Wasserfalls befindet sich ein vom herabstürzenden Wasser geformtes Becken, das von den Indianern „Old Man´s Foot“ (dt. „Der Fuß des alten Mannes“) genannt wird.

  • Boise Rock

In den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts suchte ein Gewisser Thomas Boise Unterschlupf unter diesem Felsen. Er wurde zu Pferde von einem Blizzard (Schneesturm) überrascht. Thomas Boise tötete das Pferd, um dessen Haut als Schutzschild dienend vor den Felsvorsprung zu hängen. Er überlebte, musste aber von außen aus dem Eis befreit werden.

  • Old Man of the Mountain

Das Profil des Gesichtes des alten Mannes ist eine natürliche Felsformation, die sich vor ungefähr 200 Millionen Jahren gebildet hat. Es befindet sich auf einer Höhe von ca. 400 m über dem Profile Lake. Die Silhouette wird von 5 Granitplatten geformt, die mal mehr oder weniger aus dem Berg heraus ragen. Vom Kinn bis zur Stirn ist das Gesicht 13,5m hoch und 8,5m breit. Das Gesicht des „Alten Mannes am Berg“ ist ein Staatssymbol von New Hampshire, das auf jedem Straßennummernschild zu finden ist. Nachtrag: Diese Felsformation wurde am 3. Mai 2003 durch einen Felssturz zerstört.

Gegen 10Uhr20 verließen wir den Staat New Hampshire und kamen in den Bundesstaat Vermont. Währenddessen war die obligatorische Vorstellung am Bus Mikro fällig. Am Ende der „93“ bei St. Johnsbury bogen wir dann ab auf die „91 Nord“. Die Fahrt durch Vermont verlief reibungslos und ohne besondere Vorkommnisse.

Good Bye United States, Bienvenue à Québec

Pünktlich um 11 Uhr erreichten wir die Grenze zu Kanada und dessen Provinz Quebec. Vor der eigentlichen Grenzüberfahrt deckten wir uns noch am Duty-free mit allem nötigsten ein. Leider mussten wir alle einzeln durch den Zoll, eine komplette Abwicklung des ganzen Busses war nicht möglich.

Hier, an der Südgrenze Kanadas zu den USA, befindet sich das am dichten besiedelte Gebiet von Kanada. In einem 500 Meilen (800km) breiten Streifen leben 80% der 28 Millionen Einwohner Kanadas. Das ganze Kanada hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 4600km und von West nach Ost von 5500km. Man muss bedenken, das alleine die Provinz Quebec von der Fläche her 4 mal so groß ist wie Deutschland. Kanada wird in 5 Zeitzonen aufgeteilt. Mit 6050m ist der Mt. Logan der höchste Berg Kanadas.

Nach den Grenzformalitäten ging es dann weiter auf der „55“. Unterbrochen wurden wir nur durch die Mittagspause, die wir in dem Restaurant „Au Vieux Duluth“ in Sherbrooke für 15 CAD einnahmen. Die Pause ging bis 14Uhr15. Auf der „55“ ging es dann bis an die Kreuzung vor Drummondville, von da an Richtung Osten auf der „20“ bis nach Quebec-City. Die Entfernungsangaben an den Autobahnschildern sind in Kanada in Kilometern und nicht, wie in den USA, in Meilen angegeben. Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich unser Ziel Quebec.

Um 18Uhr30 starteten wir unsere Abendfahrt. Wir gingen rund um das Hotel „Frontenac“, das im Jahre 1930 eröffnet wurde, spazieren. Unser gemeinsames Abendessen genossen wir in unmittelbarer Nähe im „Tresor“. Hier gab es sogar einen deutschsprachigen Kellner mit einem typischen Akzent.

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