11.Tag: Von Toronto zu den Niagara Fällen

  • Tagesetappe über 219 km
  • Bundesstaaten: Ontario
  • Örtlichkeiten: Welland Kanal, Whirlpool, Niagara Fälle, Maid oft he Mist
  • Reiseroute auf Google Maps

Nach einem ganzen Tag Großstadt freuten wir uns auf das bevorstehende Naturschauspiel der Niagara Fälle. Früh am Morgen, pünktlich wie jeden Tag machten wir uns wieder auf die Achse. Auf dem „QEW – Queen Elizabeth Highway“ ging es in Richtung Süden. Vorbei an Mississauga und Oakville. Die nächste größere Stadt war dann Hamilton. Das einzige was wir aber davon zu sehen bekamen, war die Ansiedelung der Schwerindustrie. Bei Hamilton wechselten wir dann unsere Himmelsrichtung nach Süd-Osten. Nach St. Catharines verließen wir den Highway und fuhren nach Welland, um den gleichnamigen „Welland Kanal“ zu besuchen.

Dieser Kanal verbindet den Erie-See mit dem Ontario-See. dadurch können die Hochseeschiffe vom Nordatlantik durch den St. Lorenz Strom in die 5 großen Seen fahren. Dadurch ist er der Kanal mit der wichtigste auf dem amerikanischen Kontinent. Im Prinzip verläuft dieser Parallel zu dem Niagara Fluss. Er überwindet bei einer Länge von 47km einen Höhenunterschied von rund 100m mittels 8 Schleusen. Hier gibt es auch ein Schiffshebewerk, das ein Volumen von 94 Mio. Litern Wasser pro Hebevorgang anhebt.

Nach dem Aufenthalt am Welland Kanal setzten wir die Fahrt in Richtung Niagara fort. Unsere nächste Station war das kleine aber sehr schöne Städtchen „Niagara-on-the Lake“.

Nach diesem Kurzbesuch in Niagara-on-the-Lakes besuchten wir den „Whirlpool“. Keine Angst, wir feierten keine unzüchtigen Orgien, es handelt sich hierbei um ein Stück des Niagara Flusses.

Vor vielen tausend Jahren wurde dem Fluss der Weg versperrt, wahrscheinlich durch Erdbeben oder einen Erdrutsch. Dieser musste sich dann einen neuen Weg in Richtung Ontario-See suchen. Dieser neue Weg führt allerdings nicht geradlinig weiter, sondern in einem Knick. Der Fluss macht also eine Wendung um 180° und fließt unter seinem eigenen Strom hindurch in sein neues Flussbett. Diesen Wirbel nennt man den „Whirlpool“.

Der Absolute Höhepunkt am Nachmittag war natürlich die Fahrt mit der „Maid of the Mist“. Nach dem Anziehen der Regenschutzkleidung, die man vor der Fahrt erhält, ging es vorbei an der amerikanischen Fällen. Hier war das Filmen und Fotografieren noch einigermaßen möglich. Unterhalb der Horseshoefalls allerdings war dies ein Unding. Hier kann man sich so richtig das Wasser um das Gesicht wehen lassen. Das Tosen der Wassermassen ist gigantisch. Mann sollte nicht meinen das der Fluß unterhalb der Fälle so ruhig fließt. Es bilden sich zwar unzählige Wirbel, aber keine hohen Wellen.

Nach der Bootstour besuchten wir das IMAX-Kino, um etwas über die Geschichte der Niagara Fälle zu sehen. Hier wurde über die frühen Indianer berichtet, und man sah die Story des Jungen, der vor Jahren einen Sturz über die Fälle quasi unverletzt überlebt hatte. Auch die Geschichte mit der Frau, die sich in einem Fass die Klippe hinunterstürzte, wurde aufgezeigt.

Anschließend verließen wir Kanada. Aber nur für kurze Zeit. Unser Hotel lag auf der amerikanischen Seite der Stadt Niagara.

Zum gemeinsamen Abendessen im Skylon Tower trafen wir uns wieder. Das Essen war vorzüglich, von dem Blick auf die Fälle ganz zu schweigen. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Fälle dann mit weißem und farbigem Licht angestrahlt.

Als Tagesabschluss machten wir noch einen kurzen Spaziergang an die Horseshoe Fälle, bevor wir wieder Kanada nun endgültig verließen und in Hotel fuhren. Ein ereignisreicher Tag war zu Ende, dessen Kontrast zwischen Großstadt und Naturschauspiel nicht größer hätte sein können.

Maid of the Mist (dt. „Jungfrau des Nebels“ )

„Ein junges Indianermädchen sollte einen alten Mann heiraten, den sie nicht liebte und der nicht gerade durch Schönheit glänzte. Aus gram darüber fuhr Sie kurz vor der Hochzeit mit einem Kanu den Niagara Fluss hinunter und stürzte über die Kante der Fälle in die Tiefe. Sie verschwand in der Gischt des tobenden Wassers. Noch heute, wenn man genau hinschaut, kann man in dem Nebel die Gestalt des Mädchens erkennen.“

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