5.Tag: Von Phoenix zum Grand Canyon

  • Reise 1997 – Golden West
  • Tagesetappe über 356 km
  • Bundesstaaten: Kalifornien, Arizona
  • Örtlichkeiten: Montezumas Castle, Sedona, Grand Canyon


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Unsere heutige Tour führte uns über Sedona in die „Java Pie Lodge“ am Grand Canyon. Nach einem ausgiebigen Frühstück bekamen wir als kleines Dankeschön die Flagge von Arizona geschenkt. Nach einer Fahrt von ca. 15min machten wir unseren ersten Fotostop an den großen Kakteenfeldern vor den Toren der Stadt. Mit einer Höhe von 4-5m machen einem die Kakteen schon einen gewaltigen Eindruck. Man fühlt sich darunter ziemlich klein und unscheinbar. Das Alter der Größten kann man getrost auf 200 Jahre beziffern, da diese im Jahr ca. 4-5cm wachsen(bei Trockenzeiten wächst der Kaktus natürlich weniger).

Da die Kakteen unter Naturschutz stehen, werden bei Erschließungsarbeiten die Kakteen entweder umbaut oder versetzt. Gefällt und weggeworfen werden keine. Es gibt sogar Kaktusräuber, welche die am schönsten oder markant gewachsenen Exemplare des Nachts ausgraben und für viel Geld verkaufen. Mittlerweile steht auf dieses vergehen eine mehrjährige Haftstrafe.

Weiter ging die Fahrt über die „Interstate 17“, vorbei an einem besonders markanten Berg, den die Indianer nach ihrem alten Indianerhäuptling „Geronimo“ benannt haben. Der Bergrücken hat die Form eines liegenden Indianers, zumindest das Gesicht .

Nun ging es über den „Black-Canyon-Highway“ zum „Montezuma´s Castle“. Montezuma war aber nie hier gewesen. Es handelt sich hier um eine befestigte Indianersiedlung, die ähnlich wie ein Schwalbennest in eine fast senkrecht aufragende Felswand eingebaut ist. Die Namensgebung basierte auf einen Irrtum der ersten Siedler, die in dieses Gebiet vordrangen. Vor ein paar hundert Jahren musste Montezuma, der ein König im heutigen Mittelamerika war, wegen den guten Beziehungen zu den spanischen Besatzern das Land in Richtung Norden verlassen.

Nach einem etwas längerem Aufenthalt ging die Fahrt durch den „Red-Rock-Canyon“, vorbei an der „Käseglocke“, weiter bis nach Sedona. Hier machte jeder für sich seine Mittagspause. Wie der Name des Canyons schon vermuten läßt, liegt der Ort wunderschön eingebettet zwischen roten Felsen und grünen Büschen und Sträuchern. Es gibt hier keine mehrstöckigen Häuser, den diese würden nur die Landschaft ringsum unnötig verschandeln. Ein Bauwerk jedoch – ein Wasserspeicher aus Beton – ist in der gleichen Farbe wie der dahinterliegende Felsen gestrichen, so daß dieser beim ersten Blick überhaupt nicht auffällt. Sedona wurde übrigens 1902 gegründet.

Am frühen Nachmittag ging dann die Reise weiter in Richtung Grand Canyon. Diesmal ohne einen Zwischenstop. Ungefähr 10min vor der Ankunft wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt, nämlich in die Gruppe der Rundflieger und in die Gruppe der IMAX-Kinobesucher. Nach dem Ende des Filmes holten wir die Flieger am Hubschrauberflugplatz ab und setzten unsere Fahrt fort. Die, vor Begeisterung, weit aufgerissenen Augen der Flieger machten das Ganze noch spannender. Zu unserer Überraschung ist der Canyon, zumindest auf der Südseite, von einem Wald umgeben, indem die ca. 4-5m hohen Bäumen einen Vorrausblick auf den Canyon nicht gestatten. Die Zufahrtsstrasse macht einen Linksbogen und dann steht man praktisch vor einem riesigen „Loch“.

Der Ausblick von der Südkante des Canyons ist einfach gigantisch und mit Worten kaum zu erfassen. In mehreren, verschieden farbigen Stufen liegt einem die Schlucht zu Füßen, die erst ca. 1600m unter uns endet. Es ist kaum vorzustellen, wie lange der Colorado dazu gebraucht hat, um die Felsen zu durchsägen und so, mit einigen tektonischen Anstiegen des Flußbettes, eines der schönsten und größten Naturschauspiele der Erde zu gestalten. Da es schon ziemlich spät am Nachmittag war, konnten wir wegen der schrägen Sonneneinstrahlung den Grund des Canyons nicht mehr ganz so schön erkennen. Als dann noch der Regen dazu kam, der uns schon seit Scottsdale im Rücken saß, war der Tag, was den Canyon anbelangte am Ende. Abends fuhren wir dann wieder in Richtung Kino, wo wir unser Abendessen bei einem Wirt einnahmen, der aus München stammt.

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