11.Tag: Von Modesto nach San Francisco

  • Reise 1997 – Golden West
  • Tagesetappe über 150 km
  • Bundesstaaten: Kalifornien
  • Örtlichkeiten: Oakland, Golden Gate, Twin Peaks

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Unser heutiges Frühstück nahmen wir alle gemeinsam ein. Wir fuhren mit dem Bus etwas außerhalb von Modesto einen sog. „Truck Stop“ namens „Flying Y“ an, eine Art Autobahnrastplatz für Trucks. Es gab hier für ein paar Dollar ein Frühstücksbüffet, von dem sich unsere Rastplätze buchstäblich eine Scheibe abschneiden können. Nach dem Frühstück hatten wir dann die Gelegenheit, auf dem Parkplatz die riesigen, in Chrom glänzenden Trucks zu besichtigen. Voller Stolz erklärte uns ein Trucker, was er so auf den Highways erlebt und welche Touren er fährt.

Natürlich durften wir auch sein Fahrzeug von allen Seiten begutachten. Nach der Besichtigungstour ging die Fahrt dann weiter. Das wir wieder in dichter besiedeltes Gebiet fuhren, merkten wir an den vielen Feldern und Farmen, die links und rechts des Highways lagen. Wir streiften auch das bekannte Weinanbaugebiet „Nappa-Valley“. Zum Erstaunen Aller bemerkten wir am Horizont, auf einem Bergrücken, mehrere Windräder. Als wir denen näher kamen, sahen wir erst so richtig, um wie viele sich es handelt. Sage und Schreibe 10 000 Stück stehen hier, kurz vor den Toren von Oakland. Oakland ist die Nachbarstadt von San Francisco, die auf dem Festland gegenüber der Halbinsel liegt. Am frühen Nachmittag trafen wir dann in San Francisco ein. Wir fuhren von Osten her über die „Bay-Bridge“, die bei dem letzten Erdbeben ziemlich stark beschädigt wurde. Unsere Stadtrundfahrt begannen wir mit einem Besuch in einer Kirche. Danach ging die Fahrt weiter zum Aussichtspunkt „Twin Peaks“. Von hier aus hat man einen überwältigenden Ausblick auf die Stadt. Viele Straßenhändler hatten hier ihre Läden aufgeschlagen, die aber nach einem lauten Pfiff durch einen der Ihren in Windeseile verschwanden. Ein Händler hat seine ganze Ausrüstung den Abhang herunter geschmissen. Was war passiert? Da die Händler keine Verkaufslizenz hatten und die stündliche Polizeikontrolle anrückte, war die Hektik ausgebrochen. Kaum ist aber die Polizei wieder weg, geht der Handel mit T-Shirts, Hosen und Souvenirs wieder weiter – bis zum nächsten Pfiff.

Ganz in der Ferne sahen wir hier zum ersten male die Weltberühmte „Golden Gate“ Brücke. Wäre diese nicht in roter Farbe angestrichen, müsste man sie suchen. Nicht weil die Brücke so klein wäre (dazu später mehr), sondern weil die Stadt so groß ist. Nach dem Ausblick ging es nun weiter durch den „Golden Gate Park“. Unser Mittagessen in Form eines Glas Bieres und einer Fischsuppe nahmen wir an den „Seal Rocks“ ein. Diese Felsen liegen an der Pazifikküste im Lincoln Park. Diese Felsen waren förmlich übersät mit Seehunden und Kormorane.

Jetzt ging es endlich an den Punkt, auf den sich wirklich die meisten von uns freuten. Wir besichtigten die Golden Gate Brücke. Sie verbindet die Halbinsel, auf der sich San Francisco befindet mit dem gegenüberliegenden Festland mit der Kleinstadt Sausalito. Mit dem Bus fuhren wir auf die Festlandseite, um dann den Rückweg zu Fuß zurückzulegen. Die Brücke ist zweistöckig. Wenn man während des Fußmarsches kurz stehen bleibt, um sich das Bauwerk genauer anzusehen, merkt man, wie der Boden unter den Füßen schwankt. Besonders beeindruckend ist das Haupttrageseil der Brücke, das sich links und rechts über die 2 Tragepfeiler zieht. Es besteht aus über 27000 einzelnen Drahtseilen, jedes ungefähr so dick wie ein Filzschreiber. Jedes einzelne der Stahlseile musste beim Bau der Brücke über Zugrollen hinweg verlegt werden.

Nach der Ankunft am Bus, der an der Gedenkstätte des Architekten der Brücke -übrigens ein Deutscher -auf uns gewartet hatte, fuhren wir zum Einchecken ins Hotel. Als ich dann vor meiner Hotelzimmertür stand, und versuchte mit meiner Karte die Tür zu öffnen erlebte ich eine Überraschung. Die Karte funktionierte nicht. Etwas stutzig wurde ich auch, als ich aus dem Zimmer Stimmen hörte. Ich klopfte daraufhin an, und ein Ehepaar stand daraufhin vor mir. Mein Koffer war auch da. Nach einem Besuch an der Rezeption wurde dann dem Problem ein Ende gemacht. Wie der Zufall manchmal so spielt, hieß das Ehepaar auch Krug. Unsere Zimmernummern wurden daraufhin verwechselt. Beim erneuten Versuch mit einer neuen Karte konnte ich dann mein richtiges Zimmer im 17. Stock betreten. Da wir insgesamt 3 Nächte im Hotel bleiben würden, konnte man sich so richtig ausbreiten, vor allen Dingen konnte man den Koffer schon ein wenig für die Rückreise vorbereiten.

Am Abend stand dann ein Abendessen im „Fairmont Hotel“ auf dem Programm. Bekannt ist das Hotel aus der Fernsehserie „ Hotel, Hotel“, die vor einigen Jahren bei uns lief. Da sich das Restaurant im obersten Stockwerk des Hotels befindet, hatten wir einen wunderbaren Ausblick über San Francisco. Die Nacht brach langsam herein und die Stadt wurde von Minute zu Minute mehr mit künstlichem Licht erfüllt. Nach dem Essen fuhren wir wieder im Bus. Diesmal ging die Fahrt zurück auf die Festlandseite bei Oakland. Wir betrachteten von hier aus die nächtliche Kulisse der Stadt. Es ist einfach unglaublich, in welch ein Lichtermeer eine solche Stadt am Abend getaucht wird. Mit einer Stadt in Deutschland wäre dies undenkbar. Zum Schluss des heutigen Abends besucht noch eine Gruppe von uns eine Jazzkneipe in der eine Band Dixie – Musik zum Besten gab. Es war ein gelungener Abschluss für einen langen und anstrengenden Tag.

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