12.Tag: San Francisco I

  • Reise 1997 – Golden West
  • Tagesetappe über 50 km
  • Bundesstaaten: Kalifornien
  • Örtlichkeiten: Cable-Car, Lombart Street, Fisherman´s Wharf

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Heute war unser erster „Freier Tag“ auf der Rundreise.

Einen ganzen Tag lang konnten wir uns selbst beschäftigen. Ich schloss mich einer Gruppe an, die eigentlich gar nicht so genau wußten, was sie unternehmen sollte. Da wir Alle uns am Morgen mit einer Tageskarte zum Cable-Car fahren eingedeckt hatten, fuhren wir in dieser bis zum Pier 1 am Hafen von San Francisco. Von hier aus bummelten wir vorbei am bekannten „Coit-Tower“, der vor vielen Jahren als Feuer Beobachtungsturm von einem Mann gebaut wurde. Diesen Turm machte er dann seiner Frau zum Geschenk. Der Name dieses Mannes war natürlich „Coit“. Der Turm war eigentlich das erste Wahrzeichen der Stadt, da er auf einem Hügel steht und somit schon von weitem sichtbar ist.

Die Straße, auf der wir entlang gingen, war bis zum letzten Erdbeben Ende der 80er Jahre eine zweigeschossige Stadtautobahn, die damals weitestgehend zusammenbrach und mehrere Menschen dabei starben. Man hat sich dann dafür entschieden, nur noch eine normale Straße zu bauen. Die Palmen, die jetzt beiderseits der Fahrbahn gepflanzt wurden, sollen an den alten Zustand der Straße erinnern. Man muss wirklich anerkennen, das dies eine gute Idee war, denn eine Art Palmenallee ist schöner anzusehen als eine Reihe Betonsäulen.

Auf dem Weiterweg in Richtung des bekannten Pier 39 kamen wir an einem Aquarium vorbei, das wir dann auch besuchten. Hier konnten wir, durch eine Plexiglasröhre gehend, die schönsten Fische und andere Meeresbewohner beobachten. Nach dem Rundgang ging es nun endlich zum Pier 39. Es ist eine Art Rummelplatz, auf dem sich schon am frühen Morgen viele Menschen tummelten. Es gibt Karussells, Kleidergeschäfte, Kioske und natürlich die allgegenwärtigen „Gift-shops“. Keine Angst, hier kann man kein Gift kaufen, denn es handelt sich hier um Souvenirläden. Hinter den Anlegestegen am Pier tummelten sich an diesem Morgen wieder viele Seehunde, die sich lautstark bemerkbar machten.

Auf unserem Weitermarsch in Richtung „Fisherman´s Wharf“ durchstöberte ich alle Läden, um nach den Flaggen der Bundesstaaten zu suchen, die wir auf unserer Rundreise besucht hatten. Jedoch hatte ich Pech, überall war nichts zu finden. Jetzt endlich kamen wir am „Fisherman´s Wharf“ an. Hier kann man alles bekommen, was irgendwie mit Fisch zu tun hat. Es gibt hier viele Fischrestaurant oder Fisch-Snackbars. Auch hier herrschte ein emsiges treiben der vielen Menschen. Da es langsam auf Mittag zu ging, waren hier viele mit dem Einkaufen fürs Mittagessen beschäftigt. Nach einem kurzen Rundgang hier am „Fisherman´s Wharf“ ging dann das Durchstöbern der Läden nach den Flaggen weiter. In einem Laden hatte ich dann auch Glück.

Der Ladenbesitzer sagte mir zwar, dass er solche Flaggen nicht hat, aber ein Verwandter von ihm Besitzer eines solchen Ladens am Pier 39 ist. Dieser Laden muss so versteckt liegen, das ich diesen beim ersten Besuch nicht gesehen habe. Zu allem Überfluss bekam ich von dem guten Mann noch eine Art Empfehlungsschreiben mit, damit ich dort 10 % „Sale“ erhalte, d.h. Ermäßigung. Daraufhin trennte ich mich von meiner Gruppe, um den besagten Laden aufzusuchen. Und tatsächlich fand ich in dem Laden ein regelrechtes „El Dorado“, was das Thema Flaggen anging. Aus allen Herren Länder kann man hier Fahnen, Flaggen und Wimpel, sowie Sticker und Anstecknadeln kaufen.

Nach dem besagten Flaggenkauf machte ich mich auf den Weg zur nächsten Cable-Car Station, um damit in Richtung „Lombard Street“ zu fahren. Nach einer Wartezeit von ca. einer halben Stunde konnte ich dann die Bahn besteigen. Übrigens, den Fahrplan für die Cable-Car kann man sich leicht merken. Sie fährt dann, wenn sie da ist. Ich hatte mir während der Wartezeit genau zurecht gelegt, an welcher Station ich aussteigen muß. Leider stand ich aber während der Fahrt mitten in der Kabine. Das Ende vom Lied war dann, das ich sage und schreibe 3 Stationen weiter fahren mußte als geplant, bis ich einen Weg aus der bis zum Brechen gefüllten Cable-Car heraus war. Ich schlich mich einfach hinter dem Schaffner her, der sich in Jahrelanger Routine einen Weg durch die Menschen bahnte. Nun musste ich zu allem Übel einen längeren Rückweg zur Lombard Street zurücklegen, als wenn ich vom Hafen aus gleich zu Fuß gegangen wäre. Aber auf diese Weise lernte man wenigstens die hügeligen Strasse der Stadt kennen. Die Steilheit mancher Straße ist einfach unbeschreiblich. Aus Sicherheitsgründen hat man an einigen Stellen quer über den Gehweg Rillen in den Beton eingefräst, damit man bei nassem Gehweg nicht ausrutscht. Wer sich unter dem Namen „Lombard Street“ nichts vorstellen kann, der denke einfach an die vielen Kriminalfilme, die in San Francisco gedreht wurden.

Sicherlich erkennt man mindestens einmal pro Film eine Straße, die sich in ca. 6 Windungen einen der Hügel hinabschlängelt. In jeder der Windungen befinden sich Blumen. Die Straße wurde 1922 von einem Privatmann gebaut, der sich bei einem Italienurlaub inspirieren ließ. Anders wie bei uns, hatte damals die Stadt nichts dagegen einzuwenden. Vielleicht hatte die Stadt damals schon geahnt, dass die Straße ein heimliches Wahrzeichen und eine Touristenattraktion wird.

Nach einem längeren Fußmarsch erreichte ich dann das Hotel, um mich nach einer kleinen Erfrischung wieder auf den Weg zu machen. Da das „Hard Rock Cafe´ “ schräg gegenüber dem Hotel lag, ging ich dorthin zum Abendessen. Da gab es den besten und den größten Hamburger, den ich je gegessen hatte. Für einen kleinen Imbiss den ich hier einnehmen wollte, war ich danach so vollgestopft, dass ich mich dann zu einem Spaziergang nach China-Town aufmachte. Ich muss aber gestehen, dass ich das erste Stück des Weges mit der Cable-Car fuhr.

Hier fühlte man sich, als wenn man durch die Seitenstraßen von Hong Kong geht. Überall sind chinesische Geschäfte und Restaurants. Hier kaufte ich auch bei einem kleinen Laden die Gesundheitskugeln, die ich mitgebracht hatte.

Zurück zum Hotel war es dann ein schwerer Weg, da man fast alle Hügel der Stadt überqueren musste. Nach dem Erreichen des Hotels war wieder einmal Feierabend.

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