3.Tag: Von Los Angeles nach San Diego

  • Reise 1997 – Golden West
  • Tagesetappe über 205 km
  • Bundesstaaten: Kalifornien
  • Örtlichkeiten: San Diego, Hotel Coronado, Balboa Park
  • Reiseroute auf Google Maps


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Unsere erste längere Busfahrt führte uns die kalifornische Küstenstraße entlang Richtung Süden in die Stadt San Diego. Diese liegt ca. 25km vor der mexikanischen Grenze. Zuvor aber machten wir einen Stop in einer der ersten Missionen, die an der Westküste der USA gegründet wurde. Genauer gesagt war es die siebte Missionsgründung gegen 1776.

Der Name der Mission ist „San Juan Capistrano“. Angelegt sind die Missionen wie eine kleine Festung mit einem alles umschließenden Schutzwall und einem leicht zu verteidigenden Eingangstor. Im Innern allerdings bietet sich ein schöner Anblick auf die Gartenanlagen und auf die Wohn bzw. Arbeitsräume der Mission. Wir besuchten auch die kleine Kirche, die in einem der Nebengebäude untergebracht war. Wenn man bedenkt, zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen die Missionen errichtet wurde ist es erstaunlich, wie viele Menschen diesen entbehrungsreichen Weg gewählt haben. Die damaligen Missionare waren eigentlich gar nicht so menschenfreundlich wie man vermuten sollte. Schon kurz nach der Bekehrung der Einheimischen Indianer zum Christentum machten sie die Indianer zu Sklaven, die bei dem Bau der Missionsstationen mitarbeiten mussten.

Nach einer kurzen weiterfahrt kamen wir dann bei herrlichem Wetter in San Diego an. Die Stadt hat übrigens 1,2 Millionen Einwohner. Wir besuchten zuerst das „Cabrillo Monument“, einem Aussichtspunkt oberhalb der Halbinsel Coronado. An dieser Stelle landete der Entdecker Cabrillo, um die Bucht von San Diego zu besiedeln. Von hier Haus hatten wir einen phantastischen Blick auf die Skyline der Stadt und über die Halbinsel. Der vordere, uns zugewandte Teil der Halbinsel ist im Besitz der Army. Hier werden die Piloten für die Flugzeugträger ausgebildet. Im Hafen der Insel sind im übrigen zwei gewaltige Flugzeugträger stationiert. Auf der anderen Seite der Halbinsel befindet sich der „Balboa Park“ und das Hotel Coronado, das durch den Film „Manche mögen’s Heiß“ mit Marilyn Monroe bekannt wurde. Nach dem Cabrillo Monument fuhren wir weiter in die „Oldtown San Diego“. Einer Art Altstadt. Hier ist eine Straßenzeile aus dem letzten Jahrhundert nachgebildet. In dieser Straße befindet sich auch der „Basar del Mundo“. Es ist ein ehemaliges Motel, in dem sich jetzt Geschäfte aus den verschiedensten Ländern der Welt befindet.

Nach einem einstündigen Aufenthalt fuhren wir dann in die Innenstadt zu unserem Hotel. Hier wurden aber nur die Koffer ausgeladen. Auf dem Programm stand jetzt ein Rundgang durch „Seapott-Village“, eine Art Fischerdorf am Hafen von San Diego. Hier befinden sich viele Geschäfte, Fischrestaurants und Anlegestellen für Jachten. Nach einem kurzen Rundgang ging es weiter zur Innenstadt und dem Einkaufszentrum „Horton Plaza“ mit seinen 44 verschiedenen Pastellfarben.

Nach der Besichtigung der Innenstadt ging es dann über die 80m hohe Brücke auf die Insel Coronado in den Balboa Park. Coronado ist eine eigene Stadt, die sich aber im Distrikt – das bedeutet so viel wie Landkreis – San Diego befindet. Dort befindet sich auch der bekannte Zoo von San Diego. Hier wurde ein kompletter Straßenzug im Stile des 19. Jahrhunderts aufgebaut. Alle Gebäude sind wie aus gelben Sandstein gefertigt. Am Ende des Parks befindet sich das Luftfahrtmuseum mit dem Nachbau der „Spirit of St. Louis“, dem Flugzeug, mit dem in den 30er Jahren Charles Lindberg als erster den Atlantik mit einem Flugzeug überquert hat. Eigentlich hätte das Flugzeug „Spirit of San Diego“ heißen müssen, denn es wurde in San Diego gebaut. Aber da die Geldgeber für dieses Projekt aus St. Louis stammten, musste man den Namen zwangsläufig anders wählen.

Bei dem anfangs erwähntem Hotel Coronado nahmen wir dann auf der Seeterrasse unseren Cocktail ein, bevor wir dann mit dem Bus an die Anlegestelle der Fähre gebracht wurden, mit der wir wieder auf das Festland übersetzten. Von der Fähre aus hatten wir einen schönen Blick über die Skyline der Hochhäuser entlang der Küste.

Nach dem Abendessen in einem Fischrestaurant gegenüber dem Hotel – es gab Haifisch – machte ich mich dann alleine auf den Weg zu Fuß in Richtung Innenstadt, um das „Horton Plaza“ bei Dunkelheit und entsprechender Beleuchtung zu besuchen. Jetzt bekam man eigentlich erst richtig die Farbenvielfalt mit, mit denen die Häuser hier angemalt sind. Verwirrend ist nur das Durchlaufen der einzelnen Stockwerke. Man weis nie genau auf welcher Ebene man sich befindet. Es war mehrmals der Fall, das man, um eine Etage tiefer zu kommen erst mal eine Etage höher musste, da nur von dort eine Treppe nach unten ging. Als ich alles gesehen hatte , machte ich mich wieder auf den Weg ins Hotel. Nach einem kurzen Abstecher an die Bar war dann der Tag gelaufen und schlief ich mit vielen neuen Eindrücken ein. 

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