15.Tag: Von Washington D.C. nach New York City

  • Tagesetappe über 398 km
  • Bundesstaaten: Delaware, New Jersey, New York
  • Örtlichkeiten: Philadelphia, Freiheitsglocke, Independence Hall
  • Reiseroute auf Google Maps

Nun ist er da, der letzte Tag. Dieser wird aber auch der längste werden, wie ich mich kenne. Früh morgens um 6Uhr war diesmal nicht wecken angesagt, sondern Abfahrt. Wie sich später heraus stellte, war dies auch gut so. Viele von uns hatten den Rückflug zwar erst um 20Uhr45 am Abend, aber wir wollten ja unterwegs noch nach Philadelphia und die dortige Freiheitsglocke besichtigen.

Und wie von Henry vermutet war auch auf der „I95“ ein Verkehrsstau, der eine Reisezeit ganz schön in die Länge ziehen kann. Philadelphia wurde wie der Staat Pennsylvania von William Penn Anfang des 18. Jahrhunderts gegründet. In früheren Jahren lebten hier 30% deutsche, die sich aber mehr und mehr ins amerikanische Leben eingliederten.

„Proclaim liberty throughout all the land unto all the inhabitants thereof – Lev. XXV, v. x. By order of the Assembly of the Province of Pensylvania [sic] for the State House in Philadelphia.“

So lautet die Inschrift der Freiheitsglocke. Sie befindet sich in einem kleinen Pavillon an der Market Street zwischen der 5th und 6th Ave. Der Pavillon ist etwas missglückt, denn es finden nur wenige Leute in ihm Platz. 1751 wurde für das State House eine neue Glocke bestellt, die zu zahlreichen offiziellen Anlässen geläutet wurde, unter anderem auch zur Proklamation der. Unabhängigkeitserklärung

Im 18. Jahrhundert wurde die Glocke durch das Land als ein Symbol geschickt, um die Bewohner während des Bürgerkrieges an die Zeiten zu erinnern, als sie gemeinsam um ihre Unabhängigkeit kämpften. Erst 1915 kam die Glocke wieder zurück nach Philadelphia.

Die Glocke wurde 1751 in England gegossen, aber sie bekam sehr rasch einen Sprung. John Pass und John Stow schmolzen daraufhin die Glocke wieder ein und gossen aus diesem Material 1753 eine Neue.

1846 bekam die Glocke wiederum einen Sprung und man reparierte sie noch im selben Jahr, da sie zu George Washingtons Geburtstagsfeier läuten sollte. An diesem Tage bekam sie während des Läutens abermals einen Sprung, der bis heute erhalten ist. Seit diesem Tage wurde die Glocke nicht mehr geläutet. Warum die Glocke so oft einen Sprung bekam ist bis heute ungeklärt.

Nach der Besichtigung der Freiheitsglocke gingen wir dann zu Fuß zu Independence Hall. Danach machten wir in einem Foot Court Mittagspause, bevor wir Philadelphia verließen und unsere letzte Etappe Richtung New York wieder einschlugen. Da es sich bei uns um eine Rundfahrt handelte, kamen wir genau an der anderen Seite von New York an, als wir los fuhren. Wir überquerten die Verrazono Narrow Bridge. Am späten Nachmittag erreichten wir dann nach einer stürmischen Fahrt durch Brooklyn und Queens den Flughafen „JFK“. Wie Henry treffend bemerkte, änderte unser Fahrer Iphrain seinen Fahrstil, um im New Yorker Stadtverkehr überhaupt voran zu kommen. Schließlich erreichten wir den Flughafen und das große Verabschieden ging los. Unsere 5er Gruppe blieb bis zum Schluss zusammen. Das Einchecken am Schalter der „Delta Airlines“ war eigentlich der negative Höhepunkt. So etwas unfreundliches wie hier ist nicht typisch für die USA. Ich habe dies auch in einer E-Mail an „Meier´s Weltreisen“ dem entsprechend ausgedrückt. Ansonsten verlief die Tour reibungslos und gut organisiert. Nicht zuletzt wegen Henry und Iphrain, denen ich hier nochmals ein Lob und ein „Danke schön“ zollen möchte.

Um 20Uhr55 startete dann mein Flug nach Frankfurt mit einer Verspätung von 45 Minuten, auf dem Rollfeld war buchstäblich die Hölle los. Der Flug war sehr stürmisch. Trotzdem landete ich pünktlich in Frankfurt – das Wetter war hier genauso mies wie in den letzten Tagen in den USA. Damit bin ich am Ende meiner Reiseerlebnisse für dieses Jahr angelangt.

 

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