8.Tag: Vom Bryce Canyon nach Las Vegas

  • Reise 1997 – Golden West
  • Tagesetappe über 405 km
  • Bundesstaaten: Utah, Nevada
  • Örtlichkeiten: Zion National Park, Las Vegas, Siegfried und Roy


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Ein weiterer von vielen Höhepunkten unserer Reise stand heute auf dem Programm; Las Vegas. Die Abfahrt unseres Busses verzögerte sich leider um eine Stunde, da wir einen platten Reifen hatten. Sage und schreibe 3 Nägel hatten wir uns irgendwo unterwegs eingefangen. Nichts desto trotz fuhren wir halt erst um 9 Uhr in Richtung Las Vegas davon. Unser erstes Etappenziel war heute die Durchfahrt durch den Zion-Nationalpark. Leider konnten wir davon nur einige Bruchstücke erkennen, denn der Regengott meinte es nicht besonders gut mit uns. Es regnete in Strömen und die Luft war nebelig. Die Passstraßen ins Tal war allerdings gut zu erkennen. In vielen Windungen schlängelt sich hier die Straße ins Tal.

Da auf unserer Route auch ein Tunnel ist, und der von Bussen nur in einer Richtung durchfahren werden kann, wurde der einfahrende Gegenverkehr für die Dauer unserer Durchquerung gesperrt. Eine kleine Anekdote gibt es hier zu. Der letzte PKW, der am anderen Ende in den Tunnel einfährt, bekommt ein Staffelstab mit, damit man am hiesigen Ende weiß, dass dies der letzte Wagen ist. Wenden ist in der engen Tunnelröhre nicht möglich. Bei uns wäre sicherlich schon ein zweiter Tunnel gebaut worden, aber in den USA nimmt man so etwas gelassener. Leider war das Wetter auch heute wieder nicht ganz so schön, wie man es für diese Gegend vermutet. Man konnte zwar die Berge sehen und die Serpentinenstraße durch das Tal erahnen, aber das war es auch schon. Nach ein paar Stunden Busfahrt wurde das Wetter aber immer besser. Am Mittag verließen wir Utah und fuhren in den Spielerstaat Nevada. Wenige Meilen nach der Staatsgrenze machten wir in Mesquite Mittagspause. Nach dem Essen konnten wir uns schon einmal an den „Einarmigen Banditen“ üben. Gewonnen habe ich natürlich außer Erfahrung nichts. Die Fahrt ging nun ununterbrochen weiter an unser Hauptziel Las Vegas.

Ein besonderen Beifall bekam heute bei der Ankunft unser Fahrer Bill, der nämlich trotz der Reifenpanne pünktlich um 16 Uhr am Hotel Excalibur ankam.

Schon bei dem Betreten der hinteren Eingangshalle des Hotels wurde man durch einen unwahrscheinlichen Lärmpegel auf das Kasino aufmerksam gemacht. Hunderte von Einarmigen Banditen, jeder scheinbar mit einem anderen Gedudel, laufen hier wie in jedem Kasino 24 Stunden am Tag. Die Verkäuferinnen, die an den Vorweihnachtstagen bei uns sich über den Lärm in der Spielecomputerabteilung beklagen, sollten hier einmal arbeiten gehen. Ich denke jedoch, daß die Angestellten den Lärm schon gar nicht mehr wahrnehmen. Imponierend ist das Lichtermeer und die Dekoration. Alles ist im Stile von Ritterburgen aufgebaut. Selbst das Personal muß sich einer Kleiderordnung unterziehen. Im Excalibur ist Robin Hood angesagt. Jetzt erst bekamen wir auch die Nachricht, daß es mit den Karten für die Show von Siegfried und Roy klappt. Die Karten wurden dann Praktisch verlost. Der Tisch von meiner Gruppe stand direkt am Bühnenrand, was einen interessanten Blick auf die Bühne sicherte. Doch davon später mehr.

Nach dem Erhalt der Zimmerschlüssel richteten wir uns auf den Zimmern ein. Hier ist das einzige Hotel, bei dem man vor dem Betreten des Aufzuges einem Wachpersonal den Schlüssel vorzeigen muß. Da aber in den letzten Jahren das Aussehen der Schlüsselkarte gleich ist, kann man auch die Karte vom letzten Besuch vorzeigen.

Um 18 Uhr begannen wir mit der Tour „Las Vegas bei Nacht“. Wir fuhren zuerst zum Hotel „Treasure Island“ um die dortige Piratenshow zu sehen. Leider fiel aber die Show wegen aufkommender Winde aus, den die Show besteht zu großen Teilen aus Feuer und Explosionen. Aber alleine schon der Aufbau der Kulisse ist ein Anblick, den man nicht vergisst. Nach einer kurzen Zeit der Enttäuschung begaben wir uns ans Hotel „Mirage“, um uns die Vulkanshow anzusehen. Ein nachgemachter Vulkankegel bricht hier alle viertel Stunden mit einem Mords Getöse aus. Die aufspritzende Lavamassen sind aus Wasser, die von unten mit roten Scheinwerfern angestrahlt werden und somit ziemlich realistisch aussehen. Dazu kommt noch ein Donner, der einem durch Mark und Bein geht. Feuer lodert am Kraterrand, so daß die Illusion perfekt ist. Auch auf dem See und auf den Wasserkaskaden neben dem Vulkan läuft eine scheinbar brennende Flüssigkeit herab. Nach ca. 10 Minuten ist das Spektakel beendet und man kann sich nach neuen Eindrücken umsehen. Wir gingen alle ins nächste Hotel, dem „Cesars Palace“. Wie der Name schon vermuten läßt, ist hier drinnen alles im römischen Stiele ausgeführt. Etwas Besonderes sind die Förderbänder, die von der Straße zum Hotel führen. Mit einem Satz gesagt, wer hier drauf steht kommt nicht mehr zurück. Es gibt keine Ausstiegsmöglichkeit. Nach einer Fahrt von ca. 300 Metern erreichten wir dann die große Eingangshalle. Römische Legionäre standen hier Spalier, um die Besucher zu empfangen. Dann ging es durch die rekonstruierte, alte Prachtstraße „Via Appia“. In mehreren Abteilungen der Halle sind hier die Straßenzüge mit Läden aller Art nachgebaut. Besonders erwähnenswert ist die Deckenmalerei. Es ist ein Abendhimmel nachgemalt, der in der Natur nicht schöner sein kann. Wenn man nicht direkt darauf angesprochen wird, merkt man gar nicht, das es sich um einen gemalten Himmel handelt. Nach einem kurzen Bummel trafen wir uns, um eine neue Attraktion zu bewundern. Den Brunnen mit dem Herrn des Feuers und der Herrin des Wassers. Mit Worten ist die Darbietung einfach nicht zu beschreiben. Der Vater der beiden Figuren läßt die beiden um die Vorherrschaft kämpfen, was diese auch mit Eifer tun. Feuer -und Wassersäulen schießen in den Himmel, bis dann der Vater der Beiden dem ganzen Einhalt gebietet.

Völlig beeindruckt von der Show fuhren wir dann mit dem Bus weiter zum sog. „Strip“, der alten Hauptstrasse von Las Vegas. Diese wurde erst vor wenigen Jahren überdacht. Doch wie es sich für Las Vegas gehört, ist dies kein herkömmliches Dach, sondern eine über 400m lange und 30m breite Videowand, die in einer Höhe von 20m montiert ist. An den Tragsäulen sind die Lautsprecherboxen installiert. Was hier jeden Abend für ein Spektakel ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Alle halbe Stunde läuft hier eins von mehreren verschiedenen Videos mit einer Atemberaubenden Soundkulisse. Als wir da waren, war der Wilde Westen mit Countrymusik angesagt. Viele der Menschen in der Straße tanzten zu der Musik. Selbst die größten, anliegenden Hotels, zum Beispiel das „Golden Nugget“, verzichtet der Show zuliebe auf die Lichtreklame an der Fassade.

Zum guten Schluß besuchten wir im „Golden Nugget“ den größten Goldklumpen der Welt, der dem Hotel auch seinen Namen gab. Der Wachmann war von unserem Anrücken nicht so begeistert, da hier eine Tourgruppe keinen Zutritt hat. Bis wir allerdings alle verstanden hatten, was er uns in Englisch zu sagen hatte, hat jeder schon einen Blick auf den Goldklumpen geworfen und wir konnten dann dem Mann den Gefallen tun und verschwinden.

Jetzt ging es für mich und für ein Teil der Reisegruppe zum Höhepunkt des Abends. Wir fuhren ins „Mirage“ zu der Show von „Siegfried und Roy“. Im Foyer des Hotels konnten wir schon mal einen Blick auf einen der weißen Tiger werfen, die in der Show eine unersetzbare Rolle spielen. Mit Worten ist die Show eigentlich nicht zu beschreiben, deshalb unterlasse ich dies an dieser Stelle auch. Aber ein Wort könnte das Ganze beschreiben: Gigantisch. Nach der Show trennten wir uns dann, damit jeder den Rest der Nacht verbringen kann, wie er will. Ich machte mich zu Fuße in Richtung Hotel auf. Der Weg war zwar etwas weit, aber dafür interessanter als im Taxi zu fahren. Vorbei ging es an den relativ neuen Hotels wie dem „Monte Carlo“, dem „Circus, Circus“ und dem „New York, New York“. Vor dem zuletzt genannten Hotel steht tatsächlich eine Nachbildung der Brooklyn Bridge und der Freiheitsstatue. Nach dem ich dann an meinem Hotel vorbei kam, entledigte ich mich meiner gesammelten Prospekt aus der Show und ging dann über die Traverse zum Nachbarhotel, dem „Luxor“. Das Hotel ist eine nachgebaute Pyramide mit einer Sphinx als Dach für den Haupteingang. Im Innern stehen etliche Säulen, Brunnen und andere, typisch ägyptische Relikte.

Nach einem kurzen Rundgang ging ich dann in mein Hotel zurück, um mein letztes Bargeld im Werte von 4 Dollar in einen Spielautomaten zu stecken. Leider habe ich auch hier außer Erfahrung nichts gewonnen. Um 3 Uhr in der Nacht war dann für heute Feierabend.

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