7.Tag: Vom Monument Valley zum Bryce Canyon

  • Reise 1997 – Golden West
  • Tagesetappe über 403 km
  • Bundesstaaten: Utah
  • Örtlichkeiten: Page, Lake Powell, Glen Canyon Dam, Kanab, Bryce Canyon


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An diesem Morgen stand unser sogenannter Scenic-Flug auf dem Programm. Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt. In diejenigen, die nach Page am Lake Powell fliegen und in diejenigen, die mit dem Bus dorthin fahren. Am Flugplatz von Kayenta bestiegen wir die 2 Propellermaschinen. Nach der Begrüßung durch den Kapitän setzten wir unsere Kopfhörer auf, um den Kommentar in deutscher Sprache während des Fluges besser verstehen zu können. Schon kurz nach dem Start bemerkte man den Unterschied zwischen einer Großraummaschine und einer kleinen Propellermaschine. Hier bekommt man wirklich jedes Luftloch und jede Turbulenz mit.

Wir flogen in einer Höhe von ca. 300m zuerst über das Monument Valley, das wir ja tags zuvor schon von unten bewundern konnten. Wie weitläufig dieses Monument Valley jedoch ist, erkennt man erst so richtig aus der Vogelperspektive. Manchmal wusste man nicht, ob man rechts oder links aus dem Fenster schauen sollte. Schon kurze Zeit nach dem Überflug über das Monument Valley erreichten wir die ersten Ausläufer und Zuflüsse des Lake Powell. Erstaunlich war, dass fast jeder Zufluss eine andere Farbe hat, je nach dem aus welcher Region das Wasser den weiten Weg bis hierher zurückgelegt hat. Imposant war der Anblick an den Stellen, an denen die Flüsse in den See einflossen. Hier vermischten sich die Farben wie in einem Wasserfarbenkasten. Über den See möchte ich eigentlich nur 2 Zahlen nennen. Die Uferlänge beträgt satte 3000! Km und der Colorado brauchte ca. 15 Jahre um den See aufzufüllen. Besonders Eindrucksvoll war der Flug über die sog. Regenbogenbrücke. Diese ist ein natürlich „gewachsener“ Brückenbogen aus Fels mit einer Bogenhöhe von 80m. Zu erreichen ist dieser Bogen nur über den Wasserweg, zumindest für Touristen.

Nach einer Gesamtflugzeit von 1 Stunde landeten wir dann in Page. Wir gingen dann zu Fuß über die Straßenbrücke am Glen Canyon Damm, um das anliegende Informationszentrum zu Besichtigen. Nach einem Kurzaufenthalt ging die Fahrt dann weiter. Wir überquerten die Staatsgrenze zu Utah und mussten hier unsere Uhren um eine Stunde zurückstellen. Unser Mittagessen nahmen wir heute in einem Ort namens Kanab ein. Nach dem Essen wurde uns eine Überraschung versprochen. Uns wurde erklärt, daß hier in der Gegend viele Western mit großen Stars wie John Wayne und Clint Eastwood gedreht wurden. Uns wollte man zeigen, wie so ein Film gemacht wird. Dazu brauchte man allerdings Schauspieler. Diese wurden dann unter uns ausgesucht. Bis aber alle Rollen besetzt waren, war fast die ganze Gruppe bei dieser Vorführung dabei. Nach dem Austeilen der Kostüme ging die Show dann los. Es war eine riesige Gaudi. Wir waren Indianer, Cowboys, Bardamen und Revolverhelden.

Nach dem ganzen Getöse und als wir dann alle ausgelacht hatten, ging die Fahrt dann weiter und wir fuhren in den Red Canyon ein. Hier begegneten uns dann eine völlig andere Felsformation und eine andere Farbgestaltung wie in den Tagen zuvor. Die Farben reichten von dunkelrot über orange bis weiß. Die einzelnen Felsnadeln am Straßenrand waren seltsamer weise unten dünner als oben. Man wunderte sich, wie einige dieser Nadeln überhaupt noch stehen konnten. Aber dieser Anblick war nur ein kleiner Vorausblick auf das eigentliche Ziel der heutigen Etappe, den Bryce Canyon.

Als wir nun am Canyon ankamen, bot sich uns ein eindrucksvoller Ausblick in den Canyon. Man glaubt in einer riesigen Tropfsteinhöhle zu sein, es versteht sich von selbst – ohne Decke. Teilweise wie an einer Schur gezogen standen hier die Säulen. Ein Vergleich aus anderen Teilen der Natur zu findet, um den Canyon besser erklären zu können, ist fast unmöglich. So einmalig ist der Bryce Canyon. Nach einer guten Stunde begaben wir uns in den Canyon, um uns dem 2-stündigen Rundweg zu widmen. Einige der Säulen drohen richtig umzufallen, was auch hin und wieder passiert, so daß der Canyon für einen Besucher nach mehreren Jahren einen anderen Anblick bietet. Als wir nun im Canyon an den Säulen standen sahen wir noch mehr Farben an den Wänden. Je nach Lichteinfall grün bis blau. Die Säulen sahen aus wie Tropfkerzen, so hat das Wasser und der Wind die Sandsteine ausgewaschen. So schön wie der Tag bis jetzt war, so mies – wettermäßig gesehen – war nun der Abschluss unserer Wanderung. Es begann wie aus Kübeln zu Schütten. Wir versuchten zwar mit einer schnelleren Gangart noch einigermaßen Trocken zum Bus zu kommen, was uns aber nicht gelang. Wir waren alle bis auf die Knochen durchnässt.

Der Abend verlief eigentlich ziemlich schnell ab, nach der Ankunft im Hotel legten wir uns erst trocken, duschten heiß und gingen dann zum Abendessen.

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