9.Tag: Von Ottawa nach Toronto

  • Tagesetappe über 470 km
  • Bundesstaaten: Ontario
  • Örtlichkeiten: 1000 Island, Big Apple, Toronto
  • Reiseroute auf Google Maps

Pünktlich um 9Uhr am Morgen starteten wir zur nächsten Station der Reise – Toronto. Zuvor aber fuhren wir noch an den „Lake Dow“, mitten in Ottawa gelegen. Eine Stadtrundfahrt wie in den anderen, hinter uns liegenden Städten machten wir heute nicht. Ottawa ist zwar schön, lebt aber touristisch von dem Hauptstadtimage und von dem Parlamentsgebäude, das wir ja gestern ausgiebig besuchten.

Ohne große Unterbrechungen erreichten wir dann den Höhepunkt der Tagesetappe (vom Etappenziel Toronto mal abgesehen).

Wir besuchten die sogenannten „1000 Islands“ (dt. 1000 Inseln). Unser Anlaufpunkt war die Stadt Rockport. Um 10Uhr45 starteten wir unsere Bootstour, die uns bei einer Rundfahrt über 90 Minuten die Schönheit und die Reize dieser Gegend näher brachte. Normaler Weise übertreibt der Amerikaner etwas, wenn es sich um Zahlenangaben handelt, aber ich glaube, mit der Zahl 1000 haben sie diesmal recht. Etliche kleinere und größere Inseln, viele von ihnen bewohnt, befinden sich hier am Anfang des St. Lorenz Stromes. Man glaubt sich auf einem großen See, dass es sich aber um einen Fluss handelt, kann man gar nicht glauben.

Geschichte der 1000 Inseln

Die 1000 Islands, genau sind es 1865 Inseln, verteilen sich über eine Strecke von 75 km zwischen Kingston und Brockville. Einige bestehen nur aus flachen Felsbrocken, andere hingegen sind sehr groß, wie z. B. Wolfe Island, mit einer Länge von 40,5km und einer Breite von 13,5km und Howe Island mit einer Länge von 13,5km und einer Breite von 4,5km. Diese Inseln sind das ganze Jahr bewohnt. Auf beiden hat es Landwirtschaftsbetriebe, einige davon sind seit Generationen in derselben Familie. Auch einige der kleineren Inseln sind das ganze Jahr bewohnt, diese sind im Winter per Flugzeug, Boot oder Snowmobil erreichbar.

Heute sind die meisten Inseln am Strom-und Telefonnetz angeschlossen, die dafür notwendigen Kabel werden unter Wasser von Insel zu Insel geführt. In diesen Bereichen ist es natürlich strengstens verboten vor Anker zu gehen.

Neu ausgearbeitete Zonenpläne untersagen das Bauen auf Inseln, mit weniger als 800 m² Fläche. Trinkwasser ist in dieser Gegend kein Problem. Inseln, die keine Quellen haben, entnehmen ihr Wasser direkt dem Fluss, verfügen jedoch meistens über eine Filter-und Chloranlage.

Im Winter ist der St. Lorenz in diesem Bereich vollkommen gefroren. In der Nähe der 1000 Islands Brücke jedoch, ist der Wasserfluss so stark, dass ein Gefrieren nicht möglich ist und der Fluss offen bleibt. In diesem Teil ist der Fluss ca. 7.5 km breit. Das Wasser besteht aus reinem Süßwasser, das vorwiegend aus den großen Seen stammt. Wir befinden uns hier auf knapp 85 Metern über Meer. Um die Gezeiten zu beobachten, müssten Sie etwa 450 km nach Osten fahren. Die 1000 Islands entstanden vor ca. 12000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit. Drei vorhergehende Eiszeiten haben ebenfalls zu ihrer Entstehung beigetragen.

Im Grenzabkommen von 1793, zwischen den USA und Kanada wurde vereinbart, dass keine Insel zwischen den beiden Ländern aufgeteilt werden darf, dass die Grenze 100m vom Ufer entfernt zu sein hat und wo dies nicht möglich ist, muss sie genau in der Mitte zwischen den beiden Ufern verlaufen. Deshalb ist die Grenze zwischen den USA und Kanada zickzackförmig. Zwei Drittel der Inseln befinden sich auf kanadischem Boden, aber flächenmässig verfügen beide Länder über einen etwa gleich großen Anteil. Sehr viele Luxus-und Herrschaftshäuser wurden in der Gegend gebaut. Das bekannteste war Boldt Castle, welches von Herrn George C. Boldt, Inhaber des Waldorf Astoria Hotel in New York City, erbaut wurde.

Nach einer Bootstour machten wir Mittagspause. Ich nutzte die Zeit, um einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. In den Restaurants war es mir zu voll, und einen richtigen Hunger hatte ich auch nicht. Gegen 14Uhr fuhren wir dann ein Stückchen weiter zu einem Aussichtsturm. Von hier oben, aus 60m Höhe hatte man einen genialen Ausblick auf das Gebiet der „1000 Islands“. Als alle wieder am Boden versammelt waren, fuhren wir weiter zu unserem nächsten Halt. Um 16Uhr15 trafen wir beim „Big Apple“ ein. Hier kann man alles Essen, was man aus einem Apfel machen kann. Unzählige Arten von „Apple Pie“ werden hier angeboten. Auf dem Gelände des „Big Apple“ ist ein kleiner Zoo eingerichtet. Die Kaninchen und Hasen sitzen zwischen den geparkten Autos und lassen sich von den Kindern streicheln und beobachten. Nach einer halben Stunde setzten wir unsere Fahrt nach Toronto fort.

Gegen 18Uhr30 kamen wir dann am Hotel in Toronto an. Wegen des vielen Verkehrs stadteinwärts brauchten wir bestimmt eine halbe Stunde länger als geplant.

Toronto

Mit mehr als 3 Millionen Einwohnern in der Metropolitan Area ist Toronto Kanadas größte Stadt, Kanadas Finanzmetropole und das Zentrum des englischsprachigen Medien- und Verlagswesens. Die Huronen gaben der Stadt ihren Namen. Er bedeutet „Treffpunkt“ und meint damit die Verbindung, die Landbrücke zwischen dem Lake Huron und dem Lake Ontario. In der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts bauten hier die Franzosen ein Fort, um die Pelzhändler zu schützen. Nach der Zerstörung im Siebenjährigen Krieg hatten die siegreichen Briten wenig Interesse an einer Erschließung der Gegend, bis der Vizegouverneur John Graves Simcoe hier eine Stadt bauen ließ, die schon bald Niagara-on-the-Lake als Hauptstadt Oberkanadas verdrängte. Nach dem Herzog von York, dem Sohn Georgs II., benannte man sie York. 1834 erhielt sie ihren Namen Toronto zurück. In York’s 40 Jahren als Hauptstadt hatte sie keinen guten Ruf. Wegen der Lehmstraßen, die langgezogenen Sümpfen glichen, erhielt sie den Beinamen „Schlamm-York“, und die Viehschlachtung trug ihr den Spitznamen „Schweinestadt“ ein. Die Macht einer kleinen und elitären Gruppe reicher Geschäftsleute beeinflusste die Regierung, die Wirtschaft, den Handel und andere Aspekte des Lebens in Toronto. Da dieser kleine Club englischsprachig und englischfreundlich war, wurde Toronto nicht nur in Sprache und Charakter englisch, sondern wegen des puritanischen Glaubens auch die anständigste und langweiligste Stadt Kanadas.

Um 18Uhr45 ging es schon wieder weiter. Wir fuhren durch das abendliche Toronto, um unser lang erwartetes Abendessen im Japanischen Restaurant einzunehmen. das war eine Gaudi sonders gleichen. Das eigentliche Essen war Nebensache. Die Show während der Zubereitung am Tisch war absolut genial.

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